CDU, SPD, FWG, FDP und Grüne in Neuenrade

Fragen an die Parteien: Was muss in Sachen Schulen, Kitas und Familienförderung passieren?

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Neuenrade - Die junge Generation in Neuenrade zu halten, ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Ein entscheidender Faktor ist hierbei neben einer guten Ausstattung der Schulen die Kita-Situation.

Auch die Angebote der Familienförderung sowie die Möglichkeiten, seine Freizeit in der Hönnestadt kurzweilig zu gestalten, spielen eine Rolle. Deshalb sollten die zur Ratswahl antretenden Parteien heute zu folgender Frage zum Stichwort Familienförderung Stellung beziehen: Schule, Kitas, Freizeit, wie ist der Stand und gibt es hier etwas zu tun?

CDU: Vorschläge im Dialog erarbeiten

Für die Schulen wurde viel getan. Der Medienentwicklungsplan wird das digitale Zeitalter in der Hönnequell-Schule an der Niederheide und in der Burggrundschule in Neuenrade und Altenaffeln weiter vorantreiben. Klassenräume, Tafeln und Lerninhalte werden digitalisiert, mobile Endgeräte sind nur ein kleiner Teil dieses großen Projektes. In Zukunft muss auch über infrastrukturelle Erweiterungen gesprochen werden. Die Waldorfschule ist eine Bereicherung für unsere Schullandschaft und die Kooperationswilligkeit hat Früchte getragen, sie ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehen wir drei Punkte: 1. Der Offene Ganztag wird sukzessive erweitert. Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung wird sich zukünftig noch mehr Bedarf ergeben. 2. Das Jugendzentrum wurde personell neu aufgestellt und das Angebot erweitert, das Gebäude ist frisch renoviert worden und zieht viele junge Hönnestädter zur Niederheide. 3. Der Bedarf an Kita-Plätzen ist aufgrund der erfreulichen Geburtenentwicklung gestiegen, hier wird weiter ausgebaut. Neben den privaten Trägern hier in Neuenrade, werden unsere Kitas in städtischer Trägerschaft weiterentwickelt, um sie zukunftsfähig zu halten. Zusätzlich darf die Gruppe der Teenager und jungen Erwachsenen nicht vergessen werden. Hier sind neue Ideen und Konzepte notwendig. Im direkten Dialog mit den betroffenen jungen Menschen wollen wir Vorschläge erarbeiten. Das wird ein wichtiges Zukunftsthema für die kommende Legislaturperiode.

SPD: Kita-Angebot wird nicht allen gerecht

Will Neuenrade attraktiv für seine Bürgerinnen und Bürger bleiben und andere motivieren, hier heimisch zu werden, dann gibt es einiges zu tun. Wir müssen uns in die Lage versetzen, offensiv mit einem guten Kita-Angebot junge Familien zu überzeugen. Aktuell können wir das noch nicht. Unser Kita-Angebot wird nicht wirklich allen gerecht, die in Neuenrade wohnen und arbeiten wollen. Wer aufgrund seines Arbeitsplatzes, zum Beispiel im Schichtdienst, früh morgens Kinderbetreuungszeiten benötigt, sucht sie hier vergebens. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die am Abend Kinderbetreuung benötigen, weil sie im Einzelhandel oder in der Gastronomie arbeiten, werden nicht fündig. Mindestens eine Kita in Neuenrade muss so ausgestattet werden, dass sie solch ein Angebot machen kann. Verlässliche Betreuung brauchen Familien auch, wenn ihre Kinder in die Schule gehen. Mit unserem Hinweis, dass das Ganztagsangebot in den Neuenrader Schulen bedarfsgerecht weiterentwickelt werden muss, sind wir lange auf taube Ohren gestoßen, ebenso bei der Forderung auf ein verlässliches Betreuungsangebot in Ferienzeiten. Kinderbetreuung ist ein Schlüsselthema für die Attraktivität einer Kommune. Für Familien ist eine Stadt auch dann attraktiv, wenn es ein umfangreiches Freizeitangebot gibt. Das muss gut zu finden sein. So etwas ist heutzutage vor allem eine Online-Aufgabe. Hier würden wir gerne intensiver mit Nachbarstädten kooperieren, um den hohen Freizeitwert unserer Region gemeinsam sichtbarer zu machen.

