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Feuer in Industriegebiet: Brennende PV-Anlagen eher die Ausnahme

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Von: Peter von der Beck

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Alles richtig gemacht: Mit Löschschaum deckte die Neuenrader Feuerwehr am Wochenende die brennenden Solarmodule in Küntrop ab.
Alles richtig gemacht: Mit Löschschaum deckte die Neuenrader Feuerwehr am Wochenende die brennenden Solarmodule in Küntrop ab. © Feuerwehr Neuenrade

Wenn der Bauer nicht flott reagiert und die Feuerwehr angerufen hätte, dann wär sicherlich mehr passiert. So konnte der Brand der sechs Fotovoltaikmodule auf dem Firmendach in Küntrop schnell unterbunden werden.

Neuenrade – Schaum als Löschmittel und gleichzeitig als Abdeckung für die Solarzellen, um den Stromfluss zu unterbinden, löschte den Brand. Brennende Solarmodule – das hat auch der erfahrene Leiter der Neuenrader Feuerwehr, Karsten Runte, nicht alle Tage: „Da haben wir es eher, dass die Dächer unter den Paneelen brennen.“

Ansonsten müsse man im Fall der Fälle „dafür sorgen, dass man die Solarplatten eben dunkel bekommt“. Die Brandursache, so erläuterte der vom Solarpaneelenbrand betroffene Firmeninhaber Ralf Ossenberg-Engels, sei wohl – landläufig gesprochen – eine Art Kurzschluss gewesen.

Bei einer der Platten sei eine Zelle beschädigt gewesen und die entstehende Hitze sei auf die Leiterplatte übertragen worden. Relativ glimpflich verlief ansonsten das Geschehen: Produktionsausfälle im Betrieb hatte Ossenberg-Engels gottlob nicht zu verzeichnen.

Klaus Filter, Chef von Elektro Filter in Neuenrade, sagte zur Brandgefahr, dass die nicht anders sei als bei anderen Geräten auch. Ein Solarpanel „sei ein elektrisches Gerät und weise eben auch die damit verbundenen Gefahren“ auf. Ein Fernseher sei vom Grundsatz her nichts anderes. Aber von der Material-Beschaffenheit her weise ein Panel eben ein geringes Risiko auf. Dennoch sollten ausschließlich Fachkräfte diese Geräte montieren.

Filter sieht das Problem eher bei der Abdeckung des Hauses durch die Platten. Da sei es im Brandfall sicher nicht einfach darunter zu löschen. Filter betonte zudem, dass die Feuerwehr im Falle des Brandes „alles richtig gemacht“ habe: Die Anlage abgeschaltet und die Module mit Schaum abgedeckt. So habe die Wehr die Stromschlaggefahr abgewendet. Das geschehe bei Bränden ohnehin. Da seien die Feuerwehrleute geschult.

Klaus Filter ist jedenfalls in Sachen Fotovoltaik-Anlagen erfahren. „Tausende Platten“ hat er mit seinem Unternehmen schon montiert. Problematisch ist da aktuell nur die Verfügbarkeit des Materials. Solarpaneele sind aktuell kaum zu bekommen.

In einer Ausgabe des Feuerwehrmagazins aus Januar 21 schreibt Autor Jan-Erik Hegemann, dass Fotovoltaik-Anlagen oder Solarmodule als sehr sicher im Betrieb gelten. „Dass Anlagenteile selbst in Brand geraten, kommt eher selten vor.“ Aber: Materialfehler der Solarmodule können aber dazu führen, dass ein Lichtbogen die Glasplatte zerstöre und sich ein Brand unterhalb des Moduls auf das Dach ausbreite.

Ähnlich können sich Fehler der Gleichspannungsverkabelung auswirken. Lose Kabel, die im Laufe der Zeit durchscheuern, oder lockere Anschlussklemmen provozierten ebenfalls Lichtbögen und Hitzeentwicklung, die brandauslösend sein könnten.

Sylvia Oestreicher, Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes, hat zum Thema Brand von Fotovoltaikanlagen „kein statistisch belastbares Zahlenmaterial“, kann aus ihrer Erfahrung heraus allerdings sagen, dass die Anfragen zum Thema aktuell eher gering seien. Brennende E-Autos seien da häufiger im Fokus.

Sie erwähnt allerdings, dass die Anlagen bei Bränden zumindest für die Feuerwehrleute eine Gefahr darstellten. Vor allem, wenn die Stützkonstruktionen durch ein Feuer nicht mehr halten würden und die schweren Platten plötzlich vom Dach fallen würden.

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