1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Bald alle sechs Anlagen in Betrieb

Erstellt:

Von: Peter von der Beck

Kommentare

Inzwischen alltäglicher Anblick für Neuenrader, Ihmerter, Kesberner, Garbecker und natürlich etliche Dahler: Die Windenergieanlagen auf dem vor allem bei Spaziergängern beliebten Kohlberg.
Inzwischen alltäglicher Anblick für Neuenrader, Ihmerter, Kesberner, Garbecker und natürlich etliche Dahler: Die Windenergieanlagen auf dem vor allem bei Spaziergängern beliebten Kohlberg. © Peter von der Beck

Es ist vollbracht: Alle sechs Windräder stehen und der Großteil ist in Betrieb. Noch stehen Kräne an den nördlich liegenden Anlagen, Gondeln und Flügel sind montiert, die Blinklichter installiert. Vier Anlagen drehen sich und produzieren Strom.

Neuenrade – Klaus Schulze Langenhorst ist jedenfalls zufrieden mit der Leistung: Man habe gute Werte. „Der Windstandort ist auf jeden Fall gut.“ Eine Auswertung liege noch nicht vor, da gelte es noch abzuwarten, um dazu etwas konkret zu sagen. Dass sich nicht alle Anlagen drehen, hat seinen Grund. Die Netzanbindung bestehe noch nicht, es seien noch nicht alle Kabel eingezogen, auch ein Turm sei noch nicht mit Kabeln bestückt. Doch das geschehe in den nächsten zwei bis vier Wochen, sagte Schulze Langenhorst, Geschäftsführer von SL Naturenergie, welche die sechs Windenergieanlagen auf dem Kohlberg betreibt.

Endgültige Gerichtsentscheidung noch offen

Dabei steht die Hauptverhandlung in Sachen Windenergieanlagen/Landesgemeinschaft Naturschutz noch aus. Und Frank Hoffmann, Frontmann der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ sieht durchaus Möglichkeiten. Generell sei die Wahrscheinlichkeit wohl nicht hoch, dass die Sache mit den Windenergieanlagen zu einem aus Sicht der Bürgerinitiative gutem Ende komme, da die Anlagen ja laufen würden. Auf der anderen Seite lasse das Oberverwaltungsgericht „die endgültige Entscheidung offen“. Da gebe es den Aspekt, dass der Märkische Kreis ja im April noch eine neue Genehmigung erteilt habe. Das sei gar nicht üblich und nicht gängige Praxis. Falls diese vorliegende nun nicht rechtsgültig sei, trete geltendes Recht in Kraft, sagte Hoffmann und dann kämen Abstandsregelungen zum Zuge. Demnach müsse zwischen Siedlung und Anlage 1000 Meter Abstand liegen. Das sei bei vier Anlagen nicht der Fall. Hoffmann verwies auch auf die Fristen. Ab 14 Februar dürften die Anlagen bis Oktober nur im Dunkeln laufen.

2-Prozent-Ziel: „Da wird auf die Gemeinden schon noch etwas zukommen“

SL-Naturenergie-Chef Klaus Schulze Langenhorst jedenfalls bleibt vorsichtig. Wegen des schwebenden Rechtsverfahrens halte man die Bürgerbeteiligung an den Windenergieanlagen nun doch zunächst zurück – auch wegen der Prüfung der Bürgerbeteiligung durch die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen). Insgesamt ist Schulze Langenhorst aber sehr optimistisch, was die Entwicklung in Sachen Windenergieanlagen angeht. Er verweist auf politischen Rückenwind angesichts des 2-Prozent-Ziels und betont: „Wir brauchen Energie“. Das gelte auch für die Akzeptanz von Hochspannungsleitungen. Und überhaupt: Wenn er sich hier umschaue und registriere, wie wenige Windenergieanlagen es hier gebe, so werde sich etwas tun müssen. Schulze Langenhorst: „Jede Gemeinde muss sich Gedanken machen, wie sie einen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Da wird auf die Gemeinden schon etwas zukommen.“ Den Schlüssel sieht er dabei vor allem in einfachen Genehmigungsverfahren.

Auch interessant

Kommentare