CDU, SPD, FWG, FDP und Grüne in Neuenrade

Fragen an die Parteien: Wie steht es um die Entwicklung der Ortsteile?

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Die Motte in Küntrop.

Neuenrade - Die Neuenrader Ortsteile sind bei vielen Menschen vor allem als Wohn-Areale beliebt. Zudem machen die Dörfer einen erheblichen Anteil an der Bevölkerung der Hönnestadt aus.

Daher lautet die heutige SV-Frage an die am 13. September bei der Kommunalwahl in Neuenrade für den Stadtrat antretenden Parteien: Küntrop (hier auf dem Foto links mit der Turmhügelburg Motte), Blintrop, Altenaffeln, Affeln: Besteht Handlungsbedarf für die Entwicklung der Ortsteile? Wenn ja, in welcher Form?

CDU: Viel getan, aber viel auch noch zu tun

Knapp 27 Prozent der Neuenrader wohnen in den vier Dörfern. Zwei Blicke sind wichtig: Der eine zurück auf das Erreichte, der andere nach vorne auf das, was zu tun ist. Küntrop: Die Motte und der Vorplatz sind eine Einheit geworden. Fleißige Ehrenamtler haben mit städtischer Unterstützung viel bewegt. Ihnen gilt unser Dank. Der Kauf des Sportplatz-Geländes schafft Planungssicherheit. Gedanken über einen Veranstaltungsraum fokussieren wir weiter. Der Weg zum Friedhof und der Gevener Weg sorgen für Kopfzerbrechen, hier arbeitet insbesondere die Stadtverwaltung an politischen Lösungen in Absprache mit Ludger Stracke und Brigitte Reinken-Stork, die sich stark einsetzen. Blintrop: Die fast vollendete Renovierung der alten Schule bündelt das gesunde Miteinander an einem zentralen Ort – ein bedeutender Meilenstein. Jochen Sasse tritt wieder als Ortsvorsteher-Kandidat an. Affeln: Wichtige Themen aus der Haushaltsplanberatung im Januar sind die Erneuerung des Ortskerns und des Sportplatzes, beide stehen kurz vor der Umsetzung. Das Neubaugebiet Auf dem Felde II sorgt für weiteren Wohnraum und eine stabile Entwicklung Affelns. Stefan Kemper ist ein waschechter Affelner und kandidiert als Ortsvorsteher. Altenaffeln: Die Erneuerung des Generationenplatzes prägt das Dorfbild, unser Ortsvorsteher-Kandidat Frank Voß hält bereits Ausschau nach weiteren Fördertöpfen. Ein Kernthema für alle Dörfer in Zukunft: Weiterer Ausbau des Breitbandes. Fazit für unsere Dörfer: Viel getan, viel zu tun.

SPD: gemeinsam nach Antworten suchen

Dorf-Entwicklung ist wichtig. Die Bewahrung des Erreichten darf dabei aber keinen Schaden nehmen. Die Neuenrader Ortsteile zeigen, was möglich ist, wenn eine Dorfgemeinschaft Einsatz zeigt und vor Ort viel Eigenverantwortung übernommen wird. In Küntrop, Affeln, Altenaffeln und Blintrop macht das eine Menge möglich: gepflegte Schützenhallen und Feuerwehrhäuser, Vereinsheime und Gemeinschaftsräume. Unerlässliche Einrichtungen für das funktionierende Dorfleben. Kommunalpolitik muss darauf achten, dass funktionierendes Dorfleben nicht über Gebühr Veränderungen ausgesetzt wird. Beispiel Affeln: Dort ist ein weiteres Wohngebiet aktuell nicht erstrebenswert. Viel wichtiger ist es, funktionierende Größenordnungen zu bewahren, auf die die Kita im Ort und die Grundschule in Altenaffeln ausgerichtet sind. Die vordringliche Aufgabe ist es, die tatsächlichen Verbesserungsnotwendigkeiten anzugehen. Gerade auch in den Dörfern wird die Bevölkerung immer älter. Wie künftig die alltägliche Versorgung funktionieren soll, und wie alte Menschen mobil bleiben, sind Fragen, die beantwortet werden müssen. Wir sollten gemeinsam nach Antworten suchen. Die SPD schlägt vor, dass Rat und städtische Ausschüsse regelmäßig auch in den Dörfern tagen. Zudem halten wir Bürgertreffs für sinnvoll. Dann können die Menschen in den Dörfern mit der gesamten Kommunalpolitik über gut Funktionierendes und Problemlagen sprechen. Die Vergangenheit zeigt, die brauchbarsten Lösungsansätze für die Dörfer kommen aus den Dörfern.

