Förderverein fehlen Spendengelder

Freifunk: Aus in Neuenrade vorerst abgewendet

Freifunk gibt es in Neuenrade unter anderem im Rathaus.
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Freifunk gibt es in Neuenrade unter anderem im Rathaus.

Fließt nicht bald Geld, fließen demnächst keine Daten mehr. Mit diesem Signal hat sich der Freifunk Förderverein SiWi-Mark an die Öffentlichkeit gewandt.

Er finanziert den Freifunk MK in Neuenrade, Halver und vielen anderen Kommunen des Märkischen Kreises. Dabei stößt der Verein zurzeit an Grenzen. Immer größere Datenmengen werden verbraucht, immer teurere Technik benötigt. Gleichzeitig bleiben Spenden aus, auf die der Verein angewiesen ist.

Die Stadt Neuenrade hat auf den Aufruf umgehend reagiert. „Wir haben sofort 300 Euro gespendet“, berichtet Sebastian Schneider, IT-Fachmann der Stadt Neuenrade. Er habe Rücksprache mit dem Förderverein gehalten. Die Kosten, die für das Stadtgebiet Neuenrade im laufenden Kalenderjahr anfallen, könnten mit dieser Summe gedeckt werden, habe Schneider erfahren. Bezahlt werden müssen vom Förderverein zum Beispiel die Betriebskosten für einen Server, durch den die einzelnen Router erst eine Verbindung zum Internet haben.

Eigenes Datenvolumen wird nicht belastet

In vielen Städten und Gemeinden im Märkischen Kreis ist es für Bürger selbstverständlich, vom Smartphone oder Tablet aus, Zugriff auf das Internet zu haben, ohne dabei das eigene Datenvolumen belasten zu müssen. Wer zum Beispiel im Wartebereich des Neuenrader Rathauses sitzt oder sich in bestimmten Bereichen an der Ersten Straßen aufhält, hat dort in der Regel einen Gratis-Zugang ins World Wide Web.

Freifunk: So wird das kostenlose Internet aufgebaut

Freifunk ist ein von Bürgern für Bürger betriebenes, öffentliches W-Lan-Netzwerk. Ziel ist es, eine möglichst hohe Flächendeckung zu erreichen und damit jedem überall und kostenlos den Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Ganz egal ob im Café, beim Einkaufen oder Zuhause: Durch Freifunk soll eine Verbindung zum World Wide Web mit dem Handy, Tablet oder Computer gewährleistet werden, ganz ohne ständige Kosten. Diese fallen zum Beispiel für Handyverträge an, in denen Datenvolumen fürs Surfen enthalten ist.

Über die Stadt verteilt bauen Freiwillige geeignete Router auf, die sich untereinander Vernetzen. Nutzer können dieses Netzwerk dann verwenden und darüber eine Verbindung zum Internet herstellen. Jeder kann mitmachen.

Doch dieser Zugang kostet am Ende trotzdem Geld, und das muss komplett auf Spendenbasis aufgebracht werden. Aus technischer Sicht geht es darum, „die Server-Infrastruktur aufrechtzuerhalten“, erklärt Linn Rohr, der zu den Freifunk-Betreibern gehört. Und das wird teurer, unter anderem wegen der ständig steigenden Datenmengen. Gleichzeitig beteiligen sich an den Kosten zu wenig derjenigen, die die Router aufstellen und letzten Endes von dem Angebot profitieren, berichtet Rohr. Im Märkischen Kreis würde der Verein in erster Linie aus drei Kommunen Spendengelder erhalten. Davon würden auch die Kosten der anderen Städte gedeckt. Dies ist einerseits nicht richtig, meint Linn Rohr. Gravierender ist aber das Problem, dass die Spenden nicht mehr reichen. „Die Technik und der Betrieb werden teurer. Die Finanzierung ist nicht gesichert“, unterstreicht Rohr. Auf bis zu 2000 Euro beziffert er die entstehenden Kosten pro Stadt und pro Jahr.

Neuenrade spendet 300 Euro

Aus diesem Grund hat der Vorstand die Nutzer aus den Bereichen angeschrieben, aus denen keine Zuwendungen zu verzeichnen waren. Das gilt eben auch für Neuenrade. Sebastian Schneider räumt ein: „Die Spende war überfällig. Freifunk ist eine gute Sache. Durch die 300 Euro haben wir vorerst verhindert, dass das Netz abgeschaltet wird.“ In Zukunft wolle die Stadt einen vorsichtigen Neustart mit dem Verein vornehmen. Zuletzt hatte es Probleme mit der Netzgeschwindigkeit gegeben, weswegen zum Beispiel im Freibad das eigene Netzwerk „Neuenrade verbindet“ aufgebaut wurde.

„Aus einigen Bereichen des Märkischen Kreises konnten wir über Jahre noch keine Geldeingänge feststellen“, heißt es in der E-Mail, die an alle Router-Betreiber ging, die im Freifunk-Netz unterwegs sind. „In Absprache mit den Administratoren im Kreis haben wir als Vorstand des Fördervereins deshalb beschließen müssen, Mitte Mai die Bereiche Neuenrade/Halver und einige kleinere Bereiche vom Netz zu nehmen, sollte es keine finanzielle Unterstützung dafür geben.“ Dies ist in Neuenrade nun vorerst abgewendet.

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