FWG: Hallenbad durch ein attraktives neues ersetzen

Der FWG liegen die Familien sehr am Herzen. Schulisch sind wir mit den Kitas, der Grundschule, der Waldorfschule und der Hönnequell-Schule gut aufgestellt. Für Familien, in denen beide Elternteile arbeiten gehen und bei Alleinerziehenden, fehlt eine durchgehende Betreuung der Kinder. Oft werden Kinder mit unzureichenden Sprachkenntnissen eingeschult und können deswegen dem Unterricht nicht gut folgen. In den Kitas ist mehr Gewicht auf die Sprachförderung zu legen, um den Kindern gleiche Chancen zum Schulstart zu ermöglichen. Kitas und die Schulen brauchen verstärkt einen Erziehungsauftrag. Nur gute Sprachkenntnisse und eine gute Erziehung ermöglichen eine gute Zukunft für unsere Kinder. Kleinere Klassen und mehr Sozialpädagogen sind nötig. Unsere Kinder und Jugendlichen im ländlichen Raum brauchen mehr Mobilität. Ein sicheres Fahrradnetz in Neuenrade, sowie zwischen den Ortsteilen ist dringend erforderlich. Das hilft und entlastet die Eltern, die dann nicht mehr so oft den „Fahrdienst“ machen müssen. Unsere Vereine bieten ein breites Freizeitangebot, aber die jungen Menschen benötigen auch Treffpunkte zum Klönen. Das können unser Jugendzentrum und unsere Bibliothek allein nicht schaffen. Hier bedarf es mehr. Das Freibad wird gut angenommen. Warum also nicht das alte Hallenbad durch ein attraktives neues, mit angeschlossenem Café ersetzen? Platz dafür ist vorhanden. Sprüche wie „Die Kinder sind unsere Zukunft“ helfen nicht. Die Freie Wählergemeinschaft findet, viele Ideen sind es Wert zügig umgesetzt zu werden.

FDP: Förderung der Vereine ist noch ausbaufähig

Die Neuenrader Schullandschaft ist unter anderem durch die Gründung der Hönnequell-Schule gut aufgestellt. Es wurde viel investiert, um die Schule auf starke und zukunftsträchtige Fundamente zu stellen. Die Grundschulen sowie auch die freie Waldorfschule bieten mit ihren vielfältigen Betreuungsmöglichkeiten eine Schullandschaft, welche sich gut im Vergleich mit anderen Kommunen messen lassen kann. Diese positive Entwicklung unterstützen wir als FDP ausdrücklich. Lobend anzumerken ist, dass eine Sozialarbeiterin durch private Investoren finanziert wird, welche sich um die Belange der Kinder zusätzlich kümmert. Hier sollte allerdings eine langfristige Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gesucht werden, da dies nicht nur von privaten Investoren abhängig sein darf. Durch den Neubau der Kita am Wald wurden die Kitaplätze erheblich erweitert. Diese neuen Plätze begrüßt die FDP ausdrücklich. Leider ist die Förderung der einzelnen Vereine, auch auf den Dörfern noch ausbaufähig. Gute Vorschläge, wie zum Beispiel die Planung eines neuen Hallenbades, werden im Keim erstickt anstatt zumindest den Neubau mit den aktuellen Betriebs- und Instandhaltungskosten gegenüber zu stellen. Es wäre ja auch möglich, mit einer Nachbarkommune wie zum Beispiel Balve, gemeinschaftlich ein Hallenbad an der Niederheide zu betreiben und sich die Kosten zu teilen. Durch eine Nutzung beider Kommunen wäre sicherlich für eine entsprechende Auslastung gesorgt. Ein neues Hallenbad wäre eine erhebliche Steigerung der Attraktivität in Neuenrade.

Bündnis 90/Die Grünen: Mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Für ein grüneres und attraktiveres Neuenrade sind in der Familienförderung Richtungsänderungen und verstärktes Engagement nötig. Stichwort Familienförderung: Familie ist da, wo Kinder sind. Wir wollen für Neuenrade: Mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Umwelt, zum Beispiel ein Kinder- und Jugendparlament, dazu die Fortsetzung des Jugendnetzwerks. Ebenfalls benötigen wir Verkehrskonzepte für die Mobilität und Sicherheit von Kindern und Jugendlichen. Für Familien mit kleinen Kindern muss Wohnungspolitik betrieben werden. Kinderbetreuungsangebote und Schulen, die für digitales Lernen ausgestattet sind und in denen digitales Lernen kompetent ermöglicht wird, sind erforderlich. Ebenfalls ein bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuungsangebote: kurze Beine, kurze Wege! Kulturförderung mit Angeboten insbesondere für Familien mit kleineren Kindern ist wünschenswert. Familie ist aber auch da, wo alte und pflegebedürftige Menschen leben. Wir wollen für Neuenrade: Mehr Beteiligung von Senioren und Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf bei der bei der Gestaltung ihrer Umwelt. Die Einrichtung eines Senioren- und Behindertenbeirats ist zu prüfen. Verkehrskonzepte für die Mobilität und Sicherheit von Senioren und Menschen mit Pflege-und Unterstützungsbedarf sind zu entwickeln. Wohnungspolitik für Senioren und Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sollte die von Beratungsangeboten zur Wohnraumanpassung und eine Wohnungstauschbörse berücksichtigen.

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