Gegen Ponyreiten und Pferdeanmalen

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Die Ordnungsamtsmitarbeiterinnen Sabine Rogoli und Debora Carbone beim Bemalen eines Ponys mit Fingerfarben

Neuenrade - Nicht alle finden die Aktionen mit den Pferden rund um die Villa am Wall in allen Belangen gut. Petra Boland, Inhaberin des Geschäftes Petras kleine Welt, empört sich insbesondere über die Pferde-Anmal-Aktion.

 Schon beim Ponyreiten habe sie Bauchschmerzen aber dann noch zusätzlich Pferde anzumalen – das gehe gar nicht. Da fehle es an dem Respekt gegenüber der Kreatur. Pferde seien Fluchttiere und nicht für derartige Zwangs-Aktionen gedacht. Sie habe von Kindesbeinen an Pferde, und wenn sie vorher von der Aktion erfahren hätte, dann hätte sie nicht beim verkaufsoffenen Sonntag mitgemacht und auf ihre Einnahmen verzichtet. Nun will sie im nächsten Jahr am verkaufsoffenen Sonntag zu Gertrüdchen nicht mehr teilnehmen: „Zum Schutz der Ponys, verzichte ich gerne auf meine Einnahmen!“

Sie werde nun eine Kampagne gegen Ponyreiten und Pferde-Anmalen initiieren, denn das grenze an Tierquälerei, postet sie auch auf ihrer Facebook-Homepage. Sie frage sich zudem, wie das Ordnungsamt und die Stadt so etwas mitmachen könnten. Petra Boland jedenfalls betont, dass sie schon Tierschutzorganisationen in der Sache angeschrieben und andere Medien informiert habe.

Indes: Susanne Appelhans, die während des Neuenrader Gertrüdchens die Pferde-Anmal-Aktion angeboten hatte, erscheint angesichts der Vorwürfe geschockt. Die Aktion habe mit Tierquälerei nichts zu tun. Vielmehr habe man Kindern die Möglichkeit geboten mit Pferden in Kontakt zu kommen und ihnen auch mögliche Ängste zu nehmen. Die kleinen Kinder hätten das Angebot angenommen, eben das Fell befühlt und dann ein Herzchen drauf gemalt. „Das wars“. „Meine Ponys sind mir heilig“ Und die Tiere seien „ganz relaxed“ bei der Aktion gewesen. Die Pferde seien natürlich auch geputzt worden. Den Auftakt zu der Aktion hätten eben die beiden städtischen Mitarbeiterinnen gemacht. Danach seien einige wenige Kinder gekommen und hätten sich eben mit den Tieren befasst.

 Appelhans betonte ausdrücklich: „Meine Ponys sind mir heilig“. All das sei zudem über das Gertrüdchen-Komitee beschlossen und abgesegnet worden. Auch verwies sie auf den Kreisveterinär Dr. Jobst-Ulrich Trappe. Der habe sich die Sache angeschaut und befunden, dass aus seiner Sicht nichts dagegen spreche. Eine Stellungnahme des Kreisveterinärs war gestern nicht zu bekommen. Der Tiermediziner war nicht im Hause.

Von Peter von der Beck

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