Europawahl: Das Ergebnis in Neuenrade

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Die abgegebenen Stimmen im Wahllokal Wilhelmshöhe werden für das Auszählen ausgekippt.

Neuenrade - In Neuenrade haben die CDU und die SPD bei der Europawahl je knapp 12 Prozent an Stimmen verloren, die Bündnisgrünen holten 17,4 Prozent und liegen mit der SPD fast gleichauf, die AfD landet mit neun Prozent an vierter Stelle, die FDP holte 7,7 Prozent.

Angesichts des Ergebnisses war für Claudia Kaluza (FDP) klar: „Das war eine Wertewahl.“ Es sei ein Wandel erkennbar. Die Umweltthemen würden unweigerlich an Zustimmung gewinnen, besonders bei jungen Leuten. Schade findet sie, dass die AfD zu viele Stimmen bekommen habe. 

Auch die Wahlgewinner des Abends, die Bündnisgrünen, lieferten natürlich ein Statement ab: Uli Naumann, Sprecher der Neuenrader Grünen, sagte angesichts der Zuwächse, dass das „natürlich sehr erfreulich“ sei, befürchtete aber, dass die ganz Rechten immer mehr erstarken würden. Er kommentierte auch das negative Abschneiden der SPD. „Das war mal eine Arbeiterpartei“. Jetzt würde sie fast nur noch von Beamten repräsentiert. Die kleinen Leute würden sich bei der SPD eben nicht mehr wiederfinden. Wie auch immer, jetzt gelte es das Ergebnis für die Kommunalwahlen mitzunehmen. Doch es sei schwierig. Die junge Leute würden die Bündnisgrünen zwar wählen aber es sei nicht einfach, sie zum Mitmachen zu animieren. 

CDU über Stimmenverluste nicht verwundert

Marcus Dunker (CDU), dessen Partei mit 35 Prozent an diesem Wahlabend zwar stärkste Kraft bleibt, wundern die Stimmenverluste nicht, angesichts der Entwicklung der vergangenen Wochen. Insbesondere auch „dem Rezo-Video hat die CDU vor allem bei der jungen Wählerschaft Verluste zu verdanken.“ Gerade bei den Erstwählern und Jungwählern. Der Umgang der Parteivorderen mit den Themen wie Umwelt sei auch nicht adäquat gewesen. 

Und die SPD? Frank Bäcker war im kleinen Sitzungssaal zugegen, um sich die Ergebnisse im Detail anzuschauen. „Freuen kann man sich nicht“, sagte er. Seiner persönlichen Meinung nach sei die SDP leider im Negativtrend. Den Erfolg der Grünen erklärt er sich mit der Zustimmung bei den Jungwählern. SPD-Chef Thomas Wette gab als spontanen Kommentar „Scheibenhonig“ ab. Auch er glaubt, dass das Rezo-Video sicher einen Einfluss vor allem auf die jungen Wählerschaft gehabt habe. Zudem würden die Grünen ja derzeit einen Hype erleben. Erfreut ist er über die recht hohe Wahlbeteiligung. 

Blick auf die Juniorwahl

Bleibt ein Blick auf die Juniorwahl zur Europawahl, an der viele Schüler (auch vom BGA) teilgenommen hatten. Das Ergebnis bestätigt: Die Bündnisgrünen haben bei den Jüngeren einen Volksparteistatus und holen dabei 34 Prozent, die CDU schafft rund 11 Prozent, die SPD rund 12 Prozent. Wie auch Immer: Bleibt die nicht repräsentative Stimme eines Wählers: Roland Wolligandt hatte sich lange überlegt, ob er wählen gehen sollte. Er fühlt sich von der Institution EU insgesamt zu wenig vertreten. Doch letztlich sei er wählen gegangen, um mit seiner Stimme gegen einen Rechtsruck anzugehen. 

Bürgermeister Antonius Wiesemann freute sich über die recht hohe Wahlbeteiligung in Neuenrade und sieht auch einen eindeutigen Trend: In Richtung Umweltthemen.

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