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Freude über unbeschwerte Feiern: 146 Kinder eingeschult

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Von: Peter von der Beck

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Die Erstklässler in Altenaffeln mit ihrer Klassenlehrerin Andrea Geß.
Die Erstklässler in Altenaffeln mit ihrer Klassenlehrerin Andrea Geß. © Peter von der Beck

Die Nervosität war vielen Kindern auf die eine oder anderen Art anzumerken: aufeinandergepresste Lippen bei einem Jungen oder nervöses Herumzappeln bei einem Mädchen.

Neuenrade – Auch einigen Eltern schien der besondere Tag für ihren Nachwuchs nahe zu gehen: Aufmunternde Rufe an die Kinder gab es und Mütter, die ein letztes Mal an der Kleidung ihres Kindes herum zupften. Es ist eben nicht jeden Tag Einschulung.

Die Eltern hatten sich und ihre Kinder für den besonderen Tag nett hergerichtet, manche Schultüte zeigte zudem, dass hier mehrere Stunden aufreibende Bastelarbeit investiert wurden. Gespannt wirkten auch die Lehrkräfte, sie hatten alle Kinder – die Neuen und auch die Zweitklässler – im Blick.

Der Kaisergarten gab zu Noch-Corona-Zeiten ein ungewohntes Bild ab: Es war sehr voll, einige hatten gar keinen Platz mehr gefunden und mussten am Rand stehen. Auch die Bühne war mit den frisch gebackenen Zweitklässlern voll besetzt.

Die Klassenlehrerinnen hatten mit den ehemaligen i-Männchen Liedvorträge einstudiert, die sie zwischendurch unter dem liebevollen Beifall der anwesenden Eltern präsentierten. Ein Lied übers Lesen, ein Lied über die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit („Das Lied über mich“) und aufmunternde Worte von Awerd Riemenschneider, der nun seit zehn Jahren Schulleiter der Verbundgrundschule ist, hörten sie.

„Ihr gehört zu uns, wir gehören zu euch, alle zusammen schaffen wir das,“ lautete eine seiner Botschaften an die Anwesenden. Riemenschneider packte auch noch einmal die Geschichte vom Ernst des Lebens aus. Da geht es um eine Schülerin, die sich immer schon gefragt hatte, wer denn dieser von den Erwachsenen viel zitierte Ernst des Lebens eigentlich ist und dann feststellt, als er nach der Einschulung neben ihr sitzt, dass er ja ganz nett ist und ihn spontan zum Spielen einlädt.

Wohlwollend war der Applaus zu dieser kleinen, liebevoll vorgetragenen Geschichte, die Riemenschneider mit kleinen Varianten schon häufiger bei Einschulungen zum Besten gegeben hatte. Dann wurden die Schüler aufgerufen und marschierten im Gänsemarsch hinter ihren Klassenlehrerinnen zur ersten Unterrichtsstunde.

Zuvor mussten sie auf dem Schulhof durch ein Spalier der großen Schüler gehen und wurden so willkommen geheißen. Einen Eindruck hatten die Kinder schon bei Schnupperstunden im Vorfeld der Einschulung gewinnen können. Derweil gab es im Kaisergartensaal noch wichtige Infos für die Eltern. Wer wollte, konnte sich auch einen Snack gönnen, den die Eltern der Zweitklässer hergerichtet hatten.

Die Klasse 1a wird von Annika Stegemann übernommen, Milena Wüllner übernimmt die 2. Klasse, Jennifer Krause ist Klassenlehrerin der 1c und Christin Schucka heißt die Klassenlehrerin der 1d. Insgesamt gibt es 93 Erstklässler, einer war noch am Donnerstagvormittag dazu gekommen. Riemenschneider betonte: Die Schule habe „genug Personal, um die Aufgaben abbilden“ zu können.

Von den Eltern und Familien der neuen Schüler gab es positives Feedback: So war es für Familie Klar, die Sohn Nils einschulte, durchaus ein aufregender Tag. Tania Teixeira fand die Veranstaltung „ganz gut“. Sie hatte gleich zweimal Grund zur Freude: Eine Tochter wurde eingeschult und die andere war zuvor bei der Aufführung der Zweitklässler auf der Bühne.

In der kleinen Dorfschule Altenaffeln, organisatorisch eine Dependance der Burgschule, konnten die Lehrerinnen 26 Kinder begrüßen. Die hatten zunächst die Messe besucht, bevor sie dann von den großen Schulkindern mit einem mehrsprachigen Lied begrüßt wurden.

Im Bürgersaal neben der Schule gaben die Zweitklässler zudem noch eine kleine Vorführung zum Thema Lesen. Auch ein beschwingtes Lied gab es, Schulleiter Awerd Riemenschneider begleitete es persönlich mit der Gitarre und hielt eine kleine Begrüßungsrede. Dann ging es für die neuen flott in ihre Klasse. Im Bürgerhaus hatten die Eltern der Zweitklässler zuvor ein Büfett mit allerlei gespendeten Leckereien hergerichtet, an dem sich die zurückbleibenden Eltern bedienen konnten.

Traditionell ging es indes an der Waldorfschule bei der Einschulung zu. Hier beschreiten die neuen Schüler symbolisch die Schule durch ein Blumentor. Zuvor gab es Aufführungen von den Zweitklässlern und es gibt als Willkommensgruß für jedes Kind eine Sonnenblume, die ihnen von ihrem Paten aus der 7. Klasse überreicht wird. Die Paten sind für die neuen Waldorfschüler dann Ansprechpartner bei etwaigen Problemen.

Cora Kelly, einst selbst Waldorfschülerin, übernimmt als Klassenlehrerin die Schüler bis zur 8. Klasse. Ein gutes Drittel der Erstklässler kommt inzwischen aus Neuenrade, alle anderen aus einem größeren Umkreis. Sogar aus Attendorn reisen Schüler an. Wer sein Kind auf die Waldorfschule schicken möchte, muss es auf eine Warteliste setzen lassen. Diesmal konnten nur 27 von 74 Kindern als Erstklässler angenommen werden.

Corona war an diesem Einschulungstag nur insoweit Thema, als dass sich an den Schulen viele freuten, endlich wieder eine unbeschwerte Einschulungsfeier haben zu können.

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