Der Getrüdchen-Absage trotzen

Party in Zeiten des Virus

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Statt Gertrüdchen brach diese Fest-Geselllschaft am Samstag zu einer Planwagenfahrt auf. Der Besuch in Neuenrade war schon seit Monaten fest eingeplant, sodass es nun ein Alternativprogramm sein sollte.

Neuenrade - Auch wenn das Gertrüdchen in diesem Jahr aus den bekannten Gründen abgesagt und dies bei vielen Menschen positiv aufgenommen wurde – Motto: Schade, aber verständlich, denn wer will am Ende die Verantwortung übernehmen? – blieb es am Wochenende nicht überall ruhig und beschaulich.

Bereits gegen Mittag tanzten die Leute in der Ahorn-Klause zu Schlager-Grooves im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tischen. Auch Michael Brüll ist mit seinen Gästen an diesem Vormittag dort. Die Stimmung ist ausgelassen und auch der Gertrüdchen-Schal macht die Runde. Während einer Kreuzfahrt hatte Michael Brüll Freundschaften geschlossen und bereits vor Monaten ein Wiedersehens-Termin ausgemacht. Das Ferienhaus war gemietet und trotz der sich zuspitzenden Situation rund um das Corona-Virus wurde das Treffen nicht abgesagt. Doch anstatt das Gertrüdchen ausgiebig zu feiern, brach die Gruppe am vergangenen Samstag zu einer Planwagenfahrt auf. „Ich bin über die Absage zwar ein bisschen enttäuscht, aber die Freude lassen wir uns nicht nehmen“, so Brüll.

Selbst die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft haben ihr Gertrüdchen-Programm nicht komplett umgeworfen. „So ganz darauf verzichten wollten wir nicht“, so der FWG-Vorsitzende Detlef Stägert. Gemeint war der traditionelle Empfang, der am Samstag bereits zum fünften Mal im Knusperhäuschen stattfand – wenn auch in kleinerer Form. „Früher waren bei unseren Empfängen so viele Leute, dass kaum noch ein Platz frei war“, so Stägert.

In diesem Jahr gab es Würstchen und Salat, ein Corona-Bier und auch eine Flasche Buba-Bitter machte die Runde. Am Vormittag hatte der Baumarkt Arens & Hilgert zu einem Frühlingsfest eingeladen.

Während sich vor dem Markt das Kinderkarussell drehte, empfing mit Biene Emma das Maskottchen von Borussia Dortmund die großen und kleinen Fußballfans. Zudem hatte der Magier „Hocus Picus“ eine Zaubershow zu bieten, in welcher er unsichtbare Bälle einfing oder mit Hilfe des Publikums bunte Tücher verschwinden ließ. Immer wieder band er die Kinder und auch deren Eltern in das Programm ein. In einem Fall sollte der allseits bekannte Zauberspruch „Simsalabim“ nachgesprochen werden. Als der Zauberer dann aber zwei Scheiben Salami aus dem roten Zauberbeutel fischte, sagte er in Richtung des Publikums: „Das sollte nicht Salamibim heißen!“

Später ging es in die Gaststätte Zur Altstadt, um Party zu feiern.


Zurück zum Empfang der Freien Wählergemeinschaft: „Als wir entschieden haben, den Empfang in jedem Fall stattfinden zu lassen, gab es ja auch noch Bundesligaspiele mit Tausenden von Menschen“, erinnerte sich Stägert. Jetzt hätten sich die Prioritäten zwar komplett verschoben. „Doch obwohl wir auf der einen Seite die Tradition leben wollen, kochen wir auf Sparflamme.“

Gegen 22 Uhr löst sich die kleine Runde auf und wechselt die Lokalität. In der Gaststätte Zur Altstadt wurde am Wochenende nämlich auch gefeiert. Mit der Resonanz zeigte sich Heinz Friedriszik sehr zufrieden. Insgesamt seien beide Tage gut besucht und entspannt gewesen. Trotz des abgesagten Gertrüdchens wurde also an einigen Stellen in der Stadt getanzt und gefeiert; nur eben nicht in dem Maße wie in einem üblichen Jahr.

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