Viele Worte des Dankes

Forstrevierleiter geht in Ruhestand: Franz-Josef Stein verabschiedet

Franz-Josef Stein bekam von Jörn Hevendehl (rechts) zum Abschied eine Ehrenurkunde überreicht. Von einigen langjährigen Partnern bei der Stadtverwaltung und der Forstbetriebsgemeinschaft wurde ihm großer Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen.
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Franz-Josef Stein bekam von Jörn Hevendehl (rechts) zum Abschied eine Ehrenurkunde überreicht. Von einigen langjährigen Partnern bei der Stadtverwaltung und der Forstbetriebsgemeinschaft wurde ihm großer Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen.

Forstrevierleiter Franz-Josef Stein ist am Montag aus seinem Amt in den Ruhestand verabschiedet worden. Stein habe in seiner Laufbahn viel bewegt, nicht nur für die städtischen Wälder.

Neuenrade – „Wir verabschieden heute einen besonderen Beamten. Das war Herr Stein und das ist er.“ Mit diesen Worten eröffnete Jörn Hevendehl, Leiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland am Montag die Verabschiedung von Neuenrades Revierförster Franz-Josef Stein. Unter Corona-Bedingungen fand der Termin im großen Sitzungssaal des Rathauses statt.

Neben Hevendehl und dem Pensionär waren unter anderem auch Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU), Stadt-Kämmerer Gerhard Schumacher und Eckhard Roß, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Altena-Neuenrade anwesend, um Stein einige Worte mit auf den Weg zu geben.

In ihren Reden blickten die Vertreter der Stadt und der Forstverwaltung auf die gemeinsame Zeit mit Stein zurück. Gerhard Schumacher lobte die Zusammenarbeit, die über mehr als 30 Jahre immer gut gewesen sei. „Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich kann mich an keine Situation erinnern, in der wir uns ernsthaft gestritten hätten“, sagte Schumacher. Auch Stein konnte sich nicht an Konflikte erinnern. Man habe sich immer auf die Interessen des Gegenübers eingestellt und eine Lösung angestrebt, die für beide Seiten zufriedenstellend war, so Schumacher.

Stein hinterlasse Spuren in Neuenrade – nicht nur im Wald

„Die Zusammenarbeit mit Franz Stein hätte besser nicht sein können“, unterstrich auch Bürgermeister Antonius Wiesemann. Er sprach dabei nicht nur von der Bewirtschaftung der Stadtwälder, sondern auch von Projekten wie dem Walderlebnispfad oder dem Babywald auf dem Kohlberg. „Stein war als Berater in vielen Arbeitsgruppen und hat auf diese Weise viele Dinge mit auf den Weg gebracht“, so Wiesemann. „Er war immer mit dabei und hat uns wertvolle Tipps und Ratschläge gegeben. Durch seine Arbeit hat er ein Stück Neuenrade mitgestaltet und Spuren hinterlassen.“

Franz-Josef Stein: Auch in kritischen Situationen ein ruhiges Gemüt

In den 30 Jahren habe man mit Stein zudem jemanden gehabt, der auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrte. „Ich denke zum Beispiel an die sehr gute logistische Planung und die Aufarbeitung der Schäden nach Kyrill“, so Gerhard Schumacher. Eine Eigenschaft, die auch Revierförster Frank Bossong, der die Nachfolge von Stein antritt, hervor hob: „Dich hat immer ausgezeichnet, dass du in Krisensituationen nicht in Aktionismus oder Panik verfallen bist, sondern die Dinge sachlich analysiert und eine Lösung gefunden hast.“

Der Vorsitzende der FBG Altena-Neuenrade, Eckard Roß, sagte: „Bei kritischen Dingen hat Franz angerufen, und gesagt er hätte da eine Sache, die man bei einer Flasche Bier besprechen müsste. Wir haben dann immer alkoholfreies Bier gewählt“, so Roß, der den offenen Austausch und das gemeinsame Erarbeiten einer Lösung sehr geschätzt habe. „Wir hatten auch nie große Missverständnisse.“ Franz-Josef Stein habe sich in seiner Zeit als Revierförster zudem intensiv mit den Zuschussrichtlinien befasst. „Ich glaube, so viele Zuschüsse wie die FBG Altena Neuenrade hat kaum einer im Märkischen Kreis erhalten“, lobte Roß und sprach dafür seinen Dank aus.

Auch Stein dankt aus tiefstem Herzen

Stein selbst bedankte sich in seiner Rede ebenfalls für die gute Zusammenarbeit. „Dieser Dank ist für mich keine Pflichtübung, sondern eine Herzensangelegenheit“, so Stein, der seine Worte vor allem an die Waldbesitzer, die FBG-Vorstände und die Stadt Neuenrade richtete. „Von der Stadt habe ich viel Unterstützung bekommen.“ Die Forstbezirke hätten früher zum Beispiel kein eigenes Kartenmaterial gehabt, weshalb viele Revierförster zum Forstamt nach Lüdenscheid fahren mussten. Nicht aber Franz-Josef Stein, der in Neuenrade die Möglichkeit hatte, das Kartenmaterial des Rathauses einzusehen und sich dort zu informieren. „Mir wurde immer freundlich und höflich geholfen und nie mit einem langen Gesicht.“

Die Stadt und die FBG seien außerdem zuverlässige Partner gewesen, als es zum Beispiel darum ging nach Kyrill Hilfsgelder nach Neuenrade zu holen. Wo man sich mit Blick auf die Haftung in anderen Städten des Märkischen Kreises gescheut habe, die Zahlung zu beantragen, habe man sie in Neuenrade gleich zweimal angenommen, erzählte Stein. „Ich denke, dieses Beispiel verdeutlich, wie gut die Zusammenarbeit war und wie sehr wir uns aufeinander verlassen konnten. Es macht wirklich Spaß mit solchen Menschen Dinge zu bewegen und anzupacken.“ Das wünschte Stein auch seinem Nachfolger Frank Bossong: „Wenn er dieselben Erfahrungen macht wie ich, dann hat er noch eine schöne Dienstzeit vor sich.“

Ehrenurkunde für lange Dienstzeit und viele Verdienste

Forstamtsleiter Jörn Hevendehl überreichte Stein zum Ende seiner Dienstzeit eine Ehrenurkunde. „Herr Stein hat das Forstamt geprägt und die Forstverwaltung in exzellenter Weise verkörpert“, so Hevendehl, der auch auf den Werdegang des Försters zurückblickte. Stein hatte ursprünglich Werkzeugmacher gelernt bevor er sich umorientierte, studierte und im November 1985 als Forstinspektor-Anwärter auf Probe in das Beamtenverhältnis eingeführt wurde. Bis April 1987 war er im Innendienst tätig, bevor er als Revierleiter in Altena eingesetzt wurde. 1995 wurde er schließlich Revierleiter in Neuenrade, wo er bis zu seiner Verabschiedung am Montag tätig war. In den gemeinsamen zwei Jahren habe Hevendehl Stein immer als verlässlichen und kompetenten Kollegen geschätzt.

Nachfolge bereits geregelt

In seine Fußstapfen tritt nun Frank Bossong, der bislang in Affeln als Revierleiter aktiv war. Bossong wiederum wird abgelöst von seiner neuen Kollegin Ronja Martens. Martens ist die erste weibliche Revierleiterin in der 70-jährigen Geschichte des Regionalforstamtes.

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