Ende des Landwehr-Streits

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Ruth Echterhage hat eine Lösung zwischen den beiden Parteien erzielt. Hier mit den Anwohnern Peethanparan Aravinthan, Jens Holger Ulrich und Kanagarasa Pirasath sowie dem Vertreter des Bauherren, dem Architekten Thomas Hanses (von links). ▪

NEUENRADE ▪ Vom Traum zum Albtraum und zurück in die Realität – die Anwohner des Baugebietes Landwehr haben eine Einigung mit Frank Maiworm im Streit um den Bau von drei Mehrfamilienhäuser erzielt. Damit endet für sie eine Odyssee.

Aber von Anfang. Der Traum vom eigenen Haus: Für Kanagarasa und Ehefrau Anparasi Pirasath verwirklichte sich dieser Landwehr. Eins von insgesamt 13 Einfamilienhäusern sollte ihnen gehören. Hier wollten sie Wurzeln schlagen, Kinder großziehen, glücklich alt werden. Sie nahmen einen Kredit auf und kauften in der zweiten Reihe ein freistehendes Einfamilienhaus.

Doch dann kam der Schock: Statt den drei auf den Plänen eingezeichneten Einfamilienhäusern sollten drei Mehrfamilienhäuser mit je sieben Wohneinheiten entstehen. Direkt neben dem Garten sollte die Einfahrt zu fünf Garagen geschaffen werden. Zudem war das Haus wesentlich höher geplant als das bereits erbaute des Ehepaars Pirasath. Die Angst: Lärm, wenige Sonne, kein Privatleben.

Der Traum vom Haus entwickelte sich zum Albtraum. „Wenn ich das von Anfang an gewusst hätte, wäre es ja was anderes gewesen – aber wir haben nichts davon gewusst, dass hier so was hin soll“, erinnert sich der gebürtige Ceylonese.

Er tat sich mit anderen Anwohnern zusammen. Ließen sich beraten und zogen vor Gericht. Ein Eilantrag auf sofortigen Baustopp lehnte das Verwaltungsgericht in Arnsberg ab. „Für uns ging mit dem Urteil eine Welt unter“, sagte Jens Holger Ulrich und ergänzte: „Wir fühlen uns im Stich gelassen. Von der Politik, von der Stadt und vom Kreis.“ Sie suchten Unterstützung und fanden diese bei der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG). Das Arnsberger-Urteil kassierte die höhere Instanz in Münster und verhängte einen Baustopp. Seit dem stehen die Bagger still. Eine Situation, die weder für den Bauherren, noch für die Anwohner befriedigend war. Die FWG-Fraktionsvorsitzende, Ruth Echterhage, brachte den Stein erneut ins Rollen. Mit einer Vollmacht ausgestattet suchte sie das Gespräch mit dem Bauherren Frank Maiworm, der wieder rum den Architekten Thomas Hanses mit den Gesprächen beauftragte.

„Jeder hat einen Schritt auf den anderen zugemacht und beide Seiten können jetzt mit der Lösung leben“, fasste Echterhage zusammen. Mit der „Lösung“ meint sie einen fünfseitigen Vertrag, den die direkten Anwohner, der Kreis und der Bauherr vereinbart haben. Darin ist festgelegt, dass die Firsthöhe um 2,6 bis 3 Meter abgesenkt wird, die geplanten Garagen am Grundstück des Ehepaars Pirasath werden verlegt und ein Lärmschutzwall errichtet (auch die Bepflanzung und Pflege ist vereinbart). „Frau Echterhage hat hart verhandelt und viel rausgeholt“, sagte Thomas Hanses. Auch die Anwohner sind mit dem Ergebnis zufrieden: „Wenn das Vereinbarte jetzt so umgesetzt wird, haben wir vom Möglichen das Maximum erreicht“, sagte Jens Holger Ulrich, der sich in Zukunft mehr Transparenz erhofft, damit der Traum vom Haus nicht zum Albtraum wird.

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