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Für ein Training mit Martin Rodzoch: „Supernasen“ kommen nach Neuenrade

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Von: Peter von der Beck

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Cockerspaniel Amigo erschnupperte souverän die Fährten auf dem Küntroper Grünland.
Cockerspaniel Amigo erschnupperte souverän die Fährten auf dem Küntroper Grünland. © von der Beck, Peter

Es ist ein durchaus internationaler Sport auf europäischer Ebene. Zumindest hat Martin Rodzoch Gäste und Kontakte, die über Deutschland hinausgehen.

Österreicher sind darunter, aber auch Franzosen. Sie alle kommen nach Küntrop, um dort gemeinsam mit Martin Rodzoch dem Fährtenhundesport zu fröhnen. Sie wohnen in den Pensionen und Hotels der Umgebung und verbringen mit ihren Hunden ein Wochenende im Sauerland. Diesmal sind Gäste aus Ratzeburg gekommen.

In Küntrop sind sie dabei, als Rodzoch mit Cockerspaniel Amigo an der extra langen Leine auf der großen grünen Wiese hinter seinem Spaniel herläuft, der mit der Nase dicht am Boden der unregelmäßigen kurvigen Fährte folgt und ein Fundstück nach dem anderen entdeckt. Zeitweise 200 Atemzüge pro Minute würde Amigo dabei tätigen, erläutert Rodzoch später. Amigo liegt derweil im Gras und erholt sich ein wenig. Die Strecken, welche die Tiere bewältigen, sind mehr als einen Kilometer lang. Das schafft ganz schön. Amigo und Co. erschnuppern ihre Fährten dabei dicht über dem Boden. Wie Rodzoch erklärt, orientieren sich die Tiere an der Duftspur zertretener Mikroorganismen und Pflanzen, das unterscheide sie in der Arbeitsweise von den Suchhunden, die mit der Nase in der Luft agierten.

Rodzoch hat einen Namen in der Szene

Der Plettenberger und ehemalige Neuenrader Martin Rodzoch hat in der Fährtenhundeszene einen Namen und liebt Cockerspaniel. Nicht von ungefähr hat er ein Tattoo auf dem Unterarm: „Cockerspaniel forever“ prangt dort. Und er schult seine Wegbegleiter offensichtlich bestens: Seine Cockerspaniel landen sehr weit vorne bei Wettbewerben. Cocker „Peter Maffay vom Schlossberg“ ist zum Beispiel zweifacher Bundessieger. So gewann er etwa 2019 in Anklam die Bundessiegerprüfung für Fährtenhunde für den Deutschen Verband der Gebrauchshundesportvereine (DVG). Maffay holte mit seinem Besitzer aus dem Landesverband Westfalen dabei 198 von 200 möglichen Punkten. Rodzoch sagt, dass seine Hunde immer vorne mit dabei seien.

Gäste aus Ratzeburg mit ihren Hunden und Experte Martin Rodzoch (Dritter von links). Nicht nur Cockerspaniel erschnuppern mit Leichtigkeit Fährten im Gras. Auch andere Hunderassen können dafür trainiert werden. Die Ausbildung ist für jede Art Hund geeignet.
Gäste aus Ratzeburg mit ihren Hunden und Experte Martin Rodzoch (Dritter von links). Nicht nur Cockerspaniel erschnuppern mit Leichtigkeit Fährten im Gras. Auch andere Hunderassen können dafür trainiert werden. Die Ausbildung ist für jede Art Hund geeignet. © von der Beck, Peter

Die Hunde werden mit Leckerli und Lob für ihre Aufgaben trainiert. „Positive Verstärkung“ heißt diese Methode, die Rodzoch anwendet. Es gibt verschiedene Stufen der Fährtenhundeprüfung. Die Anforderungen steigen mit Entfernung, Zahl der zu findenden Gegenstände und mit der Zeitverzögerung. Selbstverständlich gehorchen die Cockerspaniel von Rodzoch aufs Wort – und sie verstehen absolut, was ihr menschlicher Chef möchte. Die Cockerspaniel sehen mit ihren langen Schlappohren ein bisschen wie Knuddeltiere aus. Sie gelten als kinderlieb, sind sehr agil und brauche viel Bewegung. Dabei gilt dieser Hundetyp auch als Jagdhund – die Tiere wurden vor allem in England einst für die Vogeljagd eingesetzt.

Auch die Bauern vertrauen Rodzoch

Die Hundefreunde aus Ratzeburg sind allesamt gut ausgestattet, haben Anhänger oder Kombis mit extra Hundeboxen, in denen ihre Tiere während der Autofahrten bequem sitzen können. Aufkleber und Aufschriften zeugen vom Hobby der Besitzer. Dass Martin Rodzoch und seine Gäste auf Küntroper Weiden trainieren, kommt dabei nicht von ungefähr. Die Bauern in der Umgebung vertrauen ihm. Sie wissen, dass die Hinterlassenschaften der Hunde beseitigt werden oder gar nicht erst auf die Wiese kommen. „Wir lassen die Hunde vorher lösen“, sagt Rodzoch. Die Hunde verrichten ihr Geschäft anderswo und vor der Übung. Der Hundekot wird, wo auch immer er liegt, eingesammelt. Dass die Hunde keinen Haufen auf die Weide legen, ist wichtig. Denn Kühe haben andernfalls ein gewisses Risiko sich dort schnell eine Krankheit oder Parasiten einzufangen. Vor allem wenn aus dem Gras Silage gemacht wird.

Die Hunde müssen Gegenstände unterschiedlicher Oberfläche irgendwo in der Wiese finden.
Die Hunde müssen Gegenstände unterschiedlicher Oberfläche irgendwo in der Wiese finden. © von der Beck, Peter

Den Großmut der Bauern belohnt Martin Rodzoch auch – er gönnt er ihnen regelmäßig jeweils eine Kiste mit heimischem Pilsener.

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