Höhere Aufwandsentschädigungen

Feuerwehr-Führungskräfte sollen mehr Geld bekommen

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Weil immer mehr Technik Einzug hält, müssen freiwillige Feuerwehrleute wie Kevin Vogel, hier an einem der Löschfahrzeuge des Löschzugs Stadtmitte, deutlich mehr Kenntnisse haben als früher

Neuenrade - Die ehrenamtlichen Führungskräfte der Feuerwehr sollen mehr Geld bekommen: Die Aufwandsentschädigungen sollen erhöht werden, außerdem sollen weitere Personengruppen Geld bekommen.

Für 2018 und die Folgejahre sieht der Haushaltsplanentwurf jeweils eine  Summe von 15.500 Euro vor, bisher waren es 4300 Euro. Die Aufwandsentschädigungen sollen auf das Niveau der Nachbarstädte steigen und gleichzeitig ein breiterer Personenkreis einbezogen werden.

Der Stadtbrandmeister und sein Stellvertreter werden schon jetzt finanziell entschädigt. Künftig sollen auch Löschzugführer sowie Gruppenführer und deren Stellvertreter und die Leitung der Jugendfeuerwehr Geld für ihre Arbeit bekommen.

Wie viele Personen das konkret betrifft und wie hoch die Aufwandsentschädigungen im Einzelfall sind, wollte Kämmerer Gerhard Schumacher mit Blick auf die noch anstehenden Beratungen in Hauptausschuss und Rat noch nicht sagen.

Mehr Einsätze, höhere Anforderungen

Als Grund für die deutliche Erhöhung nennt Schumacher die wachsende Zahl der Einsätze und das gestiegene Anforderungsniveau an die freiwilligen Feuerwehrleute.

Tatsächlich hat sich die Zahl der Einsätze in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht, was vor allem an den zahlreichen First-Responder-Einsätzen liegt. Im vergangenen Jahr ist vor allem die Zahl der Einsätze wegen Verkehrsunfällen deutlich gestiegen, von sieben im Jahr 2016 auf 17 im Jahr 2017.

Bei den Unwetter-Einsätzen ist eine Steigerung von einem auf sechs zu erkennen. Auch Stadtbrandmeister Karsten Runte sieht eine steigende Einsatzzahl. Bei der Aufschlüsselung nach Art der Einsätze vermag er jedoch keinen Trend zu erkennen: Vielfach sei die Zuordnung eine Entscheidung, die recht spontan in der Leitstelle getroffen werden müsse.

Die Einsatzstatistik ist nur ein Fingerzeig

Nicht immer sei sofort klar, ob ein Einsatz etwa als Hilfeleistung oder als Verkehrsunfall einzuordnen ist. „Die Statistik ist nur ein Fingerzeig, sie bildet die Realität nicht zu einhundert Prozent ab.“

Auch Runte sieht deutlich gestiegene Anforderungen. Der freiwillige Feuerwehrmann Kevin Vogel stimmt ihm zu: „Heute gibt es zum Beispiel viel mehr Technik als früher, dafür müssen wir natürlich gut geschult sein.“ Zudem, fügt sein Kollege Nils Kohlhage hinzu, seien gesundheitliche und arbeitsrechtliche Aspekte deutlich wichtiger geworden.

Viel Arbeit auch hinter den Kulissen

Und da ist von der Einsatzzeit noch gar nicht gesprochen: Auch vermeintliche Routine-Einsätze binden die Feuerwehrleute für eine gewisse Zeit, nach dem eigentlichen Einsatz muss die Ausrüstung wieder klar gemacht und alles dokumentiert werden. „Das ist eine Arbeit, die viele Menschen überhaupt nicht sehen“, sagt Vogel.

Und manche Verhaltensweisen machen die Arbeit auch nicht unbedingt leichter: „Einige Menschen sehen einen Ast auf der Straße, den sie eigentlich selbst wegräumen könnten, und rufen die Feuerwehr“, berichtet Nils Kohlhage.

„Wenn wir eintreffen, ist der Anrufer aber schon weg und wir fahren zweimal den Kohlberg ab, um den Ast zu suchen.“ In größeren Städten jedoch seien die Menschen in bestimmten Situationen noch hilfloser als im ländlichen Neuenrade.

Die Freiwilligen tragen eine hohe Verantwortung

Gerade die Löschgruppen- und Löschzugführer tragen auch Verantwortung für den Einsatz und das Personal, erklärt Karsten Runte. Zudem werde heutzutage erheblich mehr Wert auf Sicherheit gelegt als noch vor einigen Jahren – was wiederum ein Plus an Verantwortung für die Führungskräfte bedeutet.

„Da ist es nur gerecht, wenn sie auch ein bisschen Geld dafür bekommen“, findet Runte. Keinesfalls gehe es um Reichtümer, aber eben um Anerkennung. Die Stadt Neuenrade sieht Runte auf dem richtigen Weg: „Es wurde einfach Zeit, etwas zu machen.“

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