Ende 2021 soll die Moschee stehen: Das sind die Planungen

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Ibrahim El Zayat, Generalbevollmächtigter der Emug e.V., zeigt, wie die neue Moschee aussehen soll. Nur Details können sich noch ändern, hieß es bei der Präsentation.

Neuenrade - Knapp drei Jahre noch, dann wird die große Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins mit integriertem Gemeindehaus am Schöntaler Weg 6 stehen. In diesen Tagen wurde der letzte Vertrag unterschrieben. Die Verhandlungen mit einem der Grundstücksbesitzer hatten sich hingezogen.

Ein gutes halbes Jahr benötige man noch für den Bauantrag, dann geht es los. Ende 2021 soll das Gebäude stehen, hieß es im Rahmen einer Pressekonferenz in dieser Woche. Es handelt sich dabei um ein Millionenprojekt, das am Schöntaler Weg gebaut wird. 

Der SV beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem Großprojekt: 

Wie wird die Moschee aussehen? 

Das Gebäude hat die Maße 25 mal 48 Meter, es hat zwei Vollgeschosse plus Gebäudeaufsatz und Minarette an den Seiten, die gut „14 Meter hoch“ sind. Das Gebäude bietet Platz für bis zu 500 Personen, es enthält neben den Gebetsräumen für Männer und Frauen auch Unterrichtsräume. Hier soll Jugendarbeit stattfinden. 250 Kinder, so hieß es bei einer ersten lockeren Präsentation für die Öffentlichkeit, würden dort Religionsunterricht erfahren. Zum Gebäude gehört ein großes Grundstück, das als Parkplatz und als Spielplatz genutzt wird. Ein letztgültiger Plan liegt noch nicht vor, Details können sich ändern. In einem guten halben Jahr soll der Bauantrag vorliegen. 

Wo wird der Gebäudekomplex genau entstehen? 

Das Gebäude steht laut Plan mit der Rückseite zum Schöntaler Weg und öffnet sich mit dem Eingang in Richtung Industriestraße. Höhenmäßig passt sich das Gebäude in die Umgebung ein. 

Wie wird das Gebäude baulich gestaltet? 

Es ist nicht im klassisch orientalischen oder türkischem Stil gehalten, sondern es soll ein neuer, eher europäisch Gebäudestil kreiert werden. Die Minarette sind Zierde und ohne Funktion. Gleichwohl ist das Gebäude klar als islamisches Objekt erkennbar. Ein Gebetsruf erfolgt nicht, so wurde es beschlossen. Vom Eingang aus gelangt man in eine großes offenes Foyer mit Cafeteria. In den Seitenbereichen soll es weitere Räume geben. Im Obergeschoss ist je ein Gebetsraum für Männer und Frauen. 

Wer errichtet die Moschee? 

Eingetragen im Grundbuch wird als Besitzer der Verein Emug. Das ist die Europäische Moscheebau und Unterstützungsgemeinschaft, die in Deutschland 300 Objekte betreut, noch mehr Gemeinden und auch europaweit Besitztümer hat. Finanziert wird das Neuenrader Objekt am Ende von den Mitgliedern des Türkisch-Islamischen Kulturvereins und durch Spenden, die nun fleißig gesammelt werden. 

Wer ist der Türkisch-Islamischen Kulturverein? 

Der Türkisch-Islamische Kulturverein hat nach Angaben des Vorsitzenden Hamit Yilmaz 320 Mitglieder, 250 davon würden aus Neuenrade kommen. Die Gemeinde, inklusive Vorbeter, finanziere sich aus Spenden, feste Mitgliedsbeiträge gebe es nicht, sagte Yilmaz. Seit etwa 30 Jahren ist sie an der Bahnhofstraße ansässig. Zu den Mitgliedern müssen noch die Familien hinzugerechnet werden. 

Wo hat der Verein bisher seinen Sitz? 

Bisher ist die Gemeinde an der Bahnhofstraße in der ehemaligen Tankstelle untergebracht. Bei den großen muslimischen Feiertagen platzen die Räumlichkeiten immer aus allen Nähten, zudem wird es verkehrstechnisch stets rund um das Freitagsgebet kritisch. Seit gut zehn Jahren sind die Verantwortlichen der Gemeinde nun auf der Suche nach einem größeren Objekt. Nun, da die Gemeinde einen neuen Standort gefunden hat, wird die Stadt den Altstandort Tankstelle übernehmen. 

Wieso dauerte die Suche so lange? 

Zunächst hatte der Verein mit Unterstützung der Emug die Zimmerei Roß im Visier. Man war sich sogar schon handelseinig. Für den Verein hatte die Lösung Charme – quasi gegenüber, ein paar Umbauten und die Sache wäre vom Tisch gewesen. Doch die Stadt verkündete eine Veränderungssperre, weil sie das Gebiet Alter Sportplatz und angrenzende Areale neu überplanen wollte. Dort soll ein Discounter und Wohnbebauung hin. Auch die verkehrstechnische Zuwegung spielte eine Rolle. Gegen die Veränderungssperre klagten Emug und die Gemeinde zunächst. Doch letztlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass „nur gemeinschaftlich etwas erreicht werden könnte“. Bürgermeister Antonius Wiesemann versprach sich nach einem Alternativ-Standort umzusehen. So ist man nur ein paar hundert Meter Luftlinie vom aktuellen Standort entfernt fündig geworden. Zwischenzeitlich waren andere Grundstücke im Gespräch. Einige Gemeindeglieder fanden das ehemalige Unternehmergebäude im Wohngebiet Rüterbruch, wo jetzt eine Kita gebaut wird, als ideal. Das nun fast fertige Moschee-Projekt wurde in zwei nicht-öffentlichen Sitzung von Politik und Verwaltung kritisch begleitet.

Von Peter von der Beck

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