Der erste Jahrgang verlässt die Hönnequell-Schule

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Eltern und die Noch-Schüler sparten bei den Aufführungen von Schulband und dem Chor der Sechstklässler nicht mit Applaus.

Neuenrade - Es gab viele emotionale Momente an diesem Freitagmittag in der Aula der Hönnequell-Schule – bei Lehrern, bei Eltern und all jenen, die sich mit viel Herzblut bei der Gründung und Entwicklung der Gemeinschaftsschule engagiert hatten. Der erste Jahrgang der noch jungen Schule verließ die Schule.

 Es wurde emotional, als herzlich Grüße in Richtung Astrid Wagner-Tillmann geschickt wurden. Bei den Schülern des Abschlussjahrgangs herrschte weniger Melancholie, dafür mehr freudige Erwartung auf das, was kommen mag. Es sei ganz schön gewesen und fühle sich gut und normal an, sagte Angelina Schulze, die zum Berufskolleg wechselt und das Fachabi anstrebt. Der eine oder andere habe zu lang geredet, sagte sie. Cool fand sie den Auftritt der Schulband und den Chorgesang der sechsten Klassen.

Ümüt Atik und Florian Herrmann fanden das Abschlussprozedere auch ganz in Ordnung. Ümüt wird bei Firma Knips eine Lehre als Maler und Lackierer machen, Florian wird beim Drahtwerk Elisental anfangen. Viele Eltern waren gerührt. Darunter auch Rainer und Andrea Schulte, deren Tochter Dana zum Burggymnasium Altena wechselt. Sie hatten durchaus „Tränen in den Augen“. Und für Jörg Leiß war es auch ein besonderer Moment: Seine Zwillingssöhne Fabian und Tobias werden zum Burggymnasium wechseln.

Und Lehrerin Selma Hentschel war schon ein bisschen traurig, dass sie Abschied von den Schülern nehmen musste. Sechs Jahre habe sie die Schüler begleitet. Aber sie sei stolz und freue sich auch über die tolle Entwicklung von Schülern und Schule. Am Ende, nach der Zeugnissausgabe mündete das offizielle Abschlussfest an der Schule in lockerem Reigen auf dem Vorplatz zur Aula. Eltern, Lehrer und Schüler unterhielten sich, bestaunten Zeugnisse oder schmökerten im Jahrbuch 2017 der Hönnequell-Schule.

Erster Abschlussjahrgang verlässt Hönnequell-Schule

Zuvor hatte es viele Reden gegeben. Jörg Leiß führte durchs Programm und der stellvertretende Schulleiter Holger Bieda betonte in seiner Rede den historischen Moment, erinnert an die Anfänge mit sieben Kollegen und der ersten Schulleiterin Astrid Wagner-Tillmann. Auch in Anspielung auf manche Bemerkung der Anfangszeit, die in Richtung Kinder und Versuchskaninchen ging, sagte er: „Die Versuchstiere sind prächtig gediehen und haben sich hervorragend entwickelt. Bieda erinnerte an erste Schulausflüge und Klassenfahrten, hatte nette Anekdoten parat. Zu den Meilensteinen gehörte demnach auch die erste Lernstandserhebung der 8. Klassen, bei der die Schule gut abgeschnitten habe. Und die zentrale Abschlussprüfung der 10. Klassen mit den hervorragenden Ergebnissen habe noch einmal gezeigt: Das Konzept des gemeinsamen langen Lernens mit unterschiedlichen Niveaus in einer Ganztagsschule gehe auf. Von den 71 Schülern haben drei den Förderschulabschluss, 15 den Hauptschulabschluss, 18 den Fachoberschulabschluss und 35 den Fachoberschulabschluss mit Qualifikationsvermerk fürs Gymnasium.

 Die Schulpflegschaftsvorsitzende, Sabine Klippert, erinnerte ebenfalls an die Anfangszeiten, an skeptische Eltern, an die Aufbauzeit und jüngste Entwicklungen. Auch sie sagte, dass das Konzept des gemeinsamen Lernens aufgehe – der Beweis seien die Kinder. Dierk Rademacher, Schulamtsleiter, der die Anfänge der Schule mitgesteuert hatte, zeigte die dramatischen Umstände auf, die schließlich in den Erhalt des Schulstandortes Neuenrade mündeten. Zur Freude von Bürgermeister Antonius Wiesemann, der in seiner Rede die Bedeutung dieser Schule als Standortfaktor betonte.

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