Eine Existenz wird bedroht

Katja Becker, Betreiberin des Restaurant Ikarus.

Küntrop/Neuenrade/Garbeck - Keine Frage, wenn der Ausbau der K12, der Kreisstraße zwischen Küntrop und Garbeck, abgeschlossen ist und der Verkehr wieder ungehindert fließt, dann werden Hände geschüttelt, vielleicht ein Band durchschnitten und auf das gelungene Projekt angestoßen.

Vergessen werden die Leidtragenden sein. Katja Becker zum Beispiel, die Betreiberin des Flugplatz-Restaurants Ikarus. Existenzbedrohend sei die Maßnahme, die eigentlich im Herbst letzten Jahres abgeschlossen sein sollte, für ihren Betrieb und auch für sie ganz persönlich. 50 Prozent Umsatzeinbuße. Weihnachtsgeschäft geplatzt. Ostern wird wahrscheinlich auch nicht besser. Fakten, die das Nervenkostüm eines wirtschaftlich denkenden Menschen auf eine harte Probe stellen. Doch Katja Becker wirkt stark. Sie lässt sich den Frust kaum anmerken. Wenn sie an Gespräche mit den Verantwortlichen zurückdenkt, blitzt ab und zu ein Funken Sarkasmus auf.

Fest steht, für das Unternehmen kann die Freigabe der Strecke nicht schnell genug kommen. „Unsere Rücklagen sind aufgebraucht“, gibt sie in einem Nebensatz zu und hofft, dass bald wieder bessere Zeiten anbrechen.

Viele Gäste haben in den mittlerweile eineinhalb Jahren Bauzeit den Umweg gescheut. Erst waren Kunden aus Garbeck abgeschnitten, jetzt ist die Zufahrt von Neuenrade aus nicht möglich. Für Gäste aus Richtung Werdohl gleicht die Fahrt zum Restaurant einem verkehrstechnischen Super-Gau. Zufahrt von VDM Richtung Neuenrade gesperrt. Also die Höllmecke hoch. Dann in Langenholthausen die nächste Baustelle. Und zuletzt mit Tempo 30 wieder zurück Richtung Flugplatz Küntrop. Verständlich, dass sich 50 Prozent der Kundschaft dann umorientieren.

Damit sind die Ärgernisse der Unternehmerin aber noch lange nicht abgehandelt. Die Beschilderung ist ebenso verbesserungswürdig wie der eigentlich nicht stattfindende Informationsfluss. „Immerhin kommt die Müllabfuhr und das Räumen der Straße durch den Iserlohner Winterdienst hat auch gut funktioniert“, stellt Katja Becker fest. „Wenn wir das alles vorher gewusst hätten, hätten wir geschlossen und uns etwas anderes gesucht“, gibt die langjährige Gastronomien zu und hat nur einen Wunsch: Dass sich der Kampf gelohnt hat und die Menschen den Ikarus wieder stärker frequentieren. Nicht aus Mitleid, sondern wegen der Qualität, die das Restaurant verspricht.

- Von Markus Jentzsch

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