Praxis ist bereits geschlossen

Fast 50 Jahre als Medizinisch-Technische Assistentin: Lydia Loske geht in Rente

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Seit 1981 war dies der Arbeitsplatz von Lydia Loske: die Rezeption in der Praxis von Dr. Hussein Saleh. Morgen wird Loske dort zum letzten Mal sitzen und Restarbeiten erledigen.

Neuenrade – Seit Ende vergangener Woche ist die Hausarztpraxis von Dr. Hussein Saleh an der Bahnhofstraße geschlossen. Zusammen mit dem Mediziner (76) geht aber noch weiteres bekanntes Gesicht in den Ruhestand. 

Die Medizinisch-Technische Assistentin (MTA) Lydia Loske kann auf sage und schreibe 49 Berufsjahre und drei Monate zurückblicken. 

Um die Praxisschließung und letzte Formalitäten zu erledigen ist sie auch momentan noch in „ihrer“ Praxis. Am Mittwoch, 30. September, wird dann aber auch Loske ihren endgültig letzten Arbeitstag haben. 

Außergewöhnlich viele Berufsjahre

Die gebürtige Bayerin blickt mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge auf ihre außergewöhnlich vielen Berufsjahre in Neuenrade zurück. Wenn sie rückblickend aus ihrem beruflichen Alltag erzählt, fügt sie augenzwinkernd hinzu, dass sie zum buchhalterischen Jahresende auch „zum Inventar der Praxis“ hätte gezählt werden können. Dabei war ihre berufliche Laufbahn als MTA („Früher wurden wir in dem Beruf als Sprechstundenhilfe bezeichnet“) keineswegs geplant. Beruflich sollte sie nach den Wünschen der Eltern eine Lehre als Industriekauffrau in der Firma Büsche in Neuenrade antreten. 

Der Berufswunsch änderte sich, als der ehemalige Neuenrader Arzt Dr. Günter von Scheven 1971 bei den Eltern von Lydia Loske vorsprach und die junge Neuenraderin als Auszubildende für seine Praxis gewinnen konnte. Damals hatte die von-Scheven-Praxis ihren Standort im heutigen Gebäude der Volksbank, später wurde sie ins einstige Postgebäude an der Bahnhofstraße verlegt. 

1981 ins Team von Dr. Saleh gekommen

Als Dr. von Scheven 1981 plötzlich verstarb, wechselte Lydia Loske in die Praxis von Hussein Saleh. Seit 39 Jahren arbeitet sie jetzt in dem Saleh-Team, hat bei den Patienten in den Räumen an der Bahnhofstraße gesundheitliche Höhen und Tiefen miterlebt. Den Alltag in der Praxis hat sie überwiegend als Herausforderung angesehen, im Tagesablauf war ihr der Umgang mit den Menschen wichtig. Rückblickend bezeichnet Lydia Loske diese berufliche Zeit kurz und zutreffend mit: „Es hat mir einfach viel Spaß gemacht.“ 

Wie sehr die Saleh-Patienten die Arbeit von ihr zu schätzen wissen, wird an der Tatsache deutlich, dass Lydia Loske zu ihrem Berufsende viele Blumensträuße bekommen hat. Mit einem herzhaften Lachen, aber auch mit berechtigtem Stolz kann sie darauf verweisen, dass sie derzeit im ehelichen Schlafzimmer ihrer Wohnung „so viele Blumen hat, dass ich mit meinem Mann einen Blumenladen aufmachen könnte“. 

Entscheidung nie bereut

Ihre fast 50-jährige Berufszeit hat Lydia Loske in lebhafter Erinnerung. Emotional hat sie die gesundheitlichen Schicksale der Menschen begleitet, im Einzelfall hat sie das Erlebte auch nachdenklich gemacht und mitfühlend gestimmt. „Aber ich würde diesen Beruf immer wieder machen“, lässt sie keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer damaligen Wahl nach dem Gespräch mit Dr. Günter von Scheven im elterlichen Haus aufkommen. Noch immer steht sie mit viel Überzeugung zu ihrem Beruf. 

So ganz nebenbei fügt sie aber auch hinzu, dass sie sich nach den mehr als 49 Arbeitsjahren jetzt „auch auf die Rente freut“.

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