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Empfindliche Strafe: Frau (56) aus Neuenrade veruntreut Geld ihrer Mutter

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Von: Jana Peuckert

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Vor dem Amtsgericht Menden erging das Urteil gegen eine 56-jährige Frau aus Neuenrade. Sie muss eine hohe Geldstrafe wegen der Veruntreuung von Geld zahlen. © Symbolbild: dpa

Im höheren Alter wird eine Frau aus Menden pflegebedürftig. Das Gericht benennt die 56-jährige Tochter aus Neuenrade zur gesetzlichen Betreuerin. Damit hat die Neuenraderin auch Verfügungsgewalt über die Finanzen ihrer Mutter – genau deshalb stand sie jetzt erneut vor dem Mendener Amtsgericht.

Neuenrade – Im höheren Alter wird eine Frau aus Menden pflegebedürftig. Im Vertrauen darauf, dass ihre Tochter aus Neuenrade nur das Beste für die Seniorin will, ergeht per Beschluss des Amtsgerichts Menden, dass die 56-Jährige Betreuerin ihrer Mutter wird. Damit hat die Neuenraderin auch Verfügungsgewalt über die Finanzen der Mendenerin.

Irgendwann kommt heraus, dass die Kosten für die Pflege nicht gedeckt sind. Im Juli vergangenen Jahres wird die Tochter daher aus dem Betreuungsverhältnis entlassen und ein Anwalt aus Menden tritt an ihre Stelle. Da sie nicht mehr die Betreuung innehat, steht der 56-Jährigen auch nicht mehr zu, die Geldkarte ihrer Mutter zu verwenden.

Trotzdem tut sie es. Acht Mal hebt sie Geld vom Konto der Rentnerin ab. Insgesamt 1255 Euro. Als das herauskommt, erfolgen Anzeige wegen Untreue und ein Strafprozess im Amtsgericht Menden. Die Angeklagte gibt an, 600 Euro davon an das Heim der Mutter überwiesen zu haben. Das kann sie anhand eines Kontoauszugs belegen.

Bezüglich der restlichen, immerhin noch 555 Euro, erklärt die Neuenraderin, Geld für den Friseur ihrer Mutter, sowie für Lebensmittel und Kleidung für die Senioren ausgegeben zu haben. Ihre Mutter möge so gern Joghurt und Bananen. „Ich habe da aber keine Belege mehr für. Einmal habe ich auch getankt. Ich muss ja auch immer nach Menden fahren. Das ist ja eine Strecke“, erklärt die Angeklagte.

Dass das mit dem Tanken nicht ganz in Ordnung gewesen sei, gibt sie zu. Der Richter und auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft glauben der Frau nicht, dass sie das Geld für ihre Mutter ausgegeben hatte. Dafür seien die Abhebungen zu häufig und die Beträge jeweils zu hoch.

Damit ist die Untreue für das Gericht erwiesen. Als der Richter die Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro verkündet, ist die 56-Jährige völlig schockiert: „Da kann ich mir auch gleich einen Strick nehmen. Ich kann das nicht zahlen. Kann ich lieber in Haft gehen?“

Der Vorsitzende begründet das Urteil damit, dass er nicht glaube, dass das Geld in Sachen für die Mutter investiert worden war. Vielmehr gehe er davon aus, dass die Angeklagte – die knapp 3000 Euro Schulden aus offenen Kreditkartenabrechnungen hat – das Geld für sich verwendet hatte. Zusätzlich zu den 2400 Euro Geldstrafe, muss die Neuenraderin auch die 555 Euro, die sie vom Konto der Mutter abgehoben hat, zurückzahlen.

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