Gefährdete Nutztierrassen züchten

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Moorschnucken - eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse.

Neuenrade - Gudrun Schewe hat ein besonderes Projekt vor Augen. Sie will ihren Beitrag zum Erhalt der Nutztierrassen leisten. Genug Platz hat sie: Auf ihrem Hof, der zwischen Waldstadion und Innenstadt liegt, wird sie künftig Moorschnucken und Bronzeputen züchten.

 Auch andere bedrohte Nutztierrassen will sie auf diese Weise erhalten. Es gibt eine rote Liste von Nutztieren, an denen sie sich orientiert und die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für den Erhalt alter und gefährdeter Haustierrassen hat sie beantragt. Höchst gefährdet ist demnach zum Beispiel das Karakulschaf, das Angler Sattelschwein, die Pommernente, die Bergischen Schlotterkämme (Hühner) oder eben die Moorschnucke.

 Warum letztere kaum noch gezüchtet wird, liegt nach Angaben von Gudrun Schewe daran, dass diese Art eben nicht so schwer und nicht so schnell fett werde. Dabei hätten diese Tiere schmackhaftes Fleisch, seien genügsam und könnten sich unbeschadet in sumpfigen Wiesen aufhalten. In Celle holte sich Schewe die Schnucken. Drei erwachsene Tiere und zwei Lämmer tummeln sich nun auf den Wiesen unterhalb des Waldstadions. Sie will gezüchtete Tiere verkaufen, aber auch Schlachten ist durchaus vorgesehen.

 Platz genug gibt es auf den insgesamt sieben Hektar, die zu dem Anwesen gehören. Einige Pferde grasen dort, es gibt eine Reithalle, diverse Ställe, einen Traktor – eben alles, was auch zu einem kleinen Hof gehört. Es geht auch sichtlich voran mit dem Anwesen. Nachdem die Frührentnerin persönliche Schicksalsschläge überwunden hat, geht sie nun mit Elan an das Projekt heran. Die Wiesen und Weidenflächen sollen nun durch die vierbeinigen Rasenmäher auf natürlich Weise gepflegt werden.

 Hilfe erhält Schewe aber auch von Menschen, die zum Beispiel ihre Pferde gegen ihre tatkräftige Hilfe unterstellen können. Arbeiten muss auch Hofhund Ricky – sein Job ist es, die Pferde von einer Weide auf die andere treiben. Zwei Border-Collies gibts noch auf dem Hof, Hasen und zwei Gänse, die schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel haben, auch Alpakas leben dort. Schewe ist mit Tieren groß geworden. Ihre Eltern waren Nebenerwerbslandwirte, Pferde kamen irgendwann dazu und Gudrun Schewe konnte es gut mit Tieren. Sie lernte Pferdewirtin, hatte als junge Frau auch eine Stute, mit der sie sehr erfolgreich beim Springreiten gewesen sei. Später hätte sie dort ein Island-Pferde-Gestüt (Isi-Hof) gehabt, das sie im Vollerwerb betrieben hätte.

Nun geht es mit dem zusätzlichen Standbein, der Zucht gefährdeter Nutztierrassen weiter. Der Betrieb des Hofes ist ein arbeitsreiches Unterfangen: Jede Menge Reparaturarbeiten sind immer wieder zu erledigen. Zäune für die Wiesen und Weiden gilt es anzulegen. Die Flächen müssen für die Tiere präpariert, es muss zugefüttert werden. Auch die Wasserstellen für die Tiere gilt es ordentlich herzurichten. Rundballen mit dem Trecker transportieren und sogar Hydraulikschläuche wechseln gehört zu den regelmäßigen Aufgaben. Moorschnucken und Co machen natürlich Arbeit: Die Tiere müssen regelmäßig geputzt werden, Klauenpflege gehört zum Programm. Es gibt auch jede Menge auszumisten.

 „Und jeden Tag muss man nach den Tieren schauen. Die Pflege der Tiere ist ganz wichtig, sagt Schewe.“ Bei all der Arbeit bleibt sogar noch Zeit für ein spezielles Hobby: Schewe schnitzt gerne – mit der Carving-Ketten-Säge.

Wer mehr Informationen von Gudrun Schewe benötigt, kann sich melden, unter der Adresse buchenhofschewe@aol.com.

Von Peter von der Beck

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