Gebühren für Wasser, Abwasser, Niederschlagswasser sinken

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Gute Nachrichten für alle Neuenrader: Der Kubikmeterpreis für Frischwasser sinkt zum Jahreswechsel von 1,78 Euro auf 1,76 Euro pro Kubikmeter. J Fotos: dpa

Neuenrade - Das wird Hausbesitzer und Mieter freuen: Wasser, Abwasser, Niederschlagswasser, Müllentsorgung und Straßenreinigung werden im nächsten Jahr günstiger.

Das geht aus den Unterlagen der Verwaltungsratssitzung für die Stadtwerke hervor. So sinkt der Kubikmeterpreis für Frischwasser von 1,78 Euro auf 1,76 Euro pro Kubikmeter. Für den Kubikmeter Abwasser nehmen die Stadtwerke künftig 3,41 Euro pro Kubikmeter (3 Cent günstiger als noch im Vorjahr). Günstiger werden zudem die Gebühren für das Niederschlagswasser (Normalgebühr). Sie sinken um 11 Cent von 1,20 Euro auf 1,09 Euro. Auch die Zählermiete ist in diesem Bereich um 3 Cent billiger als im Vorjahr. 

Was steckt hinter der neuen Preiskalkulation? 

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat neue Vorschriften hinsichtlich des kalkulatorischen Zinses gemacht. Das ist der Betrag, mit dem das Betriebskapital der Stadtwerke verzinst wird. Der Zinssatz, welcher von der Gemeindeprüfungsanstalt vorgeschrieben werde, sei von 6 auf 5,7 Prozent gesenkt worden, heißt es in den Unterlagen der Verwaltung. Stadtwerke-Vorstand Gerhard Schumacher sagte, dass der Zinssatz aus einem 50-jährigen Mittel gebildet werde. Da die Zinsen eben nun über einen längeren Zeitraum niedrig gewesen seien, hätten GPA und die Kommunalagentur entsprechend reagiert. 

Welche Faktoren spielen noch eine Rolle? 

Ruhrverbandsmitglieder mussten weniger Gebühren zahlen, denn im Bereich des Niederschlagswassers senkt die größere Zahl der Teilnehmer oder besser gesagt die vergrößerte Fläche die Belastung für den einzelnen Haushalt. Auch werden bei der Berechnung der neuen Gebühren Überzahlungen aus Vorjahren eingerechnet. 

Was tut sich im Bereich der Abfallbeseitigung? 

Auch hier ist Bewegung dank der Senkung des kalkulatorischen Zinses. So wird die 40-Liter-Tonne Restabfall günstiger. Der Preis wird auf 55,20 Euro pro Jahr gesenkt – immerhin drei Euro weniger als im Vorjahr. Für Gerd Schumacher hat sich die Abfallentsorgung in Neuenrade organisatorisch und auch preistechnisch seit der Umstellung von Gewicht auf Volumen eingespielt. Preisanstiege von dritter Seite (Bioabfall oder Bauschutt) konnten kompensiert werden. 

Wie verändern sich die Straßenreinigungsgebühren für Winter- und Sommerdienste? 

Die Stadt hebt den sogenannten Wurzelwert (eine Zahl bei der Bebauung und Grundstücksgröße berücksichtigt werden) von 50 auf 58 Cent an. Das ist eine Erhöhung um 16 Prozent. Vor dem Hintergrund, dass die Straßenreinigungsgebühr schon einmal aufgrund von harten Wintern bei 2,84 Euro (2012) lag, erscheint die aktuelle Gebühr von 0,58 Euro bescheiden und ist seit 2017 relativ kontant geblieben. 

Wie entsteht die Gebührenkalkulation? 

Die Höhe der Überzahlungen, der Aufwand für den Winterdienst (Salz) und andere wetterabhängige Kostentreiber spielen eine Rolle. Daraus resultieren die Unterschiede zu den Vorjahren. Das die Gebühr auf diesem Niveau liegt, hat auch seine Ursache darin, dass die Entsorgung des Straßenkehrichts günstiger ist. 

Wie haben sich die Gebühren über die Jahre entwickelt? 

Der Blick in die Gebühren-Historie ist durchaus aufschlussreich: Betrachtet man die Preisentwicklung der vergangenen Jahre im Bereich Wasser, so stieg die Frischwassergebühr in den vergangen 23 Jahren um knapp 55 Prozent. Auch die Entwicklung der Grundgebühr zeigt seit zehn Jahren stetig nach oben. Dabei spielt der Wasserverkauf beziehungsweise Wasserverbrauch ebenfalls eine Rolle. Wird mehr Wasser gespart und damit weniger verkauft, so bleibt der Kostenblock in der Regel gleich oder steigt und muss entsprechend auf die Verbraucher umgelegt werden. Zudem sinkt wegen des demografischen Wandels die Zahl der Wasserverbraucher kontinuierlich.

Von Peter von der Beck

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