Sieben Bands spielen in der Scheune

600 Fans beim Rumo: „Eine runde Sache“

Auf der Bühne in der Scheune ging die Post ab. - Foto: Jentzsch

Küntrop - Das Sauerland: Beschauliches Idyll, geprägt von Wäldern, Wiesen und Feldern. Und zwischendrin das eine oder andere Festival, das bei Städtern einen surrealen Eindruck hinterlassen mag. Da räumt eine kleine Gruppe von Musikliebenden ein landwirtschaftliches Nutzgebäude leer, montiert eine Bühne hinein, verlegt ein paar Kabel für die Instrumente, Beschallung und das Licht und schon geht die Post ab.

Immer wieder erstaunlich, was da Jahr für Jahr auf dem Schultenhof am Breitenbruch ab geht. Eintritt? Fehlanzeige! Security? Überflüssig, alle sind doch entspannt. „Wir wollen den Leuten etwas bieten“, heißt es vom Veranstalter lapidar. Und genau diese Einstellung scheint sich auf die Besucher des Rumo Tripot-Festivals zu übertragen.

Ein wenig erinnert das Event an das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Professionell, aber mit dem familiären Charme eines Jahrmarktes. Rund um die Bühne, beziehungsweise die Strecke, fühlen sich die Gäste wohl, egal ob sie gerade hautnah mit der Band abrocken oder sich in eine der Chillout-Ecken oder das Outfield zurückgezogen haben – feinste Beschallung inklusive. Und für jeden Geschmack ist etwas dabei, weshalb sich auch alle Generationen angesprochen fühlen. Diesmal gingen sieben Bands an den Start, deckten dabei eine erstaunliche musikalische Bandbreite ab – wie beim Eifel-Rennen, wo kleine und große, junge und erfahrene Teams Seite an Seite ihre Runde drehen. Aber eines haben alle gemeinsam: Sie haben Musik beziehungsweise Benzin im Blut. Und das ist der Spirit, der für die Faszination eines Spektakels sorgt, obwohl – oder besser gesagt: weil es wie beim Rumo in einer privaten Scheune stattfindet.

600 Musikfans feiern beim Rumo Tripot-Festival in Küntrop

In den kleinen Aussparungen der geschichtsträchtigen Backsteinwände haben die Organisatoren liebevoll kleine Teelichter platziert – für die Romantiker im Publikum. Gleichzeitig genügen Sound und Licht hohen Konzert-Ansprüchen. Sieben Bands, siebenmal heißt es: Bühne umbauen, Soundcheck in einem Fünf-Minuten-Fenster, Anmoderation durch den charismatischen Mr. Pütz und dann Vollgas für die Musiker. Beeindruckend, wie professionell strukturiert dieses Event durchgezogen wird.

Und dass die Stimmung am Samstagabend nicht zu kurz kam, dafür sorgten die Vanilla Boat Crew und Co. „Ihr seid das geilste Publikum ever“, schrillte es aus den Boxen, nachdem die Meute lautstark noch eine Zugabe gefordert hatte. Rumo – weiter so, für Küntrop und das ganze Sauerland. „Alles wunderbar, eine runde Sache“, bilanzierte Christian Schulte-Backhaus, der zusammen mit seinem Team rund 600 Festival-Besucher begrüßte.

Von Markus Jentzsch

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