Fast volles Haus in Küntrop

"Sauerlandkino": Flugplatz im MK wird zum Lichtspieltheater

Marcus Dunker und sein Sohn Tobias verbrachten vor der großen Leinwand einen „Männerabend“ mit Nachos und Cola.
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Marcus Dunker und sein Sohn Tobias verbrachten vor der großen Leinwand einen „Männerabend“ mit Nachos und Cola.

Neuenrade - „Hier haben wir einfach mehr Privatsphäre während des Films“, begründet Silas Mühlenfeld, warum er am Freitag dem Autokino in Neuenrade gegenüber einem herkömmlichen Lichtspieltheater dem Vorzug gab. Und dann fallen ihm noch weitere Gründe ein: „Ich kann ungestört mit meiner Freundin im Auto reden. Und ich kann sogar rauchen.“

Tobias Dunker sieht das ähnlich. Der 13-Jährige jubelt: „Hier drinnen im Wagen stört uns keiner beim Film. Kein zu großer sitzt vor mir und keiner macht neben mir Krach mit seinem Popcorn.“ Der Sohn des Neuenraders Marcus Dunker war ganz aufgeregt. Schließlich war es seine Premiere in einem Autokino. Sein Vater war nicht minder begeistert. „Das Projekt ist sensationell. Ich finde das einfach cool hier.“

Sein Filius brachte die Stimmung der beiden auf den Punkt: „Und Spiderman geht sowieso immer.“ Papa Dunker führte aus: „Die Mama von Tobias ist allerdings nicht so Superhelden-affin.“ Also wurde kurzerhand aus dem Freitag- ein Männerabend in der Familie Dunker.

Silas Mühlenfeld indes ist das Thema Autokino nicht gänzlich neu. Doch der Altenaffelner sagte: „Das nächste vernünftige ist ja erst in Wuppertal. Da ist schon toll, wenn mal eins direkt vor der Tür angeboten wird.“ Sein Fazit: „Das ist echt eine geile Aktion hier.“

Gerne gehört haben werden dies die Veranstalter. „Wir haben hier dieselbe Anzahl an Auto-Stellplätzen wie bei der Premiere im Reitstadion in Wocklum“, erklärt Hans-Peter Drilling, der das Projekt gemeinsam mit Robin Vorsmann im Namen der SG Balve/Garbeck leitet. „Platz haben wir hier für 35 Autos“, teilte er am Freitagabend mit. Angemeldet hatten sich 29 Teilnehmer für den Film „Spiderman – Far From Home“. 

„Ein Unterschied ist aber die Stromversorgung“, vergleicht Drilling. „Im Reitstadion konnten wir über eine Starkstromleitung verfügen. Hier gibt es nichts.“ Gelöst wurde das Problem mit einem Dieselgenerator, der auf dem Flugplatz des LSV Sauerland stand.

Der Luftsportverein ist an diesen beiden Wochenenden auch der Kooperationspartner des SG Balve/Garbeck. Die Kinobesucher nutzen so auch die Toiletten im Vereinsheim der Segelflieger. „An jedem Vorführtag“, rechnete Drilling vor, „sind hier acht bis zwölf Helfer aus beiden Vereinen vor Ort, um die Veranstaltung durchzuführen.“ Diese schauen sich dann die gezeigten Filme teilweise auch noch mit an.

Doch ob nun Helfer oder nur Zuschauer – Eintritt zahlt niemand. Finanziert werden soll das Projekt „Sauerlandkino“ unter anderem über eine Crowdfunding-Aktion, die noch rund 30 Tage läuft. Drilling verrät: „Allerdings sind dort bisher nur 6000 der anvisierten 15.000 Euro zusammengekommen.“ Das Leader-geförderte „Sauerlandkino“ ist auf drei Jahre angelegt und wurde bereits im Frühjahr vorigen Jahres angestoßen – hat also nichts mit dem Coronavirus zu tun. Allerdings war es usprünglich als Freiluftkino geplant, zum Autokino wurde es dann durch die Pandemie. Ab 7. August gibt es die Fortsetzung der Aktion – dann als Open-Air-Kino (ohne Autos) und wieder in Balve, konkret auf dem Sportplatz Am Krumpaul.

Am kommenden Wochenende stehen zunächst aber noch weitere Filmabende in Küntrop auf dem Plan: Am Donnerstag, 30. Juli, läuft „Die Goldfische“ mit Jella Haase und Axel Stein. Am Freitag, 31. Juli, folgt der Monty-Python-Klassiker „Das Leben des Brian“. Letzter Vorführtag auf dem Flugplatz ist Samstag, 1. August. Dann wird mit „Escape Room“ ein Horrorstreifen gezeigt.

Beginn ist jeweils um 21.30 Uhr. Einlass ist eine halbe Stunde zuvor. Kostenfreie Eintrittskarten gibt es unter www.sauerlandkino.de. Wer beim Crowdfunding 20 Euro spendet, erhält eine VIP-Karte für zwei Personen.

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