Kommunalwahl am 13. September

Freie Wähler unterstützen Bürgermeister-Kandidaten der FDP

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Das FWG-Führungsduo Bernhard Peters und Detlef Stägert lauscht der Vorstellungsrede von FDP-Bürgermeisterkandidat Jan Schäfer (von links).

Neuenrade – „Warum soll ich mit 64 Jahren als Bürgermeister kandidieren“, fragte Bernhard Peters, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) am Montagabend rhetorisch im Hotel Wilhelmshöhe, als er auf diese Möglichkeiten aus Reihen der FWG-Mitglieder angesprochen wurde.

Bei der Sitzung zur Kandidatenaufstellung der Wählergemeinschaft für die Kommunalwahl am 13. September stellte sich deshalb auch Jan Schäfer, Bürgermeisterkandidat der FDP, vor. 

Doch zunächst wählten die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft ihre Kandidaten für die 16 kommunalen Wahlkreise. Anschließend ließ Peters die auslaufende Legislaturperiode noch einmal Revue passieren. So sagte er im Hinblick auf das Medizinische Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN), dessen Standort an der Zweiten Straße in der Praxis von Landarzt Michael Beringhoff die CDU als „Keimzelle“ bezeichne: „Der Druck, den wir gemacht haben, war nützlich. Denn: Die geschaffene Zelle keimt jetzt schneller.“ Peters spielte damit darauf an, dass auch die Mehrheitsfraktion der Christdemokraten nun einen neuen, barrierefreien Standort suche. Peters schloss seine Ausführungen mit dem Fazit: „Auch als Oppositionspartei kann man viele Ideen einbringen, die häufig zwar sehr langsam, aber schließlich dennoch umgesetzt werden.“ 

Macht die Opposition gemeinsame Sache?

Gast Jan Schäfer kündigte der FWG-Vorsitzende Detlef Stägert mit folgenden Worten an: „Wir wollen ihn heute einmal kennenlernen, um abzuklären, ob wir ihn unterstützen können.“ Schäfer hatte sich zuvor im Rahmen der FDP-Aufstellungsversammlung die Unterstützung aller Neuenrader Oppositionsparteien für die Kommunalwahl gewünscht. 

Doch diese wird es nach Informationen von Peters und Stägert wohl so nicht geben. „Die Grünen wollen für fast alle Wahlkreise Kandidaten aufstellen und keinen Bürgermeister-Kandidaten einer anderen Partei unterstützen“, sagte Stägert. Peters erklärte: „Es gibt Signale aus der SPD, dass die einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl aufstellen werden.“ Bislang ist Schäfer offiziell neben Amtsinhaber Antonius Wiesemann (CDU) der einzige Kandidat. 

Immer wieder Applaus

„Ein Kompromiss ist in der Regel die beste Lösung. Doch der scheint in Neuenrade nicht gewollt zu sein“, sagte der 29-jährige Polizeikommissar Schäfer im Rahmen seiner Vorstellungsrede. Er konkretisierte: „Parteiengerangel ist letztendlich ja nichts anderes als Demokratie und somit Ausdruck von Diskussionskultur.“ Nachdem die FWG-Mitglieder während der Rede des gebürtigen Mendeners immer wieder applaudiert hatten, sagte Vorsitzender Stägert: „Sich als Oppositionsparteien hinter einem Kandidaten zu versammeln, hat aus meiner Sicht einen gewissen Charme.“ Fraktionsvorsitzender Peters ergänzte: „Es wäre gut, einen jungen Menschen zu unterstützen, der hier in Neuenrade seine Zukunft sieht.“ 

Bei einer folgenden Probeabstimmung sprachen sich bei einer Gegenstimme alle Anwesenden für die Unterstützung des liberalen Bürgermeisterkandidaten Jan Schäfer aus. Eine endgültige Entscheidung soll aber erst bei der Mitgliederversammlung der FWG fallen. Diese soll etwa in vier Wochen stattfinden.

Die Wahlkreiskandidaten der FWG: Listenplatz 1, Bernhard Peters, Wahlkreis 020; Listenplatz 2, Detlef Stägert, Wahlkreis 160; Listenplatz 3, Winfried Jaeger, Kreis 140; Listenplatz 4, Malik Neuhaus, Kreis 080; Listenplatz 5, Heinz Friedriszik, Kreis 090; Listenplatz 6, Ruth Echterhage, Kreis 030; Listenplatz 7, Dirk Broeske, Kreis 130; Listenplatz 8, Stefanie Downar, Kreis 040; Listenplatz 9, Stefan Thalheim, Kreis 120; Listenplatz 10, Resi Tolle, Kreis 050; Listenplatz 11, Bernd Buntenbach, Kreis 060; Listenplatz 12, Renate Buntenbach, Kreis 100; Kai Friedriszik, Kreis 010, Huckepack-Kandidat von Stefanie Downar; Peter Heymann, Kreis 070, Huckepack-Kandidat von Dirk Broeske; Andreas Becker, Kreis 110, ohne Absicherung über die Liste; Andreas Wrobel, Kreis 150, ohne Absicherung über die Liste.

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