Interessengemeinschaft

Umgehungsstraße Neuenrade: Gegner gelassen

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Neuenrade - In die mögliche Umgehungsstraße Neuenrades kommt langsam Bewegung. Bis möglicherweise die Bagger rollen, dürfte es aber noch lange dauern.

Professor Dr. Renvert hat, was die Ortsumgehung für Neuenrade anbelangt, in all den Jahren des Widerstandes eine gewisse Gelassenheit entwickelt. Und so schreckt es ihn nicht, dass die geplante Umgehungsstraße für Neuenrade auf der Liste für den vordringlichen Bedarf steht. Auch der Regierungswechsel in Düsseldorf kann ihn nicht schocken.

Er sieht vielmehr, dass man andere Prioritäten hegt. „Die Notwendigkeit ist nicht da. Da gibt es so viele andere Baustellen. Wenn die Verkehrsmeldungen länger dauern als die eigentlichen Nachrichten“ – da werde man den Fokus nicht unbedingt auf eine Umgehungsstraße für Neuenrade richten.

Gleichwohl sei das Projekt näher gerückt. Renvert ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft „B229n – ortsfern“, die sich seit 1999 mit dem möglichen Bau einer Umgehungsstraße für Neuenrade beschäftigt.

Verfahren soll nächstes Jahr beginnen

Der aktuelle Sachstand – so wird es auch aus dem Bauamt Neuenrade bestätigt – ist immer noch, dass das Planfeststellungsverfahren im kommenden Jahr eingeleitet wird. Details dazu sind aber erst in der kommenden Woche abrufbar.

Geplant wurde in Vorjahren fleißig, dann wurde das Vorhaben auf Eis gelegt und nun müssen die Unterlagen wieder überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Dauer von mehreren Jahren

Alle Beteiligten sind sich einig, dass einige Gutachten wieder neu geschrieben werden müssen. Behördenseitig geht man davon aus, dass das Verfahren gut zwei bis drei Jahre dauern wird.

Planfeststellungsverfahren laufen immer gleich ab: Der Vorhabenträger reicht die Planunterlagen bei der Anhörungsbehörde ein, das ist ein umfangreiches Unterfangen, denn die Unterlagen erhalte Pläne, Gutachten, Untersuchungen über Artenschutz einen landschaftspflegerischen Begleitplan, schalltechnische Gutachte und mehr, dann werden die sogenannten Träger öffentlicher Belange (Kommune, Versorgungswerke, ...) zur Stellungnahme aufgefordert.

Es folgt ein Erörterungstermin

Der Plan wird für vier Wochen offen gelegt, anschließend können innerhalb von 14 Tagen Einwendungen erhoben werden. Die werden gesammelt und an den Vorhabenträger weitergereicht, der das kommentiert. Dann wird ein Erörterungstermin mit Behörden, Vorhabenträger und Kritikern / Einwendern angesetzt.

Der muss nicht-öffentlich durchgeführt werden. Im nächsten Verfahrensschritt wird von der Planfeststellungsbehörde der Planfeststellungsbeschluss erlassen. Bei all dem werden sicher die Juristen noch ein Wörtchen mitzureden haben.

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