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Möglicher Blackout: FWG stellt Notfall-Anträge

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Von: Peter von der Beck

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Sporthallen sollen schnell als beheizte Unterkünfte zur Verfügung stehen, wenn es zum Blackout oder zu anderen Notlagen kommt.
Sporthallen sollen schnell als beheizte Unterkünfte zur Verfügung stehen, wenn es zum Blackout oder zu anderen Notlagen kommt. © Robert Michael

Angesichts der unsicheren Zeiten hat sich die Freie Wählergemeinschaft Gedanken zu einem Worst-Case-Szenario im Krisenfall für Neuenrade gemacht.

Neuenrade – Vier Anträge hat die FWG nach umfangreichen Recherchen und vielen Gesprächen schon für die nächste Hauptausschusssitzung am 28. September und die folgenden Ratssitzungen gestellt. Darin geht es um nötige Geräte und Werkzeuge, sowie um Notunterkünfte und die Information der Bevölkerung.

Kooperativer Dialog

In der Tat hatte sich die FWG schon vor der Corona-Pandemie mit dem Thema Krise befasst und ob die Stadt Neuenrade gerüstet ist. Die FWG bat um Einsicht in die Notfallpläne. „Daraus hat sich ein äußerst kooperativer Dialog zwischen der Stadtverwaltung, der Neuenrader Feuerwehr, vertreten durch Stadtbrandinspektor Karsten Runte, und der FWG entwickelt,“ heißt es in einer Mitteilung von Fraktionschef Bernhard Peters.

Zunächst Zurückhaltung

Der daraus resultierende Antrag sei dann auf Wunsch de Stadtverwaltung zurückgestellt worden, um „die Menschen nach Kriegsbeginn in der Ukraine nicht zu verunsichern oder gar zu ängstigen.“ Inzwischen sei Zurückhaltung obsolet, heißt es von der FWG, zumal bereits im SV und auch in anderen Medien eine Notfallplanung vor dem Hintergrund der Sanktionen thematisiert wurde.

Welche Notfallpläne für Neuenrade

Die FWG betont, dass der Schutz der Neuenrader Bevölkerung ein hohes Ziel sei, dem man sich mit großem Engagement widmen müsse. Da leisteten die Feuerwehr, die Hilfs- und Rettungsdienste, die Stadtwerke und die Verwaltung schon Großartiges. Gleichwohl stellte sich die FWG die Frage, welche Maßnahmen die Notfallpläne der Stadt auf kommunaler Ebenen nun bei außergewöhnlichen Ereignissen oder Katastrophen vorsehe.

„Netzausfallrisiko steigt deutlich“

Für die FWG gehe es dabei vor allem um „die Vorsorge zur Folgenabmilderung“ für die Neuenrader bei Naturkatastrophen und einem Blackout (totaler Stromausfall) über mehrere Tage oder Wochen. Dass es dazu komme, werde für die FWG angesichts des kompletten Umbaus der Energieversorgung hin zu alternativen, kleinen Stromproduzenten (Wind, Solar, Biomasse) wahrscheinlicher. Gerade die Steuerung der stets wetterbedingt schwankenden Stromeinspeisung erfordere eine Anpassung der deutschlandweiten Systeme. Das sei offensichtlich eine große Herausforderung für die Versorger, glaubt die FWG. Die verweist zudem noch auf den Wirtschaftskrieg mit Russland und die daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Energieversorgung. „Damit steigt auch das Netzausfallrisiko deutlich,“ schreibt die FWG in ihrer Erläuterung zu einem umfassenden, vierteiligen Antrag.

Kritik des Bundesrechnungshofes

Dass so ein Blackout durchaus im Rahmen des Möglichen liege – dieser Meinung sei auch der Bundesrechnungshof, welcher die Annahmen des Bundeswirtschaftsministeriums für zu „optimistisch“ und „unplausibel“ halte. So formuliert es das Gremium tatsächlich – allerdings in einer Pressemitteilung aus März 2021.

Düsteres Szenario bei Blackout

Ein Blackout könnte durchaus auch fatale Folgen haben. Alle stromgetriebenen Geräte fallen aus: Angefangen beim Internet-Router über den Kühlschrank bis hin zu medizinischen Geräten, Heizungssteuerung oder der Wasserversorgung. Die FWG verweist darauf, dass das Einkaufen massiv erschwert würde, weil Kassensysteme, Eingangstüren und Kühlsysteme ausfielen. Auch die städtische Verwaltung sei unter den jetzigen Bedingungen im Notfall weitgehend funktionsunfähig. „Der Neuenrader Krisenstab operiert aus dem Feuerwehrhaus heraus.“ Die FWG setzt noch einen drauf: „Plünderungen sind nach mehreren Tagen nicht auszuschließen,“ heißt es in den Erläuterungen zu dem umfassenden Antrag.

Alle Notfall-Spezialisten gut aufgestellt

Gleichwohl heißt es von der FWG, dass man positiv feststelle: Krankenhäuser, Feuerwehr, Polizei und Energieversorger seien für Notfälle gut aufgestellt. Die Betankung der Feuerwehrfahrzeuge sei sichergestellt. In ihren Anträge fordert die FWG nun: Die Verwaltung möge drei Satellitentelefone anschaffen (Feuerwehr, Bürgermeister, Ordnungsamt).

Notstromaggregate nötig

Außerdem möge die Verwaltung eine ausreichende Zahl von Notstromaggregaten anschaffen, um im Krisenfall die Wasserver- und entsorgung zu gewährleisten, die Feuerwehr möge sich um Wartung und Bereitstellung kümmern. Ein dritter Teilantrag betrifft die Hinweise für die Bevölkerung: Die Stadtverwaltung möge einen entsprechenden Flyer ausarbeiten, der sich mit Notvorräten, stromunabhängigen Kochern oder auch der Bedeutung von Sirenensignale befasst.

Notunterkünfte

Und laut ihrem vierten Antrag soll die Verwaltung sicherstellen, dass im Notfall beheizte und mit allem Nötigen versorgten Notunterkünfte vorhanden sind. Die Bereitstellung muss auch bei Strom- oder Gasausfall gewährleistet sein.

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