Detlef Stägert und das französische Manifest zum Koran

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Der FWG-Vorsitzende Detlef Stägert (rechts) und FWG-Fraktionschef Bernhard Peters.

Neuenrade - Die FWG thematisiert den Koran, zumindest befasste sich der FWG-Vorsitzende Detlef Stägert im Rat mit einem Manifest, das auch der ehemalige französische Präsident Sarkozy unterschrieben haben soll.  

Detlef Stägert, Ratsherr der FWG, kam gar nicht dazu, seine Ausführungen zu Ende zu bringen. Bürgermeister Antonius Wiesemann wurde laut, sagte mehrfach mit erhobener Stimme, dass das alles überhaupt nichts mit Neuenrade zu tun habe. 

All das geschah im Rahmen der Ratssitzung, die nur Tage später im Nachgang zum Auftritt von Michael Stürzenberger und der Petition der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau stattfand. Anlass der lautstarken Äußerungen: Stägert hatte den Islam thematisiert, hatte erwähnt, dass man eine Petition erwägen könne. Stägert hatte sich unter Verschiedenes zu Wort gemeldet. Er fragte in die Runde der Ratsleute, ob jemand mitbekommen habe, was denn in Frankreich los sei. Dort werde diskutiert, ob eine „Überprüfung“ des Korans nötig sei. Stägert las aus einem Manuskript vor.

 Darin ging es um den Mord an einer Jüdin durch einen Muslim und das darauf folgende Manifest aus dem Jahre 2018, in welchem islamische Theologen dazu aufgefordert worden seien, alle Verse des Korans, die zu Mord oder Bestrafungen an Juden, Christen oder sogenannten Ungläubigen aufrufen würden, als hinfällig zu erklären. Stägert sagte weiter, dass sich die Katholische Kirche vom Antisemitismus distanziert und ihren Absolutheitsanspruch 1965 aufgegeben und andere Religionen anerkannt habe. Auch der ehemalige französische Präsident, Nicolas Sarkozy, habe das Manifest unterzeichnet. Insgesamt hätten 250 Persönlichkeiten unterschrieben. In dem von Stägert vorgetragenen Manuskript heißt es weiter, dass das Ansinnen von heutigen islamischen Theologen brüskiert zurückgewiesen worden sei und die Islam-Funktionäre „Unterstützung aus dem linken Milieu“ bekommen hätten, sie hätten die Forderungen im Manifest „als Stigmatisierung des Islams“ bezeichnet.  Kein namhafter Theologe, weder in Frankreich noch in Deutschland, habe sich von solchen „Hassaufrufen“ im Koran losgesagt.

 Stägert sagte in der Sitzung, dass es doch möglich sein müsse, eine Petition in dieser Richtung zu verfassen. Wenn das eine christliche Kirche „auf die Reihe kriege“, dann müsse das auch für muslimische Gelehrte möglich sein, so Stägert. In seinem Manuskript fand sich gleichzeitig eine Erläuterung zu den angeblichen „Hassversen“. Die müssten im historischen Kontext und im Rahmen der damaligen Lebensverhältnissen gesehen werden, ebenso wie vermeintlich „problematische“ Aussagen im Alten Testament. 

Was für eine Petition Stägert nun im Detail wollte, wurde während der Ratssitzung nicht klar. Der Text der ersten Hälfte des Manuskripts ist wortgleich auf der Internetseite des „Kopp-Reports“ zu finden, wo unter anderem für Stefan Schuberts „Sicherheitsrisiko Islam“ geworben wird. Der Kopp-Verlag verlegt Bücher über die Kernwaffenforschung im Dritten Reich und „das gelöste Energieproblem“, aber auch über „Verbotene Archäologie“ oder unter der Rubrik „Enthüllungen“ geht es um das „anglo-amerikanische Establishment“; „Europa vor dem Crash“ ist bei dem Verlag auch ein Thema.

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