Flüchtlingsquote in Neuenrade fast ausgeschöpft

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In diesem Gebäude hat nie ein Flüchtling gewohnt.

Neuenrade - Zur Flüchtlingssituation in Neuenrade präsentierte Bürgermeister Antonius Wiesemann die aktuellen Zahlen: Demnach ist die Quote, die sich unter anderem an der Einwohnerzahl orientiert, mit 96 Prozent fast ausgeschöpft.

Aktuell befinden sich jetzt 77 Flüchtlinge in Neuenrade, 61 davon sind im laufenden Verfahren, 16 werden geduldet. „Wahrscheinlich gibt es in diesem Jahr auch keine Zuweisungen mehr“, sagte der Bürgermeister. Platz sei vorhanden, zudem funktioniere das ehrenamtliche Engagement in Sachen Flüchtlinge nach wie vor. 

Verwaltungsmitarbeiter Kurt Maurer, Bereich Soziales, sagte, dass die Situation derzeit entspannt sei. „Momentan haben wir hauptsächlich Familien, alleinstehende Männer gibt es kaum“. Zudem würden die auch nach der Anerkennung als Asylant meist Neuenrade verlassen. Die Einrichtungen seien nicht überfüllt, die Lage überschaubar und es gebe kaum Konflikte. 

Hausmeister ist ein guter Ansprechpartner

Als ausgesprochen hilfreich habe sich dabei der Hausmeister erwiesen. „Für die Flüchtlinge ist er Ansprechpartner bei Problemen und er kümmert sich. Das funktioniert sehr gut.“ Auch viele organisatorische Probleme wie ein fehlendes Konto, was in der Hochphase der Flüchtlingszeit vorgekommen sei, hätten sich inzwischen erledigt. Die Post werde zudem zentral ans Rathaus zugestellt, wo zugleich auch Verständnisprobleme geklärt würden. 

Maurer betonte allerdings, dass sich das Flüchtlingsaufkommen jederzeit ändern könne. In der Tat: So hat es in der Vergangenheit Zuweisungen ohne viel Vorlauf gegeben. Dafür ist die Stadt gerüstet. Platz jedenfalls gibt es genug: So gibt es Kapazitäten in der Einrichtung am Brunnenbach, wo es zuweilen, wenn zu viele Menschen auf einem Haufen lebten, durchaus mal Ärger geben konnte. Dort ist es derzeit entspannt, wie ein Nachbar berichtet. 

Mietverträge werden nicht verlängert

Weiter wusste Maurer, dass das Haus an der Eichendorfstraße nicht voll besetzt sei, gänzlich leer steht das angemietete Domizil in Affeln und der Gasthof Schweitzer sei ebenfalls nicht voll belegt. Und das Gebäude im Küntroper Industriegebiet stehe auch leer, sagte Maurer. Die Konsequenz: Die Mietverträge für Affeln und für das Gebäude im Industriegebiet laufen zum Jahresende aus und werden nicht verlängert, bestätigte Bauamtsleiter Marcus Henninger. Das Industriegebäude war umgebaut worden, dort hat nie ein Flüchtling gewohnt. 

Die Flüchtlinge stammen überwiegend aus Syrien. Weitere Flüchtlinge kommen aus dem Irak aus Bangladesch, Pakistan, sowie aus Ghana und Nigeria.

Von Peter von der Beck

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