Gefahr auch in der Hönnestadt groß

Feuerwehr aus Neuenrade hilft bei Waldbrand-Einsatz

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Mit zuständig für die Wasserversorgung waren die Kräfte der Feuerwehren aus Balve und Neuenrade beim Waldbrandeinsatz in Wenden am Dienstag.

Neuenrade/Balve – Mitten in der Nacht zu Dienstag ging der Alarm los und auch Neuenrader Feuerwehrleute mussten sich auf den Weg nach Wenden im Kreis Olpe machen, wo ein gewaltiger Waldbrand auf einer Fläche von rund 30 000 Quadratmetern loderte.

Dass die Neuenrader auch auswärts unterwegs sind, hat damit zu tun, dass die Wehr der Hönnestadt, genauso wie die Balver Wehr Teil einer Bereitschaft des Regierungsbezirkes Arnsberg ist, die bei Großereignissen mit herangezogen wird. Wie Stadtbrandinspektor Karsten Runte am Dienstag auf Anfrage der Redaktion erläuterte, machte sich die Truppe mit Fahrzeugen aus Affeln und Küntrop und 16 Wehrkräften plus Runte sowie Teilen der Balver Feuerwehr (Löschzug Garbeck mit Tanklöschfahrzeug, Löschgruppe Langenholthausen) zunächst auf nach Hohenlimburg, wo sich weitere Feuerwehren, unter anderem aus Altena, sammelten, um gemeinsam „in einem großen Verband von 30 Fahrzeugen ins rund 60 Kilometer entfernte Wenden zu fahren“. 

In Wenden gab es laut Runte einen Bereitschaftsraum, wo die einzelnen Feuerwehren Kräfte ablösten und Einzelaufträge abarbeiten mussten. Runte: „Wir haben Flächen nachgelöscht. Risiken gibt es dabei durch den Wind, der schnell das Feuer anfacht.“ 

Zuständig für die Wasserversorgung

Die Balver und Neuenrader Wehrleute wurden auch in die Wasserförderung eingebunden, die Wasserversorgung vor Ort wurde per Pendelverkehr gesichert. Wie der Feuerwehrsprecher aus Balve, Kai Gaberle erläuterte, seien die Balver zudem gegen 8.15 Uhr in das Waldbrandgebiet gefahren, um die „Kameraden vor Ort“ abzulösen. Nach einem anstrengenden Einsatz konnte am Dienstagmittag verkündet werden, dass der Brand unter Kontrolle sei. Abschlussbesprechung war um 13 Uhr. Anschließend ging es zurück nach Neuenrade und Balve. 

Die Waldbrandgefahr sei auch im Raum Neuenrade derzeit gewaltig, bestätigte Feuerwehrchef Karsten Runte. Für einen möglichen Ernstfall sei die heimische Wehr jedoch gut gerüstet. Entscheidend für die Vorbereitung auf mögliche Brände sei, dass man sich „gut auskenne“, erläuterte Runte. Eine gute Erkundung sei wichtig. Denn im Einsatzfall müssten schnell Fragen geklärt werden wie: „Wo kann ich welche Fahrzeuge einsetzen, wie groß ist das Ereignis und wo bekomme ich Löschwasser her?“ Das sei nicht immer einfach. 

Viele mögliche Ursachen

Bei einem Brand auf einem Berg habe man beispielsweise nicht unbedingt gleich ein fließendes Gewässer in der Nähe. Der Wind spiele auch eine Rolle, denn der schiebe das Feuer unter Umständen vor sich her. Und gerade jetzt herrsche Ostwind. 

Die Palette der möglichen Brandursachen sei sehr groß, wenn man sie denn überhaupt finde. Das reiche von der Glasscherbe über die Kippe bis hin zum Moped oder Auto, das über trockenem Gras geparkt werde. Entscheidend sei auch, dass der Waldbrand schnell entdeckt werde, damit frühzeitig reagiert werden könne. 

Förster Stein: "Der gesamte Wald ist gefährdet"

Böden und Vegetation sind ausgetrocknet, zur akuten Waldbrandgefahr komme noch das durch Borkenkäferschäden trockene Holz, wie der heimische Revierförster Franz-Josef Stein erläuterte. „Der gesamte Wald ist gefährdet,“ betonte Stein. Das Rauchverbot, das ohnehin vom 1. März bis 31. Oktober im Wald gelte, müsse unbedingt beachtet werden. Auch die aus dem fahrenden Auto weggeschnippte Kippe könne katastrophale Folgen haben, denn viele Straßen würden ja durch Wälder führen. 

Auch er wies auf die Vielfältigkeit der Brandursachen hin. Selbst Brandstiftung gehöre dazu. So kann sich Stein noch gut daran erinnern, dass vor gut 20 Jahren in Neuenrade ein Brandstifter sein Unwesen getrieben und in der trockenen Zeit im Wald nachgeholfen habe. Dem sei man aber auf die Spur gekommen. „Der Brandstifter ist durch intensive und gescheite Polizeiarbeit ausfindig gemacht worden.“ Unabhängig von solchen Einzelfällen sei „die Vernunft der Leute“ ganz entscheidend, sagte Stein. 

Feuerwehr gibt Verhaltenstipps

Aktuell nimmt die Waldbrandgefahr täglich zu, wie die Feuerwehr Balve schreibt: „Auch scheinbar nicht so trockene Gras- und Weidefläche sind derzeit sehr trocken und auch hier kann es unvermittelt zu Flächenbränden kommen.“ Sie verweist noch einmal auf die Verbote von offenem Feuer in oder in der Nähe von Wäldern. 

Der Einsatz von Fahrzeugen und Maschinen sollte in Wäldern ebenfalls vermieden werden, Fahrzeuge sollten nicht über entflammbarem Untergrund geparkt werden (Parkverboten beachten, extrem heiße Katalysatoren) und auch Glasabfälle sollten wegen den Brennglaseffekts nicht in der Natur zurückgelassen werden. „Die Menschen sollen wachsam sein und ihr Tun hinterfragen“, hofft die Balver Wehr so Großeinsätze wie in Wenden in der heimischen Region verhindern zu können. 

Nicht selbst in Gefahr bringen

Wer einen Waldbrand bemerkt, sollte schnell via Notruf 112 die Feuerwehr informieren. Entstehungsbrände könne man durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung hindern – und wenn es nur durch Austreten, Abdecken mit Sand oder Erde, Löschen mit Wasser oder Feuerlöschern geschehe. Aber: „Machen Sie dies allerdings nur, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen“, rät die Feuerwehr. 

Wer sich vor einem Feuer in Sicherheit bringen muss, sollte dies gegen die Windrichtung tun. Und: „Der Schutz von Menschen geht vor dem Schutz von Sachwerten. Man möge daher nicht zögern, sich und andere in Sicherheit zu bringen, um Wertgegenstände zu bewahren“, zitiert die Feuerwehr hier aus Veröffentlichungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

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