Kicker aus Neuenrade sind verärgert

Marode Kunstrasenplätze in Affeln und auch im Waldstadion

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Der Platz des SV Affeln hat die statistische Lebensdauer überschritten.

Neuenrade - Die Stadtverwaltung Neuenrade muss sich Gedanken um die Fußballplätze auf Neuenrader Stadtgebiet machen. Da gibt es offenbar akuten Handlungsbedarf.

So hat der Affelner Sportplatz (Baujahr 2002) sicher schon bessere Tage gesehen: Die grünen Halme verschwinden zum Teil gänzlich unter einer Sandschicht. An den Platzrändern gibt es einige Ecken, an denen der Kunstrasen ausfranst. 

Und nichts Gutes hört man auch vom Neuenrader Platz (Baujahr 2005). Karl-Heinz Thiele, Abteilungsleiter Fußball, ärgert sich über Kuhlen und Löcher im Platz, berichtet von hartem Sand und von Beschwerden der Torleute, vom mehrfach geflickten Elfmeterpunkt und von sich ablösenden Fasern. 

"Wir eine grüne Ameise"

„Wenn man da vom Platz geht, sieht man aus wie so ‘ne grüne Ameise,“ sagt Thiele. Dass zwei Flutlichtleuchten seit geraumer Zeit nicht ersetzt wurden, erwähnt er bei dieser Gelegenheit auch. Thiele räumt zwar ein, dass der Platz jünger als andere sei, aber eben auch einer ganz anderen Belastung ausgesetzt sei als andere Plätze der Stadt. Er verweist auf Beanspruchung durch Schulen, Hobbykicker, Leichtathletik und den eigenen Vereinsbetrieb mit zehn Jugend- und zwei Seniorenmannschaften. 

Benjamin Nakajew, sozusagen Chef der Fußballabteilung des SV Affeln, erwähnte auf Nachfrage für den Affelner Platz auch die Verdichtung und das Ablösen der Fasern und lässt anklingen, dass „ein neuer Platz schön wäre“. Sicher tue es der bisherige Kunstrasen noch ein Weilchen – aber eben nicht mehr all zu lange. 

Enorme Kosten, aber auch Verletzungsgefahr

Nakajew scheint hin und her gerissen. Einerseits weiß er um die enormen Kosten, die so ein neuer Belag (80 000 Euro aufwärts) mit sich bringe, andererseits gebe es auch noch „die Verletzungsgefahr“, die von so einem alten Belag ausgehe. 2002 ist der Belag installiert worden. Der SV Affeln ist im Dorf eine große Nummer: 1000 Mitglieder, davon 300 in der Fußballabteilung. Damit hat dieser Verein im Dorf eine gesellschaftliche Bedeutung. Nakajew betont vor diesem Hintergrund, dass man „das alles ja auch aufrecht erhalten“ möchte. „Es wäre schön, eine neue Decke zu bekommen, so bleibt man auch für junge Spieler attraktiv.“ Zudem betonte Nakajew: „Das wäre ein Zeichen an die Dorfgemeinschaft.“ 

Was den Platz des SSV Küntrop anbelangt, so muss die Stadtverwaltung auf längere sicht wohl kein Geld in die Hand nehmen. „Der Platz (Baujahr 2009) ist soweit in Ordnung“, sagt Dirk Brockhagen. Der Platz werde von der Stadt gut gepflegt. Da habe man in Neuenrade zu Anfang sicher Fehler gemacht. 

Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren

Die Lebensdauer von Kunstrasenplätzen wird von Beteiligten und Experten in der Regel mit 12 bis 15 Jahren angegeben. Der Affelner und der Neuenrader Platz haben zumindest statistisch diese Zeit überschritten. 

Die SPD-Fraktionsspitze, Ulrike Wolfinger und Thomas Wette, kümmert sich. Zur nächsten Sitzung des Stadtrates stellt die SPD den Antrag, dass die Stadt erklären solle, wie lange der Affelner Platz noch bespielbar sei und welche Kosten bei Erneuerung entstehen würde. Außerdem möchte die Fraktion, dass über den Zustand der anderen Kunstrasenplätze in Neuenrade berichtet wird. Das müsse man „für eine Finanzplanung“ ja wissen, sagte Wette.

Von Peter von der Beck

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