Neuenrader fährt 2500 Kilometer durch Norwegen

Hans jacksties. ▪

NEUENRADE ▪ In knapp 14 Tagen hat der Neuenrader Motorrad-Abenteurer Hans Jacksties rund 2500 Kilometer auf seinem Ural-Gespann russischer Bauart zurückgelegt und unvergessliche Eindrücke gesammelt. Motorradfahren im Winter bei Temperaturen bis minus 20 Grad auf vereisten Pisten in Norwegen üben auf Hans Jacksties und die übrigen Rally-Teilnehmer offenbar einen besonderen Reiz aus.

„Zu den beeindruckensten Ereignissen auf der Reise nach Savalen zählte zweifelsohne die Fahrt durch den Nationalpark Ringebu Fjell, der auf einem Höhenzug liegt. Blauer Himmel, lauter Berge, weiß beschneit, weiße Straßen, ein paar vereinzelte Bäume, die von Eiskristallen überzogen waren und wunderbare Lichtspiegelungen erzeugt haben – und sonst nichts, absolut nichts“, beschrieb Jacksties die Gegend, in der die Biker rund 30 Kilometer durch eine surreal wirkende Landschaft zurücklegten. „Schon die Anfahrt mit ihren Serpentinen und bis zu 15 Prozent Steigung war ein Genuss.“ Der Besuch der Stadt Røros, eine idyllische Bergbausiedlung, ist dem Neuenrader ebenfalls im Gedächtnis geblieben. „Viele Häuser sind denkmalgeschützt, zeigen, wie die Norweger gelebt haben und noch leben. Herrlich“, meint Jacksties.

20 Gespanne, drei Viertel russischer Bauart, nahmen an der Tour teil. „Die Ural-Technik ist simpel und deshalb leicht zu warten. Es gibt fast keinen Defekt, der mit einfachem Werkzeug selbst in abgeschiedenen Regionen zu reparieren wäre. Die BMW-Fahrer hatten ganz andere Probleme“, erklärt der Winter-Biker. Vor allem die Elektrik der bayrischen Tourer spielte nicht immer mit. „Mir ist mal ein Gaszug eingefroren. Dann ging es nur noch mit Vollgas voran – ein Belastungstest für die Bremsen meiner Ural“, erzählt Jacksties eine Anekdote. Hilfe war nicht fern. An einer Tankstelle fand sich ein Spezialspray zur Enteisung, das den Zug in wenigen Minuten wieder gangbar machte. „In Norwegen haben die ganz anderes Spray als bei uns. Das hat super funktioniert.“

Die tiefste Temperatur, die Norwegen für die Deutschen parat hielt, lag bei minus 20 Grad. „Die Kälte ist aufgrund der trockenen Luft leichter zu ertragen als hier bei uns. Kalte Füße habe Jacksties nur ein mal bekommen, während der Etappe von Koppang nach Savalen. „Da hatte ich nur zwei Schichten an. Mit jedem Höhenmeter fiel die Temperatur und auf der sonnenabgewandten Seite war es ganz schön frisch“, erinnert sich Jacksties, bevor er die dritte Lage überstreifte und sich fortan über warme Bedingungen freute.

Ganz besondere Momente erlebte die Gruppe zwei mal jeden Tag. „Die Sonnenauf- und -untergänge waren unvergesslich“, fällt es dem Neuenrader schwer, den Eindrücken mit Worten gerecht zu werden. Selbst während der Überfahrt mit der Fähre von Kiel nach Norwegen, die rund 3000 Kilometer Überland-Strecke einsparte, wurden die Reisenden von einem herrlichem Lichterspiel verwöhnt, als sich Sonne und Horizont näher kamen.

Für Hans Jacksties war die Teilnahme an der 21. Auflage der Savalen-Rally eine Premiere. Die Reise beflügelte die Fantasie und ließ die Gedanken kreisen. „Das Tauerntreffen oder eine Reise zum Nordkap im Winter würden mich reizen“, denkt der „infizierte“ Hans Jacksties schon über die nächsten Abenteuer nach. ▪ Markus Jentzsch

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