Glättewarnanlage auf der Kuschert installiert

NEUENRADE ▪ Am Rande der B229 an der Kuschert steht eine Antenne, die wie einer jene Mobilfunkmäste anmutet – nur eben im Miniformat. Das ist auch gar nicht so falsch, denn das Gebilde enthält eine Sendeanlage. „Es ist im Prinzip ein Handy“, sagt Overmeyer, Sprecher von Straßen NRW. „Es enthält eine UMTS-Karte“. Von hier aus werden Daten über Temperatur und Luftfeuchtigkeiten verschickt: Es handelt sich um eine von drei Glättewarnanlagen in Südwestfalen.

Luftsensoren messen Lufttemperatur, Niederschlag, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Taupunkt. Bodensensoren ermitteln Belagstemperatur und Fahrbahnzustand (trocken, feucht, nass) und den Salzgehalt auf der Fahrbahndecke. Bevor es also gefährlich glatt wird, ist die Straßenmeisterei am Zug. Die Signale gehen zunächst nach Hamm, ins Fachcenter Telekommunikation von Straßen NRW, von da aus gehen die Daten dann direkt zu dem PC der zuständigen Straßenmeisterei. Die können dann vor der Glätte rechtzeitig reagieren. Die Meistereien vor Ort planen die Winterdienstrouten und den Personal-, Material und Bereitschaftsdienst und steuern die Winterdiensteinsätze im Bezirk. Die Anlage auf der Kuschert lässt sich Straßen NRW einiges kosten. Komplett mit Erdarbeiten gibt die Behörde um die 40000 Euro dafür aus. Der Betrieb erfolgt mit Netzstrom, weil das eben zuverlässiger ist, erläuterte Overmeyer. Schließlich seien Batterien und Akkus kälteempfindlich. Und einen Ausfall wolle man sich nicht erlauben.

Im „Anforderungsniveau Winterdienst“ ist definiert wie Straßen mit entsprechenden Verkehrsfunktionen wie „Wichtige Straßen für den überörtlichen Verkehr“ zu behandeln sind. Die müssen von 6 bis 22 Uhr befahrbar sein. Befahrbarkeit bedeutet unter anderem auch geschlossene Schneedecke. Dringlichkeiten und besondere Gefahrenstellen werden bei der Routenplanung für den Winterdienst berücksichtigt. Es gibt Prioritäten, heißt es von Straßen NRW.In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wurde auch ein „Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS)“ entwickelt, das eine regionale Prognose der Wetterentwicklung anbietet.

Peter von der Beck

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