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Extreme Unterschiede zwischen Grundschulstandorten: OGS-Betreuung wird teurer

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Von: Carla Witt

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Die Burgschule in Neuenrade bietet ein umfangreiches Ganztagsangebot. Für die meisten Eltern, die dieses Angebot für ihre Kinder nutzen, wird es demnächst teurer.
Die Burgschule in Neuenrade bietet ein umfangreiches Ganztagsangebot. Für die meisten Eltern, die dieses Angebot für ihre Kinder nutzen, wird es demnächst teurer. © von der Beck, Peter

Die OGS-Betreuung wird teurer. Zwischen den Grundschulstandorten sind die Unterschiede teilweise extrem. In einem Fall werden monatlich sogar 170 Euro für die Betreuung fällig.

Neuenrade/Altenaffeln – Steigende Kosten in vielen Bereichen führen nun dazu, dass Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im Offenen Ganztag in den Grundschulen tiefer in die Tasche greifen müssen. Ausgenommen davon sind diejenigen, deren Jahreseinkommen 25 000 Euro oder weniger beträgt – und deren Kinder den Schulstandort in Neuenrade besuchen. Diese Eltern zahlen demnächst weniger – vorausgesetzt, die Kommunalpolitiker stimmen der entsprechenden Verwaltungsvorlage zu.

Der Ausschuss für Schule, Sport, Jugend und Soziales wird sich am kommenden Dienstag, 24. Mai (17 Uhr, Rathaus), mit dem Thema beschäftigen. Im Vorfeld erläutert die Verwaltung, der Verein zur Betreuung von Kindern in Neuenrader Schulen habe Schwierigkeiten, kostendeckend zu arbeiten – und aus diesem Grund die Erhöhung der Elternbeiträge vorgeschlagen. Dennoch sollten die unteren Gehaltsgruppen sowie kinderreiche Familien entlastet werden, heißt es weiter: Das dritte Geschwisterkind soll künftig beitragsfrei an der Ganztagsbetreuung teilnehmen können.

Drittes Kind ist künftig beitragsfrei

Bisher gab es zwei Staffelungen nach Uhrzeiten in der Beitragstabelle, je nachdem, ob ein Kind bis 15 oder bis 16 Uhr die Betreuung besucht. Die Differenzierung nach Betreuungszeiten soll es künftig nicht mehr geben. Demnach würden Eltern mit einem Jahreseinkommen bis 20 000 Euro künftig 20 Euro monatlich für die Teilnahme am OGS-Angebot der Burgschule bezahlen. Bisher lag der Beitrag für diese Familien bei 21 Euro (bis 15 Uhr), beziehungsweise 26 Euro, wenn das Kind bis 16 Uhr betreut wurde. Etwas geringer fällt auch der Beitrag für Familien mit einem Jahreseinkommen bis 25 000 Euro aus: Nach der neuen Regelung würde sich dieser auf 29 Euro belaufen, bisher sind es 32 Euro (15 Uhr), beziehungsweise 37 Euro.

Übersteigt das Jahreseinkommen 25 000 Euro, wird es demnächst etwas teurer. 59 Euro wird in der neuen Tabelle vorgeschlagen. Momentan zahlen Eltern in dieser Kategorie 50 Euro (bis 15 Uhr), beziehungsweise 55 Euro. Erheblich teurer wird es für Eltern, deren Jahreseinkommen 70 000 Euro deutlich übersteigt; denn es sind drei weitere Staffelungen dazukommen. Bei einem Verdienst von mehr als 90 000 Euro im Jahr sollen künftig 170 Euro monatlich fällig werden; bisher wären es 125 Euro, beziehungsweise 130 Euro gewesen.

Für Geschwisterkinder soll wie bisher die Hälfte des Beitrags berechnet werden. Die zusätzlichen Kosten für das Mittagessen sollen gemäß der Vorlage allerdings von 50 auf 60 Euro monatlich angehoben werden.

Teurer wird es auch für Eltern, deren Kinder die Grundschule Altenaffeln besuchen. An diesem Schulstandort ist der Beitrag nach drei Betreuungszeiten – 13.15 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr – gestaffelt; das soll auch künftig so bleiben. Allerdings: Auch einkommensschwache Familien mit einem Jahreseinkommen bis 17 500 Euro müssen in Altenaffeln mehr zahlen, wenn der Nachwuchs bis 13.15 Uhr (15 Euro monatlich, bisher 10 Euro) oder bis 15 Uhr (25 Euro monatlich, bisher 20 Euro) betreut wird. Bleibt das Kind bis 16 Uhr in der Betreuung, ändert sich am Monatsbeitrag in Höhe von 30 Euro nichts. Allerdings: In allen anderen Jahreseinkommens-Gruppen müssen die Eltern ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Zudem wurde die Tabelle um eine Stufe (über 45 000 Euro Jahreseinkommen) ergänzt.

80 Euro weniger in Altenaffeln

Vergleicht man die Beitragstabelle des Fördervereins der Grundschule Altenaffeln und des Vereins zur Betreuung von Kindern in Neuenrader Schulen fällt eines sofort ins Auge: Für den Schulstandort Altenaffeln endet die Beitragstabelle bei einem Jahreseinkommen von mehr als 45 000 Euro. Eltern, die mehr als 90 000 Euro jährlich verdienen und deren Kind die Grundschule Altenaffeln besucht, sparen also monatlich 80 Euro im Vergleich zu Eltern, deren Kind die Burgschule besucht.

Neue Staffelung der Jahreseinkommen

Staffelung der Elternbeiträge Schulstandort Neuenrade (in Klammern die bisherigen Beiträge 15/16 Uhr): bis 20 000 Euro Jahreseinkommen: 20 Euro Monatsbeitrag (21/26 Euro), bis 25 000 Euro: 29 Euro (32/37 Euro), bis 37 500 Euro: 59 Euro (50/55 Euro), bis 50 000 Euro: 85 Euro (74/79 Euro), bis 60 000 Euro: 110 Euro (100/105 Euro), bis 70 000 Euro: 120 Euro (110/115 Euro), bis 80 000 Euro: 135 Euro (125/130 Euro), bis 90 000 Euro: 150 Euro (125/130 Euro), über 90 000 Euro: 170 Euro (125/130 Euro).

Elternbeiträge Schulstandort Altenaffeln, Betreuung bis 13.15/15 oder 16 Uhr: bis 17 500 Euro Jahreseinkommen: 15 Euro/25 Euro/30 Euro (10/20/30 Euro), bis 30 000 Euro: 27,50 Euro/45 Euro/55 Euro (15/30/40 Euro), bis 45 000 Euro: 32,50 Euro/65 Euro/80 Euro (bis 40 000: 20/40/50 Euro; über 40 000 Euro: 25/50/60 Euro), über 45 000 Euro: 37,50 Euro/75 Euro/90 Euro (25/50/60 Euro), Gastkinder (unabhängig vom Einkommen): 5 Euro bis 13.15 Uhr, 10 Euro bis 16 Uhr (4/6 Euro).

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