Die Kosten steigen

Gebühren für Müll, Abwasser und Reinigung: Das müssen die Neuenrader 2021 zahlen

Die Abwassergebühr wird steigen. 
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Die Abwassergebühr wird steigen. 

Die Neuenrader müssen für das kommende Jahr mit leicht erhöhten Kosten für Müllbeseitigung, Straßenreinigung, Wasser und Abwasser rechnen.

Ohne Diskussion und fast immer einstimmig segneten die Mitglieder des Werksausschusses – dessen Funktion in Neuenrade der Verwaltungsrat der Stadtwerke inne hat – die neuen Gebühren ab. Externe Faktoren wie eine Gebührenerhöhung des Ruhrverbandes waren zumeist die Ursache.

War es ansonsten einstimmig, so votierten in Sachen Wasser/Abwasser die beiden FWG-Vertreter gegen den Beschluss – ohne Begründung. Trotz Corona hatte Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) als Vorsitzender den Ausschuss einberufen. Die Ratssitzung, welche einen Tag vorher hätte stattfinden sollen, war wegen der Pandemie abgesagt worden. Allerdings wären hier auch deutlich mehr Personen involviert gewesen.

Bürgermeister-Bitte: Sitzung soll zügig abgehalten werden

Dass nun im Saal des Hotels Kaisergarten unter Einhaltung der Abstände und mit Mundschutz trotzdem der Ausschuss lief, begründete Wiesemann damit, dass die Bürger eine Entscheidung haben müssten, damit ab Januar auch ordentlich abgerechnet werden könne. Er bat auch, die Sitzung zügig abzuhalten und nicht unnötigerweise zu verlängern.

Abgesegnet wurden von den Ausschussmitgliedern einstimmig neue Mustersatzungen. Wie Gerhard Schumacher, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke, erläuterte, sei das zum Teil notwendig, weil gewisse Formalien geändert worden seien. So gebe es in den Texten neue Querverweise auf Gesetze. Auch würden Gebührenarten nun unter einer einzigen Satzung zusammengefasst.

Das tut sich beim Wasser

Wasser: Der Preis für Wasser erhöht sich pro Kubikmeter von 1,74 auf 1,78 Euro. Gleich bleibt der Preis für die Wasserzähler. Unterm Strich liegt der Preis damit auf dem Niveau von 2017. Zum Vergleich: 1995 kostete der Kubikmeter Wasser 1,12 Euro.

Einschließlich Grundgebühren erzielten die Wasserwerke einen Umsatz von rund 1,445 Millionen Euro inklusive Grundgebühren.

So entwickeln sich die Gebühren beim Abwasser

Abwasser: Der Preis erhöht sich um 6 Cent auf 3,43 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Grund sind gestiegene Kosten beim Ruhrverband, der mehr Klärkosten und höhere Personalkosten habe. Auch die Niederschlagswassergebühr muss erhöht werden. Ursache sei hier die Zunahme der gebührenrelevanten Flächen bei gleichzeitig geringerem Niederschlagsaufkommen. Hier wird 1 Cent mehr fällig. Die Gebühr kostet nun 1,08 Euro pro Quadratmeter.

Teurer wird es für Kleinkläranlagenbesitzer in Neuenrade. Davon gibt es noch 15 bis 20 Haushalte. Hier wird der Kubikmeterpreis um 3,34 Euro auf 48,17 Euro erhöht. Die Abfuhrkosten sind teurer geworden bei gleichzeitiger Verringerung des Entsorgungsaufkommens.

Abfallentsorgung wird teurer

Die Abfallentsorgung wird unwesentlich teurer. Basis der Berechnungen sind die Quartale eins bis drei des Jahres 2020. Was die Kostenseite anbelangt, so werden die Verzinsung des Anlagevermögens gesenkt, die Gebührenüberdeckung des Vorjahres berücksichtigt, mehr Personalkosten angesetzt und mehr Personalaufwand berücksichtigt. Beim letzten Punkt sei es teurer geworden, weil der Aufwand für die Säuberung der Glascontainerstandplätze und Papierkörbe gestiegen sei.

Am Ende wird nun der Restabfallbehälter für 40 Liter um 2,40 Euro pro Jahr teurer und kostet nun 57,60 Euro. Er wird alle vier Wochen geleert. Die Bioabfalltonne wird leicht teurer und kostet 70,21 Euro. Die Sperrmüllgebühr bleibt, genauso wie die Altreifenentsorgung und die Wurzelentsorgung konstant.

So berechnen Grundstücksbesitzer den Wurzelwert

Bleibt der Hinweis auf die moderate Erhöhung der Straßenreinigungsgebühr. Hier werden nun 1,07 Euro pro „Wurzelwert“ fällig. Beim Wurzelwert berücksichtigen die Neuenrader hier bei den Grundstücken nicht nur die Quadratmeterzahl, sondern beispielsweise auch Grundstückstiefe. Wer bei seiner Grundstücksgröße die Quadratwurzel zieht, erhält den Faktor für die Straßenreinigungsgebühr. Bei einem 625 Quadratmeter große Grundstück ist das 25. Der Wert wird dann mit dem Wurzelwert multipliziert. Die Straßenreinigungsgebühr wird in diesem Fall dann 26,75 Euro pro Jahr betragen.

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