Der Erdbeerwagen ist wieder da

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Wolfgang Schulte verkauft wieder Erdbeeren eingangs Neuenrade.

Neuenrade - Schlag auf Schlag geht es an diesem Vormittag: Mal nimmt einer zwei Körbe, mal einer gleich vier. Es läuft mit dem Erdbeerverkauf an der Küntroper Straße – wenn auch mit Verspätung.

 „Wir haben sie schon vermisst“, heißt es aus der Kudnschaft. Und Wolfgang Schulte, der seit vielen Jahren immer Eingangs Neuenrade Erdbeeren verkauft, erzählt wieder die betrübliche Geschichte von den zarten Erdbeerpflanzenblüten, die bei einem späten Frosteinbruch in diesem Jahr verfroren sind. Also: Erst 14 Tage später gab es die leckeren Erdbeeren aus deutschen Landen frisch auf den Tisch – beziehungsweise frisch auf den Lkw-Anhänger.

Der ist seit Jahren für viele Neuenrader zur Erdbeerzeit aus dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken. Eingangs Neuenrade steht der Anhänger dort mit Beginn der Erdbeer-Ernte bis zum Ende der Saison, etwa „Ende Juli/Anfang August“. Die Neuenrader kennen natürlich auch den 71-jährigen Wolfgang Schulte, der seit gut 20 Jahren für Johannes Berghoff, aus Amecke verkauft.

Berghoff ist Chef des „Erdbeerhofes Amecke“ und man kennt sich eben dort. Und der Rentner macht diese Arbeit gerne. Der Erdbeerverkauf sei interessant, biete Abwechslung und man lerne viele nette Leute kennen, sehe Stammkunden wieder. Durchreisende Autofahrer, die spontan anhalten und sich mit Erdbeeren versorgen sind erstaunlicherweise eher in der Minderheit. „Wir haben überwiegend Stammkunden“, sagt Schulte. Einer komme zum Beispiel jeden Tag und hole vier Körbe.

Und es gibt durchaus Lokal – oder besser gesagt – Regionalpatriotismus bei einigen Erdbeerkäufern. Er wolle die heimischen Bauern unterstützen, sagte einer. Es ist in der Tat ein Geschäft mit Rücksichtnahmen: Auch Kartoffeln und andere Produkte könnten hier gut verkauft werden, lässt Schulte durchblicken. Aber man wolle eben Rücksicht auf die ansässigen Bauern mit ihren Hofläden nehmen und nicht in den Markt drängen.

Die Erdbeeren kommen aus der Gemeinde Welver in der Soester Börde. Dort, auf dem ergiebigen Lößboden gedeihen die aromatischen Früchte bestens. Geerntet würden sie meist von fleißigen Frauen aus Rumänien.-

Von Peter von der Beck

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