Prof. Dr. Hermann: „Erfolg beginnt im Kopf“

Mehr als 300 Gäste verfolgten die Ausführungen von Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann. -  Foto: Jentzsch

Neuenrade - Was haben Spitzensportler und Führungskräfte der Wirtschaft beziehungsweise Unternehmer gemein? Mehr als man denkt, wenn man den Ausführungen des Sportpsychologen Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann lauscht.

Denn Hermann weiß wovon er redet, schließlich betreut er nicht nur die Fußball-Nationalmannschaft, er bietet auch Coaching für Führungskräfte an. Und am Montagabend sprach der Psychologe vor mehr als 300 Gästen im glänzend besuchten Kaisergarten. Auf Einladung der Volksbank im Märkischen Kreis referierte er zum Thema „Erfolg beginnt im Kopf“.

Ein Thema, das für Spitzensportler wie Führungskräfte gleichermaßen interessant ist. Der Vortragsabend am Montag war ein Jubiläum, denn – das erklärte der Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes – es sei die 25. Veranstaltung dieser Art. 1990 habe das Finanzinstitut damit begonnen, „faszinierende Persönlichkeiten“ einzuladen. Die Liste reiche vom Astronauten bis zur Auslandskorrespondentin.

Hermann machte seine Ausführungen meist an praktischen Beispielen fest, pickte sich so namhafte Sportler wie den Skispringer Martin Schmitt und den Tennisspieler Rafael Nadal heraus. Auch bezog sich der Gastredner auf die DFB-Kicker, mit denen er rund 100 Tage im Jahr verbringe.

In Anspielung auf den Sponsor, eine Schokoladen-Marke, sagte Hermann: „Die Vier-Schanzen-Tournee war lila.“ So spannte er den Bogen zu Schmitts ganz starken Jahren und erklärte anschließend die Grundregeln des Erfolgs in einem dynamischen Markt.

Dynamik bedeute dabei, dass Konkurrenz herrsche und man nur mithalten könne, wenn man sich weiterentwickele, seine vorherigen Leistungen möglichst übertreffe – zumindest mittelfristig.

Im Tennis und selbst im Fußball sei die Dynamik noch deutlich größer, sagte der Referent. Das Spiel an sich hätte sich so rasant entwickelt, in Bezug auf Pass- beziehungsweise Schlaggeschwindigkeit und -genauigkeit, dass Teams und Einzelsportler, die das Tempo nicht mithalten könnten, rasch aus der Weltspitze herausfielen. „In einem dynamischen Markt müssen Sie wachsen“, bilanzierte Hermann.

Im Sport – wie in der Wirtschaft – habe man es regelmäßig mit psychologischen Herausforderungen zu tun. Entscheidend sei, ob der Betroffene zum Beispiel eine Situation mit dem Gegner oder Kunden als Herausforderung oder Bedrohung empfinde. Wenn man versuche, der Aufgabe aus dem Weg zu gehen, indem man denke, ein „Verlieren“ sei kein Untergang, es komme noch ein anderes Turnier oder ein anderer Auftrag, dann wäre man psychologisch gesehen im Nachteil. Dann gewinne wahrscheinlich der Konkurrent, dann gehe der Kunde zu einem anderen Lieferanten. „Das spürt das Gegenüber.“

Zufriedenheit im Beruf sei essentiell. Ist das mein Weg, den ich gehen will? Ist die Sinnhaftigkeit meines Handelns noch gewährleistet? Diese Fragen müsse sich jeder stellen, so Hermann. Der Psychologe nannte Beispiele aus dem Spitzensport und der Wirtschaft. Freude am Tun und Ambitionen seien die Faktoren, auf die es ankomme – ungeachtet der finanziellen Rahmenbedingungen und der Machtstellung. Selbstreflexion sei die Wurzel, aus der Zufriedenheit keime.

Von Markus Jentzsch

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