NSG lässt Fest komplett ausfallen

Erstmals kein neuer Schützenkönig in Neuenrade seit 71 Jahren

+
Das Königspaar Mirko und Ute Tiffe macht bis 2021 weiter.

Neuenrade – 1949 veranstaltete die Neuenrader Schützengesellschaft (NSG) erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein Schützenfest und proklamierte auch einen neuen König. 

2020 werden die Neuenrader Schützen darauf erstmals wieder verzichten müssen, denn das laufende Jahr ist wieder eines ohne Festwochenende.

Eigentlich hätte das Neuenrader Schützenfest am kommenden Sonntag, 19. Juli, mit dem traditionellen Eintrommeln am Vorwochenende eingeläutet werden sollen. Coronabedingt wurde das Festwochenende jedoch bereits Ende April abgesagt. 

Keine offiziellen Veranstaltungen

„Im Vorstand wurde dieser Entschluss nochmals bekräftigt, indem wir uns auch gegen alternative öffentliche Veranstaltungen von Seiten der Schützen ausgesprochen haben. Die Verantwortung – nicht nur gegenüber den Schützen – sondern gegenüber allen Neuenradern steht für die Schützengesellschaft nämlich an erster Stelle“, teilt Presseoffizier Marius Holub mit. Offiziell findet damit kein Programm statt, die NSG lässt ihr Festwochenende 2020 komplett ausfallen. Einzig viele kleine Feiern der Mitglieder in privatem Rahmen in Garten, Keller oder Garage finden sicherlich statt. 

„Dieser Schritt ist den Schützen nicht leichtgefallen, da es seit 1949 kein Jahr mehr ohne Schützenfest gegeben hat. Seit damals wurden in ununterbrochener Reihenfolge 71 Könige proklamiert“, so Holub, der sich 2018 selbst in diese lange Liste einreihte. 

2020 ein besonderes Jahr in der Vereinshistorie

Somit ist das Jahr 2020 auch in der Geschichte der Neuenrader Schützen ein besonderes: Erstmals seit der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt ein König länger als ein Jahr im Amt. „Auch wenn sich das amtierende Königspaar Mirko und Ute Tiffe mit ihrem Hofstaat schon auf das Fest am Wall gefreut hatte, bleibt so die Spannung auf 2021 erhalten“, sagt Holub. Im Hintergrund arbeiteten schon jetzt viele Schützen an den Vorbereitungen für das Fest 2021. „Allerdings sind wir auch hier noch zurückhaltend, weil niemand voraussehen kann, wie sich die Situation bis nächstes Jahr entwickeln wird“, sagt Holub. 

Oberst Björn Sip weist darauf hin, dass die normalerweise am Festfreitag stattfindende Ehrung der Vereinsjubilare im Rahmen der für Oktober geplanten Jahreshauptversammlung nachgeholt werden soll. 

"Schützenfest-Feeling" soll dennoch aufkommen

Ganz ohne „Schützenfest-Feeling“ geht es allerdings nicht. So werden die beiden Kompanien Unterstadt und Oberstadt als für alle sichtbares Zeichen zum geplanten Festwochenende an den Ortseingängen die grün-weißen Schützenfahnen hissen und auch am Neuenrader Rathaus wird passend geflaggt. 

Darüber hinaus ruft König Mirko Tiffe die Schützen und alle Neuenrader dazu auf, als Zeichen der Verbundenheit zum Schützenwesen im eigenen Garten die Schützenfahnen zu hissen. „Und wer weiß, vielleicht sind die Offiziere der Schützengesellschaft so angetan von der grün-weißen Pracht, dass sie sich persönlich bei dem ein oder anderen ,Fahnenhisser’ mit einem kleinen Präsent bedanken“, möchte Holub noch nicht mehr verraten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare