Frischkur für Chillsteine

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Kunstdozentin Stefanie Lehmann und ein junger Künstler bemalen konzentriert einen der Chillsteine.

Neuenrade - Kinder sanieren derzeit die Chillsteine im Neuenrader Stadtpark. Die Steine sind die sichtbare Teile eines preisgekrönten kunstpädagogischen Projektes.

Höchst konzentriert bemalen die Kinder die großen Steine, tunken vorsichtig die Pinsel in die Farbe, ziehen akkurat die Linien nach oder füllen Flächen mit frischer Farbe. Die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren arbeiten sorgfältig und das ist auch gut so, schließlich frischen sie echte Kunstwerke auf – die Chillsteine im Stadtpark. 

 Natürlich werden die Kinder angeleitet. So ist die freischaffende Künstlerin und Kiku-Leiterin Irmhild Hartstein dabei, beaufsichtigt gemeinsam mit Bufdi Sophia Schmidt und Künstlerin Stefanie Lehmann die Kinder bei ihrer Arbeit. Mit dabei ist auch der große Bollerwagen, der mit allen nötigen Malutensilien beladen ist: Jede Menge Pinsel, Farbe, Lappen, Töpfe und Tuben werden so transportiert. Die Kinder sind im Alter von sechs bis zehn Jahren und das Ganze ist eine Aktion im Rahmen des Ferienspaßes der Stadt Neuenrade, wie Hartstein erzählt. Für drei Tage sind einige Kinder bei der Kiku-Kunstaktion, andere tummeln sich anderswo. In der kommenden Woche sind die Kiku-Leiterin und sicher wieder etliche Teilnehmer damit befasst, den Kiku-Garten künstlerisch aufzumöbeln. Jetzt aber sind erst einmal die Chillsteine dran.

Die Steine und das Kunstprojekt, das sich darum rankt, ist sogar preisgekrönt. 2009 gab es für das Projekt die dotierte Auszeichnung „Kultur prägt! Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“. Das Ganze hatte zudem einen kunstpädagogischen Rahmen. Die Idee von Hartstein war es damals, die Chillsteine in Zusammenarbeit mit Schülern der damals noch existierenden Gertrudenschule zu gestalten. Grundidee war, Jugendliche etwas für sich, für andere Jugendliche und für ihre Stadt tun zu lassen. Hartsteins Gedanke war damals – auch vor dem Hintergrund, dass es im Stadtpark eine Art Brennpunkt gab – und dass Jugendliche ihre eigene Arbeit, ihre eigene Kunst, nicht zerstören würden.

So entstanden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Sven Backstein aus Idstein, mit den Schülern und einem Sozialarbeiter die großen Chillsteine, die nun im Neuenrader Stadtpark als Deko-, Kunst- und Chill-Elemente stehen. Die Steine bestehen aus mit Styroporresten gefüllten Säcken, die mit Stretchfolie umwickelt wurden und so den Stützkörper und den Rohling bildeten. Der wiederum wurde mit Glasfaserbeton umwickelt, am Ende wurde noch eine Schicht aus feinem Mörtel aufgetragen, die Oberfläche geglättet und schließlich von den jungen Künstlern auch bemalt.

Von Peter von der Beck

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