FWG: Jüngere mit Bauflächen in den Dörfern halten

Es lässt sich gut leben in Küntrop, Blintrop, Altenaffeln und Affeln. Damit das so bleibt ist es notwendig, die Infrastruktur und den dörflichen Zusammenhalt zu stärken. Die Lebenserwartung der Bürger steigt. Das ist großartig! Um eine Überalterung der Orte zu vermeiden, braucht es mehr junge Menschen zum Erhalt der Nahversorgung durch Geschäfte und Dienstleiter. Auch der Kindergarten und die Schule sollen bleiben. Nur mit neuen, frei bebaubaren Flächen ist es allerdings möglich unsere Kinder und deren Familien in den Dörfern zu halten. Die ärztliche Versorgung ist wichtig. Eine Sprechstunde des Medizinischen Versorgungszentrums, ein- oder zweimal pro Woche vor Ort halten wir für sinnvoll. Die Versorgung der Älteren mit den Dingen des täglichen Bedarfes ist sicher zu stellen. Hierzu können wir uns die Förderung eines Gemeinschaftshauses mit integriertem Dorfladen vorstellen, in dem man sich trifft, einkauft und bei einem Kaffee zusammensitzt. Gerade Treffpunkte, die den Zusammenhalt in allen Altersgruppen stärken sind wichtig und förderungswürdig. Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen sichere Fahrrad- und Fußwege, damit sie die Schule, andere Ortsteile und Freunde jederzeit besuchen können. Elektrofahrräder und Elektroroller werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine Ladestruktur an den Zielorten ist einzurichten. Durch individuelle Mobilität gewinnen Kinder und Jugendliche mehr Freiheiten. Auch die Eltern, die dann nicht immer den „Fahrdienst“ machen müssen, profitieren davon.

FDP: Bessere Vernetzung mit Radwegen

Bedauerlicherweise gibt es auf den Dörfern immer weniger Möglichkeiten, die Dinge des täglichen Bedarfs zu erledigen. Da wäre aktuell die Schließung des Dorfladens in Affeln zu nennen. Dieses ist ein Verlust, welcher spürbar das Leben der Menschen im Dorf beeinträchtigen wird. Die Neuenrader und die dazugehörigen Bewohner der Ortsteile sollten darauf achten, dass deren Kaufkraft noch in den verbliebenen Geschäften in Neuenrade und den Dörfern eingesetzt wird und nicht in andere Städte abwandert. Dies würde dann noch zu weiteren Schließungen im Einzelhandel führen. Bei Gesprächen mit Küntropern hört man, dass Küntrop als Ortsteil im Vergleich zu den anderen Dörfern „stiefmütterlich“ behandelt wird. Während in den anderen Ortsteilen beispielsweise die Dorfplätze attraktiver gemacht werden, sei in Küntrop in den vergangenen Jahren wenig zum Thema Verschönerung passiert. Eine gute Idee wäre beispielsweise, Küntrop mit dem Radweg am Küntroper Bahnhof zu verbinden. Grundsätzlich wäre es wünschenswert, Neuenrade und deren Ortsteile mit Radwegen zu vernetzen. Der Trend geht immer mehr vom Auto zum Fahrrad, gerade die E-Bikes sind da lobend zu erwähnen. Sogar Firmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ein Elektrofahrrad zu leasen, da dies der Gesundheit förderlich ist. Deshalb werden wir als FDP uns auch für den Ausbau des Radwegenetzes für Neuenrade mit seinen Dörfern einsetzen. Der Anschluss der Radwege an die umliegenden Ortschaften wie Balve und Werdohl muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Bündnis 90/Die Grünen: Wohnortnahe Versorgung sicherstellen

Die Zukunft aller Ortsteile ist gleichberechtigt neben der Neuenrades. Wohnortnahe Versorgung ist sicherzustellen: Dazu gehören ein fußläufig erreichbares ärztliches Angebot, Einkaufsmöglichkeiten, Treffpunkte. Kulturangebote, Info- und Beratungsangebote, die es bereits früher in den Ortsteilen gab (Feuerwehrhaus Küntrop, Pfarrheim Affeln), sind zu fördern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Einrichtungen dorfübergreifend genutzt werden können. Kommunale Angebote, die in der Vergangenheit funktionierten, wie der Büchereibus in modernisierter Version als mobiles Bürgerbüro mit der Möglichkeit vor Ort Anträge und Passverlängerungen anzubieten, sollten aufleben. Die Verkehrstechnische und digitale Infrastruktur in den Dörfern gilt es nachvollziehbar weiterzuentwickeln. Weitere Ziele: Zukunftsfähigkeit von Alf-Bussen (Anruf-Linien-Fahrten) weiter ausbauen, Nachteulenbusse fordern. Zudem Öffentliche Verbindungen in Richtung HSK etablieren. Zwischen den Orten sollten im Rahmen eines Fuß- und Radverkehrskonzepts sichere Verbindungen geschaffen werden. Gemeinsam mit Einwohnern, Gewerbetreibenden, Landwirten, Unternehmen, Vereinen und Gemeinden sollen in Zukunftswerkstätten Weiterentwicklungsnotwendigkeiten erkannt, Ziele und Maßnahmen verabredet werden. Wir setzen uns für eine behutsame Entwicklung des Wohnangebotes ein, sowie für Bürgerbeteiligung, die über das gesetzliche Verfahren hinaus geht. Anerkennungskultur für ehrenamtliches Engagement in Ortsteilen wollen wir weiter fördern.

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