Strikter Sparkurs

Eigentümer baut Gasthof im MK für Flüchtlinge um - jetzt folgt die Kündigung

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Der ehemalige Gasthof Schweitzer während der Sanierung. Die Stadt trennt sich von der Flüchtlingsunterkunft.

Neuenrade – Die Stadt hat den Mietvertrag für den ehemaligen Gasthof Schweitzer, der zuletzt als Flüchtlingsunterkunft diente, zum Ende des Jahres gekündigt.

Das bestätigte Gerhard Schumacher, Kämmerer und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. 

Damit hat die Verwaltung ihren Bestand an Unterkünften nun um drei Objekte reduziert: die ehemalige Unterkunft in Affeln, das Verwaltungsgebäude eines Industriebetriebes (in dem nie ein Flüchtling gewohnt hat) und um den ehemaligen Gasthof-Schweitzer, den das Unternehmer-Ehepaar Echterhage auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise gekauft, mit viel Aufwand saniert und umgebaut hatte. Auch organisatorisch und menschlich hatte man sich um die Flüchtlinge gekümmert, um die Stadt zu entlasten. 

Haus an Zufahrt zur Niederheide wird abgerissen

Derzeit hat die Verwaltung noch ein Gebäude der Woge an der Bachstraße gemietet und im Besitz der Stadt befindet sich noch ein Mehrfamilienhaus an der Eichendorff-Straße, sowie ein Haus an der Zufahrt zur Niederheide, das allerdings im Zuge der geplanten Bebauung mit Aldi und Mehrfamilienhaus weichen wird

Die Neuenrade-Quote von 100 Prozent entspricht gut 80 Flüchtlingen. Derzeit ist die Quote nicht voll ausgeschöpft. Zumindest gibt es laut Schumacher noch freie Kapazitäten an der Eichendorff-Straße. Dass sich die Stadt von den Objekten trennt, hat finanzielle Gründe, wie Schumacher bestätigt. „Wir müssen unsere Ressourcen runterschrauben.“ So gelte es eben auch in diesem Bereich die Kosten zu reduzieren und sich kleiner zu setzen. „Was sollen wir machen? Das Vorhalten derartiger Ressourcen ist kostenintensiv.“ 

Neuer Flüchtlingsschub würde Probleme machen

Was denn passiere, wenn es wieder größere Zuweisungen gebe, beantwortete Schumacher kurz und knapp: „Wenn es zu einem Flüchtlingsschub wie 2015 kommt, wird das ein Problem“, sagte Schumacher. 

Die Stadt hat wegen Corona unter massiven Steuerausfällen zu leiden. Insbesondere bei der Gewerbesteuer gibt es drastische Ausfälle. Derzeit verzeichne die Stadt gerade einmal „50 Prozent der zu erwartendenden Einnahmen“, sagte Schumacher. Die Situation werde sich wohl nicht verbessern.

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