Erwerbsbiographien, die Hauptschülern Mut machen

Sie sind durchgestartet, haben ihren Weg gemacht.

NEUENRADE ▪ Die Hauptschüler fit für das Arbeitsleben zu machen: „Das fängt schon in der fünften Klasse an“, sagt Hans-Jürgen Stracke, stellvertretender Leiter der Neuenrader Hauptschule.

Von da an geht es immer weiter. Bis die Schüler dann in der neunten oder zehnten Klasse entlassen werden, haben sie eine große Palette von berufsfördernden Maßnahmen durchlaufen. Das Thema werde den Kindern und Jugendlichen immer ins Bewusstsein gebracht. Das erste Praktikum gebe es in der 7. Klasse, in der 9. Klasse geht es sogar mehrere Wochen lang. Sie werden umfassend beraten, speziell ausgebildete Lehrer kümmern sich um die Bewerbungen. Die Berufsberater der Agentur für Arbeit sind einmal im Monat an der Schule, zeigen Möglichkeiten auf. Auch der Berufsfindungsberater ist im 14-Tage-Rhythmus an der Schule.

Am langen Ende, manchmal erst mit zwei drei Jahren Verspätung nach dem Schulabschluss finde der Großteil der Hauptschüler dann den Weg ins Berufsleben, berichtete Stracke. Er vermute, dass auch einige Schüler auch noch nicht reif genug seien, dass sie den Ernst der Lage auch verdrängen würden. Von den aktuellen Jahrgängen könne nur eine Hand voll Schüler eine Lehrstelle vorweisen. Viele gehen zum Berufskolleg. Dort versuchten sie ihre Qualifikation zu verbessern. Zu den Klassikern der Berufsfindungsberatung gehören die Mut machenden Erwerbsbiographien ehemaliger Schüler. Jüngst hatten die Verantwortlichen der Hauptschule, Otmar Hermanns und Hildegard Zimmer-Ruffelt, fünf ehemalige Schüler eingeladen, die nun einen erfolgreichen Weg eingeschlagen hatten. Sie präsentierten ihre Biografie vor den rund 40 Schülern der 9a und der 9b. Dabei zeigte sich, dass die Persönlichkeit und der Wille, etwas zu erreichen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. So ging Yüksel Yilmaz ihren Weg, sie machte auf den Berufskolleg eine Ausbildung zur Erzieherin, erreichte zusätzlich das Fachabitur und arbeitet heute im Familienzentrum Plettenberg. Sie hat sogar ihren Traumberuf gefunden. Marian Raphael berichtete wie er Facharbeiter für Lagerlogistik bei Stauff wurde. Anatoli Lang erzählte wie er es geschafft hatte, Technik und Kaufmännisches zu verbinden: Teresa Kuche berichtet von ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau im Kaisergarten und den Anforderungen und Herausforderungen dieses Berufes. Kirsten Eifert schließlich berichtete von ihrem beruflichen Lebensweg, der als Fabrikarbeiterin begann und nun sein vorläufigen Endpunkt im Medienbereich fand.

Die Schüler bekamen dabei auch eine Ahnung von den Härten, Konflikten und Tücken des Arbeitslebens. Stracke kommentierte die Biographien: „Unsere Schüler haben Chancen. Wer sich kümmert, kriegt auch was.“ ▪ Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare