Umbau und Erweiterung Feuerwehrgerätehaus

Umkleideräume und Sanitäranlagen für Feuerwehrfrauen

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Das Feuerwehrgerätehaus in Neuenrade soll nach neuen Standards umgebaut werden.

Neuenrade – Das Neuenrader Feuerwehrgerätehaus soll umgebaut und erweitert werden. Rund 185000 Euro würde das insgesamt den Steuerzahler kosten.

Das durch die Corona-Krise arg gebeutelte Stadtsäckel würde dabei mit 92500 Euro belastet, die andere Hälfte käme dabei aus Landesmitteln. Die Erweiterung würde die Situation der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner erheblich verbessern. 

Das geht aus Plänen der Stadtverwaltung in Abstimmung mit der Feuerwehr hervor. Insbesondere der Personalbereich mit Umkleideraum sowie Wasch- und Duschbereich mit WC-Anlage ist bislang so gestaltet, dass eine Trennung nach Geschlechtern nicht stattfinden könne. Zudem stoße der Umkleidebereich mit 49 aktiven Feuerwehrmännern – und Frauen im Löschzug Stadtmitte auch räumlich an seine Grenzen. „Er entspricht weiterhin nicht der aktuellen Fassung nach DIN 14092.“ Zusätzliche Spinde für die Jugendfeuerwehr könnten nicht gestellt werden und "eine schwarz/weiß"-Trennung sei mit den alten Spinden ebenfalls nicht möglich, heißt es im Feuerwehrjargon in dem Schriftsatz. 

Größere Spinde

schwarz/weiß bedeutet in diesem Fall, dass saubere Privat-Kleidung separat von der im Einsatz kontaminierten/verrußten Dienstkleidung untergebracht werden kann. Derartige Spinde sind doppelt so breit. Das Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Stadtmitte an der Bahnhofstraße liegt durch seine zentrale Lage im Stadtgebiet – am Kreisel – „einsatztaktisch sehr günstig“. Sowohl Einsätze in der Kernstadt als auch Unterstützungseinsätze in Küntrop seien von hier in kurzer Anfahrtszeit durchführbar. Durch die direkte Anbindung an die B229 als Ausfallstraße Richtung Osten seien die Ortsteile Affeln, Altenaffeln und Blintrop mit den Sondereinsatzfahrzeugen schnell erreichbar.“ Auch das Industriegebiet ist quasi nur eine Steinwurf von der Feuerwache entfernt. 

Auf aktuellen Standard bringen

Ziel der Umbaumaßnahme ist schlicht, die Feuerwache aktuellen Standards anzupassen. Da kommt auch der Logistik eine entsprechende Rolle zu. Alles, was zu einer Verzögerung oder Störung des Einsatzablaufes durch zu kleine Spinde oder beengte Räume hervorgerufen wird, solle daher eliminiert werden. Getrennte Sanitäranlagen oder Umkleideräume sollten Mindeststandard sein. Das alles vor dem Hintergrund, dass „die Attraktivität des aktiven Dienstes bei der Neuenrader Feuerwehr erhalten und gesteigert werden sollte, um auch die Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu garantieren“, heißt es in der Vorlage. Getrennte Umkleiden sollten also das Mindeste sein. Ein gutes Dutzend Feuerwehrfrauen sind nach Angaben von Stadtbrandinspektor Karsten Runte im gesamten Stadtgebiet aktiv, acht Frauen in der Innenstadt. Auch aus der Jugendfeuerwehr stießen immer mehr junge Frauen aus der Jugendfeuerwehr zum regulären Feuerwehrdienst, hieß es vom stellvertretenden Stadtbrandinspektor Heinz-Jürgen Böhmer. Und Runte bestätigt: „Die Tendenz ist steigend.“ 

"Damals wurde nicht mit Frauen geplant"

Die Ausstattung-Standards des Neuenrader Feuerwehrgerätehauses stammten aus dem Baujahr 1983 (Erweiterung 2009). „Damals wurde noch nicht mit Frauen in der Feuerwehr geplant,“ sagte Runte. Nun soll den Mitgliedern des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses das Ansinnen, die Feuerwache Stadtmitte zu erweitern und umzubauen, präsentiert. Die Ausschussmitglieder sollen zustimmen – vorbehaltlich der Gewährung der Fördermittel. Die Verwaltung soll beauftragt werden, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

VON PETER VON DER BECK

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