„Freundschaften fördern“

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Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Sandra Horny (rechts sitzend), unterschrieb mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins „Elif“, Fatih Ates, Derya Ersay und Elif Ogut (von links) am Donnerstag einen Kooperationsvertrag.

Neuenrade - „Was unbekannt ist, macht den Menschen oft Sorgen. Da wollen wir entgegensteuern“, sagte die Stadtmitarbeiterin Sandra Horny bei der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit dem Integrationsverein „Elif“ in der Stadtbücherei am Donnerstag. Der erste gemeinsame Aktionsabend wird am Mittwoch, 11. Februar, die „Turkish coffee night“ sein, die in der Stadtbücherei stattfinden wird.

„Elif“ wurde im November 2010 gegründet. Der Begriff sagt den wenigsten Neuenrader Bürger bisher nichts. Dies soll sich dadurch ändern, dass der Verein - neben den bisherigen Aktionsorten Werdohl, Plettenberg und Lüdenscheid - nun auch verstärkt in Neuenrade Fuß fassen möchte. Im Märkischen Kreis zählt der Verein städteübergreifend bereits mehr als 50 Mitglieder. Zudem betreuen die „Elif“-Mitarbeiter bis zu 80 Jugendliche.

„Es steht als Abkürzung für die Begriffe: Eltern, Leser und interkulturelle Förderung. Wir sind offen für Jeden, egal welche Nationalität oder Religion die Person angehört“, erklärte Elif Ogut, die ehrenamtliche für den Verein tätig ist. Besonders den Kulturaustausch will der Verein, der seit dem vergangenen Jahr seinen Hauptsitz in Plettenberg hat, nicht nur zwischen deutschen und den türkischen Mitbürgern fördern.

„Die erste Generation der Migranten waren Gastarbeiter. Diese hatten andere Ziele, als heutige Deutsche, die einen Migrationshintergrund besitzen und teils in der vierten Generation in Deutschland sind“, sagte die Mitarbeiterin, dessen Großvater vor mehr als 50 Jahren nach Deutschland zog. „Bildung hat heute einen viel größeren Stellenwert als damals. Wir wollen nicht passiv, wie die Politiker, sondern aktiv bei der Integration mitwirken und die Gesellschaft durch friedliches Miteinander der Kulturen bereichern“, erklärte Ogut, die auf großen Zuspruch der Neuenrader hofft.

Faith Ates ist bei „Elif“ für den Jugendbereich zuständig. Er kümmert sich um - im Schnitt zur Zeit - rund zehn Mädchen und Jungen. „Wir wollen Freundschaften fördern und dauerhaft umsetzen. Das setzen wir mit regelmäßigen, sozialen Projekten um“, so Ates. So veranstalten die Mitglieder des Vereins für die Jugendlichen gemeinsame Playstation-Abende, Fußballturniere und sogar Städtereisen. Zudem engagiert sich der gemeinnützige Verein für eine Alkohol- und Drogenprävention.

Bereits jetzt engagieren sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Integrationsvereines mit unterschiedlichen Angeboten und Aktionen - unter anderem Lese- und Musikabende - für ein gemeinsames Miteinander. „Die kulturellen Grenzen bestehen weiterhin. Das ist auch nicht schlimm, jedoch wollen wir daran arbeiten, dass Fremdes nicht direkt negativ gesehen wird“, so Ogut. Man wolle durch Erklären eher Neugier am kulturellen Austausch erzeugen.

Der erste Kontakt kann im besten Fall direkt am Mittwoch, 11. Februar, geschehen. Dann findet in der Stadtbücherei von 19 bis 21 Uhr die erste „Turkish Coffee Night“ statt. Das Motto sei bewusst so gewählt worden, da Kaffee völker- und religionsübergreifend ein Inbegriff für geselliges Miteinander sei. „Jeder plaudert gerne bei einer Tasse Kaffee. In der Türkei kommen die Leute so zusammen ins Gespräch“, weiß „Efil“-Mitarbeiterin Derya Ersay zu berichten und strahlt.

Die Organisatoren um Ates, Ogut und Horny erbitten interessierte Bürger, die gerne an der „Turkish Coffee Night“ (mit echtem türkischen Mokka) teilnehmen möchten, um eine Anmeldung. Diese ist bis zum Freitag, 6. Februar, unter der Telefonnummer 0 23 92/6 14 87 möglich. „Wir freuen uns auf sehr viele Gäste, die mit uns und auch untereinander im gemütlichen Rahmen ins Gespräch kommen möchten“, sagte Ogut.

Von Benny Finger

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