Faszinierende Szenerie und akrobatisches Theater

Akrobatische Action und ruhige Momente wechselten sich während des Jugendkirche-Programms ab. - Fotos: Jentzsch

Neuenrade - Die Szenerie erinnert an einen multimedialen Zirkus. Zwangläufig bleibt der erste Blick beim Gang in das Gotteshaus an der beeindruckenden Traversenkonstruktion hängen, für deren Aufbau die Kirchenbänke weichen mussten und die bis unter das Dach reicht. Seile und Zugvorrichtungen deuten auf eine Luftakrobatik-Show hin, bunte Lichteffekte und die Nebelmaschine sorgen für eine surreale Atmosphäre im Kirchenschiff.

Ein gewaltiger Aufwand, den das engagierte Team der mobilen Jugendkirche für die Veranstaltung am Freitagabend in der katholischen Kirche St. Mariä Heimsuchung in Neuenrade betrieben hat. Aber, keine Frage, ein Aufwand, der dem ganzen Projekt gerecht wurde. Denn: Das neue Programm „Alles.Liebe“, das das Team von „Über.dacht“ auf die Beine gestellt hat, sucht seinesgleichen und wird bei den vielen Besuchern wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Das Licht ist gedämpft. Manche Showteile sind nur schemenhaft zu erkennen, zeigen aber Wirkung. Das Ganze ist durchdacht, macht keine Pause, hält das Publikum bei Laune und den Pegel der Neugierde hoch. „Was kommt wohl als nächstes“, mag sich mancher Besucher gefragt haben, der am Freitag das multimediale Feuerwerk verfolgen durfte. Multimedial, weil „Alles.Liebe“ weit mehr war als nur ein akrobatisch inszeniertes Theaterstück, in dem es sich um die Beziehung zweier junger Menschen und ihrem Umfeld dreht. Multimedial, weil die Gäste außerdem Filme zu sehen bekamen, Briefumschläge mit Steinen unter ihren Stühlen aus gefalteten Kartonagen fanden, von einer Live-Band ordentlich beschallt wurden und mitmachen mussten. Passives in der Ecke hocken war tabu.

Um das Eis zu brechen, rief Moderatorin Sara anfangs zum Speeddating auf, animierte im Laufe des Abends unter anderem vier Zweierteam dazu, ein Gefühl auf ein Kletterseil zu übertragen. Eine Aktion, die Pater Matthias sprichtwörtlich aus den „Socken haute“. Der Hintergrund: „Über.dacht“ verpackte eine mutige Freiwillige in eine Klettermontur, ließ sie dann in die Höhe steigen. Die vier Paare hielten über Seile den Kontakt zu der Mutigen und mussten passend zum Storyinhalt ziehen, sobald sie ihr Gefühl im Text wiedererkannten. Pater Matthias bildete mit Claudia Kaluza ein Team, und die gab wirklich alles – so viel, dass der Pater von den Kräften schier überwältigt schien. Sehr zur Freude der Schaulustigen, die das Spektakel fasziniert verfolgten.

Am Ende eines abwechslungsreichen Entertainment-Programms kehrte wieder Stille ein, Kerzen wurden entzündet und Sara lud alle zur Aftershow-Party auf der Wiese vor der Kirche ein. „Über.dacht“ hatte auch draußen Aufwand betrieben, ein schützendes Zelt errichtet und somit auch nach der eigentlichen Kirchen-Show noch eine heimelige Atmosphäre für die Besucher sichergestellt.

Von Markus Jentzsch

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