Zwei Kleinkinder in Pflegefamilie

Ex-Frau getötet: Mutmaßlicher Totschläger vor Gericht

Nach dem tödlichen Familiendrama in der Wohnung an der Bahnhofstraße in Neuenrade sicherte die Mordkommission Hagen die Spuren.
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Nach dem tödlichen Familiendrama in der Wohnung an der Bahnhofstraße in Neuenrade sicherte die Mordkommission Hagen die Spuren.

Am 19. März kam eine junge Mutter von zwei Kindern in ihrer Neuenrader Wohnung bei einem Streit mit ihrem Ex-Mann durch einen Messerangriff ums Leben.

Mutmaßlicher Täter ist ihr Ex-Gefährte, der sich nun vor einem Schwurgericht wegen Totschlags verantworten muss. Der Strafrahmen bewegt sich zwischen fünf und 15 Jahren Haft. Der Prozess beginnt am 25. August vor dem Landgericht Hagen.

Wie viele Prozesstage es geben wird, steht allerdings noch nicht fest, hieß es vom stellvertretenden Pressesprecher und Richter Marcus Teich auf Anfrage der Redaktion.

Kinder müssen ohne Mutter aufwachsen

Die beiden Kinder im Alter von zwei und drei Jahren, die die Getötete zusammen mit dem Angeklagten hatte, befinden sich derweil in der Obhut einer festen Pflegefamilie im Siegener Raum. Sie müssen nun ohne Mutter aufwachsen. Das Jugendamt hat die Vormundschaft über die Kinder übernommen. Das teilte der Sprecher des Märkischen Kreises, Hendrik Klein, auf Nachfrage mit. Bis zum Abschluss des gesamten Verfahrens passiere nichts. Ob es Verwandtschaft gebe, wisse man nicht.

Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt

Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt
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Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt
Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt
Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt

Zudem seien die getötete Frau und der inhaftierte mutmaßliche Täter nach ausländischem Recht verheiratet gewesen. Die Kinder trügen unterschiedliche Nachnamen – jeweils vom Vater und von der Mutter. Die Getötete, aber auch der Tatverdächtige stammen aus Nigeria.

Messer stammt wohl aus der Wohnung des Opfers

Über den vermuteten Tathergang lässt die Staatsanwaltschaft weiterhin nichts verlauten. Man hält sich aus ermittlungstaktischen Gründen bislang zurück. Klar ist: Der mutmaßliche Täter (22) hat das Messer, mit dem die junge Frau (24) erstochen wurde, wohl nicht bei sich geführt, es soll aus dem Haushalt des Opfers stammen. Die Tatwaffe sei „ein standardmäßiges Küchenmesser“, das in jedem Haushalt vorliege und mit dem man zum Beispiel Gemüse schneiden könne. Der mutmaßliche Täter wohnte nicht am Tatort, Kontakt gab es zu der Alleinerziehenden eben wegen der Kinder. Im Rahmen des Tatgeschehens wurde der Angeklagte ebenfalls verletzt und musste damals ärztlich versorgt werden. Die polizeilichen Ermittlungen führte die Mordkommission aus Hagen.

Laut Staatsanwalt Bernd Haldorn hat sich „der Angeklagte nicht gegenüber der Staatsanwaltschaft zum Tathergang“ geäußert. Anlass habe es auch nicht gegeben, den Mann psychiatrisch untersuchen zu lassen. Die Motivlage ist wohl auch nicht glasklar – aber die Staatsanwaltschaft gehe eben von einem Streit aus, sagte Haldorn.

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