Sprache als Schlüssel zur Welt

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Sandra Horny begrüßte die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft in der Neuenrader Stadtbücherei. ▪

NEUENRADE ▪ „Bildung und Bücher haben nicht nur das B gemeinsam, sondern viel mehr“, findet die Neuenrader Integrationsbeauftragte Sandra Horny. Am Montagabend besuchte die Freie Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „FWG im Dialog“ das in die Stadtbücherei eingegliederte Zelius (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache).

„Zu Beginn des vierten Quartals 2012 gilt unsere Aufmerksamkeit der Integrationsarbeit in Neuenrade“, sagte Beisitzer Peter Stein. Deshalb wollten die FWG-Mitglieder an diesem Abend die Arbeit der Integrationslotsen aus erster Hand und praxisnah kennenlernen. „Für uns ist es interessant, nach einem halben Jahr die ersten Erfahrungsberichte von Frau Horny in ihrer neuen Wirkungsstätte zu hören“, so Stein.

Nach einer kurzen Besichtigung des Zelius standen die Erfahrungsberichte der Integrationslotsen auf dem Programm. Im Anschluss hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren.

„Der Bedarf ist riesig“, berichtet Integrationslotse Anton Schlotmann. Und es seien wahrlich nicht immer positive Fälle, die sie zu betreuen hätten, oft sei es ein schwieriger Prozess. „Es sind viele Integrationswillige da“, sagte Schlotmann. Das größte Problem sei die Sprache. Deshalb sorgten die Integrationslotsen vor allem für eine Begleitung bei Amtsgängen, Wohnungsangelegenheiten oder Telefonaten.

Schlotmann selbst spricht Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Die Integrationslotsen können Hilfe in einem Dutzend Sprachen anbieten, darunter sind auch die drei afrikanischen Sprachen Kisuaheli, Massai und Samburu (Malindi Ossenberg-Engels). Für türkischsprachige Familien sind Fatih Yilmaz, Mehmet Arslan und Yakup Demirci zuständig. Das Team vervollständigen Elisabeth Kynast (Polnisch, Tschechisch, Russisch) und Uwe Ossenberg-Engels (Englisch, Kisuaheli). Im Gespräch wird deutlich, wie mannigfaltig die Aufgaben der Lotsen sind: Sie vermitteln und begleiten, beraten, unterstützen und belehren; sie stehen in allen Lebenslagen zur Seite.

Die Bildungsarbeit, das betont auch Sandra Horny, sei sehr wichtig: „Sprache ist der Schlüssel zur Welt.“ Gemeinsam mit dem Büchereiteam habe sie Veränderungen vorgenommen und viele Angebote geschaffen, bei denen die Kinder und Jugendlichen sich wohl fühlen sollen. „Das ist fast überall gelungen“, ist ihr Fazit über die harte Arbeit der vergangenen Monate.

Das Zelius öffnete im ersten Quartal 2012 seine Pforten. Inzwischen sei der Zuspruch auch bei den Kindern und den schwerer zu erreichenden Jugendlichen sehr groß: „Langsam entsteht hier ein Treffpunkt.“ Eine kleine Überraschung hatte die FWG für Sandra Horny und ihr Team noch in petto: Sie überreichte einen Gutschein über zehn Stunden ehrenamtliche Arbeit im Zelius. ▪ Annette Kemper

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