Freiwillige Feuerwehr muss noch mehr leisten

NEUENRADE ▪ Es ist ein fein abgestimmtes Notfallsystem in Neuenrade. Und Basis des Rettungsdienstes sind die Freiwilligen Feuerwehrleute, die als First Responder Leben erhalten und Zeit überbrücken, bis denn ärztliche Hilfe eintrifft.

Wohl auch im Vorgriff auf die Schließung des Balver Krankenhauses und auch, um die freiwilligen First-Responder-Kräfte in Neuenrade zu entlasten und zu stärken, wurden jetzt weitere Freiwillige der Feuerwehr als First-Responder-Kräfte ausgebildet. First-Responder bedeutet, dass speziell ausgebildete Feuerwehrleute an der Einsatzstelle Leben erhalten, bis der Notarzt eintrifft.

Seinerzeit wurde das System mit Heinz-Jürgen Böhmer, dem Kreis und der Verwaltungsspitze ins Leben gerufen. Genau ein Dutzend Feuerwehrleute waren es seinerzeit. Jetzt wird das System eben verstärkt.

Es ist ein harter Job im Dienste der Gesellschaft, den hier die Freiwilligen erfüllen. Stadtbrandinspektor Karsten Runte verweist hier auf die Belastung, der die Freiwilligen neben ihrer regulären Arbeit ausgesetzt sind. Mehrfache Alarmierung in der Nacht, der fehlende Schlaf, Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. Runte verweist dabei nicht ohne Stolz auf die Zeiten dieser Truppe. Einige würden es schaffen, beim First Responder in drei Minuten einsatzbereit an der Wache zu sein. Eine enorme Leistung, die sich der Nicht-Feuerwehrmann bewusst machen müsse. Und das bei der Belastung durch die allgemeine Einsatzsituation. Runte: „Wir haben jetzt schon 50 Einsätze gefahren“. Auf Nachfrage, wie sich ein mögliches Szenario entwickeln könnte, wenn das Balver Krankenhaus nicht mehr ist, so lautet Runtes Spekulation, dass sich dann auf jeden Fall die Abrufzeiten verlängern würden. So sei der Rettungswagen natürlich flott vor Ort, doch die Transportzeiten zu den Krankenhäusern würden sich natürlich verlängern. „Die Zeit, bis wir einen Patienten abliefern, wird sich rapide erhöhen“. Dann müsse man eben „ein Rettungsmittel“ von außerhalb anfordern. So komme es denn wohl zu einer Art Domino-Effekt im Fall der Fälle und die Zahl der First-Responder-Einsätze würden eben steigen. Es sei eben ein ganz andere Sache mit dem Rettungsdienst in einem Flächenkreis, als im dicht besiedelten Ruhrgebiet.

Runte hofft, dass nach einer möglichen Schließung des Balver Krankenhauses dort vielleicht eine Art krankenhausähnliches Notfallzentrum etabliert werden könnte, vielleicht mit der Möglichkeit zum Röntgen. ▪ Peter von der Beck

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