Eltern drücken die Schulbank in Neuenrade

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Im Raum der OGS konnten kleinere Kinder Gespenster aus Wolle und Stoff basteln und anschließend an einem Stock gebunden „ausführen“. ▪

NEUENRADE ▪ Was unterscheidet den Unterricht in einer Waldorfschule vom Unterricht der Regelschulen? Dieser Frage nachgehen konnten interessierte Eltern und Schüler in Neuenrade. Dort hatte die Waldorfschule am Remmelshagen ihre Türen geöffnet und ermöglichte den Besuchern, am Unterricht teilzunehmen.

Nach einer Begrüßung in der Aula konnten die Gäste in die Klassen gehen und dort in die Waldorfpädagogik „hinein schnuppern“. Die einzügige Schule beherbergt die Klassen 1 bis 13 und ermöglicht ihren Schülern neuerdings auch das Abitur nach wie vor nach 13 Schuljahren abzulegen.

Wolfgang Dornwald, Klassenlehrer der Sechstklässler, sieht den „Tag der offenen Tür“ nicht nur als Werbung für neue Eltern und Schüler, sondern auch als wichtige Möglichkeit für Eltern der jetzigen Schüler, sich über den Wissenstand ihrer Kinder und den Unterrichtsaufbau zu informieren.

Da nach Abschluss der Physikepoche, einer Unterrichtseinheit, die sich über vier Wochen jeweils in den ersten beiden Schulstunden erstreckt, Experimente auf dem Stundenplan des Probeunterrichts seiner Klasse standen, bot der Klassenraum kaum Platz genug für alle Eltern. Und nach dem Morgenspruch, der von Schülern und Lehrer gemeinsam rezitiert wird und die Kinder auf das Lernen einstimmen soll, begannen die Schüler ihre Versuche zu demonstrieren.

Lehrer Dornwald erklärte dazu: „Wir gehen rein phänomenologisch vor. Wir beobachten und fertigen eine exakte Versuchsbeschreibung und eine saubere Zeichnung an. In einer Nachbesprechung sortieren wir das und versuchen, die Gesetzmäßigkeit herauszufinden. Uns geht es in dem Alter zunächst nur um die originäre Wahrnehmung.“

Und dann erlebten die Eltern, dass Töne Muster machen können. Zucker wurde auf eine Glasplatte gestreut und diese mit einem Geigenbogen angestrichen. Das Ergebnis war ein Stern, entstanden durch die Schallwellen, die die Glasplatte zum Vibrieren brachte. Eine Metallkugel, die durch einen Ring passte, wurde erhitzt und konnte anschließend nicht mehr durch den Ring geführt werden.

Ganz viele Backpapierschichten vor einem Scheinwerfer lassen das Licht rot erscheinen und mit Hilfe der Wärme einer Kerze brachte eine Schülerin einen Blechpropeller dazu, sich zu drehen. Soweit ihr Wissenstand es zuließ, beantworteten die Kinder auch Fragen der oft staunenden Eltern.

Anschließend konnten sich die Gäste an der Kaffee- und Kuchentheke der siebten Klasse mit herzhaften Brötchen oder frischen Waffeln und Kaffee sowie kalten Getränken stärken.

Die jüngsten der Waldorfschule, die Erstklässler, verkauften selbst gefilzte Handarbeiten und Duftsäckchen, die Klasse 5 präsentierte einen Einblick in den Musikunterricht. In fast allen anderen Klassen wurde ebenfalls normaler Unterricht erteilt und Geschäftsführerin Silvia van Loosen und Sekretärin Elvi Klein machten Werbung in eigener Sache. Im Raum der OGS konnten kleinere Kinder Gespenster aus Wolle und Stoff basteln und anschließend an einem Stock gebunden „ausführen“.

Nach dem Ende des Probeunterrichts stand das Lehrerkollegium für weitere Fragen zur Verfügung. In einem Kolloquium stellten sie sich und ihre Fächer vor und informierten die Eltern über Besonderheiten der Waldorfpädagogik.

Hier erfuhren die Eltern auch, dass es möglich ist, sein Kind für eine Woche in eine Waldorfklasse zu schicken, wenn man einen Schulwechsel in Erwägung zieht, sich dabei aber noch nicht ganz sicher ist. Anfragen kann man auch jederzeit an das Schulbüro richten. ▪ Silvia Sauser

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