1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Erweiterung der Burgschule: Entwurf vorgestellt

Erstellt:

Von: Peter von der Beck

Kommentare

Das Modell des groben Entwurfs für die große Schulerweiterung. Gravierendste Änderung ist der dreigeschossige, leicht gebogene Anbau. Doch auch im Mittelteil passiert viel.
Das Modell des groben Entwurfs für die große Schulerweiterung. Gravierendste Änderung ist der dreigeschossige, leicht gebogene Anbau. Doch auch im Mittelteil passiert viel. © MTT Architekten und Bausachverständige

Die Öffentlichkeit bekam am Montag im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales erstmals einen Eindruck von der umfassenden Erweiterung der Burggrundschule, als die Architektin des beauftragten Büros die recht konkreten Entwürfe des barrierefreien Schulkomplexes präsentierte.

Die Erweiterung ist auch wegen des erhöhten Platzbedarfs im Zusammenhang mit dem Rechtsanspruch der Eltern auf die Offene Ganztagsschule (OGS) erforderlich.

Bei der Erweiterung der Burgschule lässt sich das Fällen von einem Großteil der alten Bäume auf dem Erweiterungsgrundstück wohl nicht vermeiden. Allenfalls ein Baum von vieren bleibt stehen, würde aber im Zuge der Baumaßnahmen möglicherweise auch in Mitleidenschaft gezogen. Eine Anwohnerin, die sich aus Gründen des Naturschutzes für den Erhalt der Bäume ausgesprochen hatte, sagte: „Ich bin geschockt.“

Alte Villa kommt als Zusatzgebäude nicht in Frage

Die alte Villa auf dem Nachbargrundstück bleibt nach den bisherigen Plänen bestehen und soll möglicherweise für andere kulturelle oder vorschulische Zwecke genutzt werden. Für die Grundschule kommt sie als Zusatzgebäude wohl aus brandschutztechnischen Gründen nicht in Frage. Sie steht auch nicht unter Denkmalschutz, hat allerdings das Potenzial dazu, wie eine Nachfrage beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ergeben habe, erläuterte Baumamtsleiter Marcus Henninger.

Für eine Ausschusssitzung war das Interesse bei der Bevölkerung recht groß.
Für eine Ausschusssitzung war das Interesse bei der Bevölkerung recht groß. © von der Beck, Peter

Die Planungen für die Schulerweiterung haben nun Vorgaben, welche die Spielräume der Architekten begrenzen. Was das so alles ist, umriss Architektin Ursula Trimpop: Barrierefreiheit, was angesichts diverser Höhenunterschiede nicht einfach ist. Brandschutzvorgaben spielen eine begrenzende Rolle, die Gebäude müssen in drei Brandabschnitte eingeteilt werden. Hinzu kommen die in Abstimmung mit der Schulleitung vorgegebenen pädagogischen Rahmenbedingungen. Die Pädagogen wünschten sich das Clusterprinzip, bei dem eine bestimmte Anzahl von Klassen und Gruppenräumen zu einem räumlichen Verbund zusammengefast werden.

Aufzüge und Rampen sollen für Barrierefreiheit sorgen

Hinzu kommt das denkmalgeschützte alte Schulgebäude, an dem möglichst nichts verändert werden darf, zudem der Erhalt der Villa, es gilt zudem Grundstückabstände einzuhalten. Mithilfe eines Aufzuges und Rampen werde man die Barrierefreiheit erreichen, erläuterte Trimpop, bewegliche Wände eröffneten neue Möglichkeiten. Zwischen dem alten und neuen Trakt wird ein großzügiger offener Bereich entstehen, ein kleines Atrium. Hier wird auch eine Art Aula, ein Bewegungsraum sein. Am Rande des Zentrums wird auch die OGS untergebracht. Dieser Komplex wird sich bis auf das Nachbargrundstück erstrecken.

Die Mensa, inklusive Küche, wird im Erdgeschoss des Neubaus sein, denn die Schule wird einen leicht gebogenen dreigeschossigen Anbau erhalten, der sich bis auf das Nachbargrundstück zieht, das sich an der Poststraße befindet. Die Lehrer werden im Altbau untergebracht. Hier werden auch die Verwaltung und Funktionsräume (Teeküche, Medienraum) sein. Die Klassenräume befinden sich im Neubau und „im alten Neubau“.

Entwurf auch für das Bauamt noch ziemlich neu

Im Rahmen der Sitzung wies Henninger mehrfach darauf hin, dass es sich um einen ganz frischen Entwurf handele, auch für das Bauamt sei das alles ziemlich neu. Die Grundrisse stünden wohl fest. Was aber Dachform, Fassade oder Haustechnik anbelange – das stehe alles noch gar nicht fest. Die Ausschussmitglieder zeigten sich beeindruckt, machten fleißig Handyfotos von den Ansichten, fragten wegen nachhaltiger Technik (Grüne), Technikräumen (CDU) und der Planung ohne Villa (SPD). Klar wurde, dass die Schulerweiterung für die kommenden 30/40 Jahre gedacht ist. Als sich die Bürger zu Wort melden durften, sagte die Anwohnerin sichtlich erschüttert: „Schade, dass die Bäume weg kommen. Ich bin geschockt.“ Mit den Bäumen werde auch das Käuzchen verschwinden und die Eulengasse brauche man dann auch nicht mehr so nennen. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) verwies darauf, dass Neuenrade baumfreundlich sei. Aber es gehe hier um die Zukunft der Stadt. „Priorität haben unsere Kinder. Wir müssen hier das Optimale herausholen. Wir machen das nicht für zwei oder drei Jahre, sondern für 30 oder 40 Jahre.“

Die Anwohnerin, vor einigen Jahren zugezogen, verwies noch einmal auf den ökologischen Nutzen der Bäume und erwähnte noch das Thema Feinstaub. Außerdem ließ sie durchblicken, dass sie als Erzieherin für Kinder und Natur sei. „Ich bin für beides“, sagte sie. Sie ist nicht allein. Es gibt noch andere.

Auch interessant

Kommentare