„Fachärztliche Versorgung in Neuenrade nicht ausreichend gegeben“

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Für neue Bewohner des Evangelischen Seniorenzentrums in Neuenrade ist es nicht immer einfach einen Hausarzt zu finden, wie Petra Wegener berichtet.

Neuenrade - Das Thema Hausärzte und Gesundheitsversorgung in Neuenrade ist für eine Seniorenhilfeeinrichtung wie das Evangelische Seniorenzentrum an der Graf-Engelbert-Straße unter dem Dach der Perthes-Stiftung ein wichtiges und sensibles Thema.

Einrichtungsleiterin Petra Wegener beantwortete dazu Fragen.

Welche Rolle spielen die Hausärzte aktuell für das Evangelische Seniorenzentrum? 

Petra Wegener: Die Hausärzte spielen eine sehr wichtige Rolle. Unsere Mitarbeitenden dürfen keine Selbstdiagnosen und -behandlungen durchführen. Jede Medikamentengabe oder andere behandlungspflegerische Tätigkeit wird auf Anordnung des Arztes durchgeführt. Über Veränderungen des Gesundheitszustandes muss der Arzt informiert werden. Des weiteren ist es wichtig, dass Hausärzte Hausbesuche bei ihren Patienten durchführen. Die Einrichtung ist nicht in der Lage zu persönlichen Arztkontakten mit den Bewohnern und Bewohnerinnen in die jeweilige Praxis zu fahren. Bei Gästen in der Kurzzeitpflege (es gibt eine zunehmende Zahl an Kurzzeitpflegen), die aus anderen Städten kommen, besteht immer das Problem, dass ihre Hausärzte lediglich über Telefon erreichbar sind und nicht in die Einrichtung kommen. Hier muss gegebenenfalls eine Krankenhauseinweisung erfolgen, wenn ortsansässige Hausärzte die Übernahme eines neuen Patienten ablehnen. Notwendige Medikament für die Zeit der Kurzzeitpflege bringen die Gäste in der Regel von zu Hause mit oder müssen von Angehörigen während des Aufenthaltes besorgt werden. 

Wird der Bedarf der Bewohner an Hausärzten immer gedeckt? 

Petra Wegener: Alle Neuenrader Ärzte haben Patienten in unserer Einrichtung. Darüber hinaus betreuen aus Altena drei Ärzte (Dahle, Evingsen und Altena) ihre Patienten hier. Neuenrader Ärzte nehmen nicht immer neue Patienten an. Der Hausarztwechsel ist notwendig, weil die Bewohner aus anderen Orten zuziehen und natürlich auch hausärztlich betreut werden müssen. Bisher ist es aber immer gelungen, für jeden neuen Bewohner einen Hausarzt zu finden. 

Glauben Sie, dass ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Neuenrade die Lücke schließen könnte, die durch den prognostizierten Ärztemangel hervorgerufen würde? Welche Ansprüche hätten Sie an so ein solches MVZ? 

Petra Wegener: Vom MVZ habe ich vermutlich zu wenig Kenntnis, um darüber eine Aussage machen zu können. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich dabei um angestellte Hausärzte ohne eigene kostenintensive Praxis. Sollte über diesen Weg die Hausarztnot geklärt werden können, fände ich den Weg sehr gut. 

Welche Probleme sehen Sie noch im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung? 

Petra Wegener: Fachärztliche Versorgung ist am Ort nicht ausreichend gegeben. Termine bei Fachärzten zu erhalten dauert meist zu lange.

Von Peter von der Beck

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