Gelungene Premiere in Affeln

„Bis hierhin und nicht weiter“, Willis Mutter sagt dem geliehenen Opa nicht nur ein Mal die Wacht an.

AFFELN -  In der Welt des Theaters brillieren häufig diejenigen, denen eine Rolle auf den Leib „geschrieben“ wurde. Diesen Endruck erweckte Chorleiter Prof. Dr. Hans Frambach, der am Samstag den geliehenen Opa im Rahmen der Premierenveranstaltung spielte, zu der der MGV Liederkranz in der Affelner Mehrzweckhalle geladen hatte.

„Der geliehene Opa“, den der Theater- und Kriminalautor Walter G. Pfaus als Lustspiel in vier Akten zu Papier gebracht hatte, wählten die Affelner Musiker für ihren zweiten theatralen Bühnenauftritt aus – und begeisterten erneut. Auch, weil Frambach den Opa so herrlich schrullig spielte, wie ihn sich Pfaus wohl vorgestellt hat als er sich die Figur erdachte.

Frambach verwandelte Wasser in Wein, wünschte sich Heidi Klum als Bettnachbarin und machte allen klar, dass er jetzt der Herr der bequemsten Sessels im Haus war. Die Frage, ob jemand ahnte, dass der Opa eine Macke hat, war im Familienkreis der Roses angebracht. Denn der Opa war ja nur geliehen, und bereicherte das ansonsten so bescheidene Leben der Eheleute Rose mit einigen Anekdoten.

Die hatten sich überlegt, ihr trautes Heim Untermietern zur Verfügung zu stellen, um ihre Haushaltskasse ein wenig aufzubessern. Weil dann aber noch Freundin Hanna bittet, ihren Vater samt Kanarienvogel für ein paar Tage bei den Roses parken zud dürfen, sind die Grundlagen für herrlich kurzweilige Situationskomik geschaffen. Prof. Dr. Hans Frambach tauchte voll und ganz in die Rolle ein, ließ sich von den jungen Damen nur all zu gern ausgiebig beschmusen und lieferte sich mit „seiner Frau“, die ja eigentlich Willi Roses Mutter ist und den Opa aus der Nachbarschaft nicht mal kennt, fetzige Wortgefechte. „Ich sag zu meinen Frauen immer Du“, erwidert er flapsig und verbittet sich das Sie unter Verheirateten. Geliehen, aber in Vollendung, so stellt sich der Opa mit den klaren Vorstellungen sein neues Leben vor.

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Theaterstück des MGV Liederkranz: "Der geliehene Opa"

Der MGV Liederkranz Affeln hatte keine Mühen gescheut, sich und die Bühne in Bestform zu präsentieren. Und wenn dann den Laien tatsächlich mal der Text ausging, wurde der Moment mit Szenenapplaus bedacht. So muss Laien-Theater sein, unterhaltsam, mit bekannten Menschen, die im Rampenlicht plötzlich ganz andere Talente zur Schau stellen und ein Publikum, das nicht alles so bierernst nimmt.

Drei Termine haben sich die „abtrünnigen“ Affelner Musiker für die Aufführungen ihrer Familien-Show in eiche-rustikalem Ambiente ausgesucht. Zwei fanden am Wochenende statt, die letzte Chance, den geliehenen Opa live und in Farbe zu genießen, besteht am 13. Oktober. Dann treten Frambach und Co ab 17 Uhr nochmals im Kaisergarten auf.

- Von Markus Jentzsch

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