Erfolgreiches Rucksackprojekt in der Kita Wirbelwind

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Die türkischen Mütter feiern den erfolgreichen Abschluss des Rucksackprojektes

Neuenrade  - Dass die Methode funktioniert und die Kinder am Ende super Deutsch sprechen, davon sind alle Beteiligten überzeugt. Die Kinder würden die Kita verlassen und quasi zweisprachig ausgebildet zur Schule gehen.

Gekommen sind die Kinder häufig ohne jede Deutschkenntnisse. Auch an der Kita Wirbelwind ging jetzt so ein Sprachprojekt erfolgreich zu Ende. Erfolgreich eben dank des Rucksackprojektes. Der Abschluss des Projektes wurde jetzt im Rahmen einer kleinen Feier gewürdigt. Geleitet wurde es von Özgül Kilic. Sie wurde zur Elternbegleiterin ausgebildet und koordinierte in der Kita das Rucksackprojekt.

Rucksackprojekt heißt es deswegen, weil die Kinder Deutsch quasi im Rucksackverfahren lernen. Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen Kinder viel besser eine andere Sprache erlernen können, wenn sie ihre Muttersprache richtig beherrschen. Es gibt bei Kindern wichtige Zeitfenster zum Erwerb einer Sprache – eben in der Kita-Zeit – wo das dann gelingt.

Damit das auch funktioniert, wurde ein Konzept gestrickt, das seine Wurzeln in Holland hat. Demnach sei eine Kombination wichtig. Zum einen muss es die Arbeit der Mütter mit ihren Kindern in der Muttersprache geben und auf der anderen Seite muss auch die Deutschförderung in der Kindertageseinrichtung sein. Das läuft koordiniert ab. Und damit das funktioniert und die Mütter auch bei der Stange gehalten werden, treten dann die Elternbegleiterinnen auf den Plan.

Sie haben im Vorfeld eine Ausbildung erfahren, können die Eltern auch mit Hilfe eines Kindergarten-kindgerechten Lehrbuches anleiten, sind Ansprechpartner. Als besonders engagierte Kraft an der Kita Wirbelwind gilt Özgul Kilic. Sie war jeden Dienstag dabei, als sich zwei Müttergruppen in der Kita getroffen haben, um die Sprachförderung ihrer Kinder vor- und auch nachzubereiten. Da ging es um kleine Spiele, welche die Kinder mit ihren Müttern in der jeweiligen Landessprache zu machen hatten, um Lieder oder um Geschichten, die vorgelesen wurden. Die Ergebnisse dieser Hausaufgaben wurden auch in der Kita ausgehängt. Und es ging auch um ein Stück heimatliche Kultur, die vermittelt werden sollte.

Klare Sache, dass auch pädagogische Fragen oder auch erzieherische Angelegenheiten erörtert wurden. Zudem: In den Müttergruppen gab es auch zweisprachige Bücherkisten, um gleich in den Familien die Lesekultur zu fördern. In der Kita Wirbelwind waren die Müttergruppen türkisch, auch die Frauen empfinden sich als Türkinnen. Wie gesagt, die Methode funktioniert, die Kinder werden zweisprachig.

Aber das Deutsche prägt auch. So war zu hören, dass sich die Geschwister auf Deutsch unterhalten. In der Grundschule wird das Rucksackprojekt in angepasster Form fortgesetzt. Da kümmert man sich um die Mütter, damit sie bei Hausaufgaben und anderem Schulstoff up to date bleiben.

Das Rucksackprojekt wird in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Märkischer Kreis durchgeführt. Jede Kita könne sich beteiligten, heißt es.

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